Erst einmal die üblichen Verdächtigen:
Final Fantasy III/VI: Dancing Mad
Ohne jeden Zweifel der beeindruckendste musikalische Aufwand, der in einem Stück für die Konsole zusammenkommt. Klassische und Barockelemente in einem SNES-Spiel, ohne dass es überkandidelt wirkt (sprich: auch durch die reine Komposition überzeugt) oder seinen Anspruch aufgibt - der Laie freut sich und der Interessierte wird regelrecht begeistert. Vom Prinzip ist
Dancing Mad ein Prisma der Charakterentwicklung Kefkas, jedes Segment erzählt von einer Facette. Zusammen mit der optischen Darbietung, die der Musik in nichts nachsteht, haben wir hier eine hochgradig symbolträchtige Szene, die den Fundus humanistischer (alt-)europäischer Bildung ausschüttet, indes gleichzeitig das breite Publikum nur durch den Maßstab unterhält. Das ist eine Gratwanderung, wie sie von nur ganz wenigen Spielen gehalten wird.
Chrono Trigger: Lavos's Theme
Hier haben wir ein sehr interessantes Stück: obwohl aus musikalischer Perspektive melodisch, "fühlt" sich der vermittelte Eindruck kakophonisch an. Gewissermaßen werden die Erwartungen des Hörers auf subtile Weise hintertrieben, was den verstörenden Gesamteindruck beflügelt. Das fügt sich wunderbar rücksichtlich des Gegners, der hier bekämpft wird. Es ist unbedingt empfehlenswert, das mit Kopfhörern zu goutieren.
Donkey Kong Country: Gang-Plank Galleon
Eigentlich ziemlich nachvollziehbar durchgetaktet, indes so sauber und klar in der Ausführung, dass es zu jedermanns Lieblingen gehört. Fasst die lange, lange Reise um die Insel prägnant zusammen und ringt ein letztes "Huzzah" für unsere Helden ab. Schlicht wunderschön.
Ansonsten noch ein paar Auswahlen, die für gewöhnlich unterzugehen pflegen:
Final Fantasy II/IV: The Final Battle
Sicher nicht so vielschichtig wie Dancing Mad, dafür allerdings eindringlich. Die evozierte endzeitliche Stimmung wird kunstvoll hergestellt, die Synchronisation mit dem "Big Bang" zum Klimax im Stück hilft auch sehr weiter (wenn man nicht wie ich bösartig Zeromus zweimal mit Slow piesackt

). Psychologisch nachgerade hinterhältiges Stück, da man das Stelldichein musikalisch für überwindlich hält. Ansichtlich der Proportionen des Knaben eine gute Wahl.
Imperium: Last Boss
Mir können alle sonst etwas erzählen, ich finde Imperium toll. Ist in gewisser Weise die Antithese zum letzten Stück und hat eine mobilisierende Wirkung. Ist alles in allem der erinnerungswürdige letzte Endgegner, den ich bis dato in einem Shooter gesehen habe.
Demon's Crest: The Infinite Demon
Herausragende Verarbeitung, ohne in die übliche actiongeladene Sparte zu gehen. Stattdessen wird der Grusel, der Nervenkitzel auf zerreißende Weise betont und sorgt für wohligen Schauer. Es hilft, dass der Kampf lang und zäh daherkommt, sodass der Horror nachgerade in ein Menuett für Phalanx (oder den Superboss, die Musik spielt bei beiden) übergeht.
Battletoads & Double Dragon: Stage 7
Okay, das ist ein wenig geschummelt, weil die Musik sowohl im Level als auch beim Bosskampf spielt. Trotzdem: extrem fetzige, motivierende Einlage, die einen schon ohnehin bombastischen Soundtrack noch einmal trumpft.