da ich den Mod keinem vorenthalten möchte, hier einmal ein Kurztutorial dazu. Vorweg aber folgender Satz:
Ich möchte NICHT dafür verantwortlich gemacht werden, wenn jemand sein U16 kaputt lötet. Jeder Umbau erfolgt auf eigenes Risiko! Allerdings sehe ich nicht wirklich die Gefahr, dass das "Herz" des U16 - der Logikchip und der Speicher - kaputt geht, weil hier nicht direkt gelötet wird!
Da ich zu dem Umbau recht wenig Bilder habe, ist mehr Text als alles andere. Ich bemühe mich, alles eindeutig zu halten!
1. Das alte U16 "schlachten"
Bevor es losgeht, muss das alte U16 natürlich ausgenommen werden. Auf der Unterseite des Mainboards ist die eigentliche U16-Platine angebracht. Diese muss ausgelötet werden.
Ich bin wie folgt vorgegangen:
- So viel Lot es geht von den Modulconnectorpins mit Entlötpumpe und Entlötlitze netfernen.
- Alle Pads am Connector mit Flußmittel benetzen.
- U16 Platine unter leichtem Hebedruck und Hitze an den Pins von links nach rechts abheben. Dabei ist es nicht Schlimm, wenn die Platine leicht gebogen wird. Das hält die aus!!!
Ich bin beim Anheben mit dem Lötkolben über die Pins gefahren und habe immer wieder beide Seite miteinander ausgeglichen, also nicht im ersten Zug links sofort ab und recht noch im Ausgangszustand. Ich habe mich Zehntelmillimeter für Zehntelmillimeter vorgearbeitet.
Wenn doch etwas passiert: Es können durch die Hitze sich Lötpads teilweise oder auch ganz anheben. Ich selber habe auch zwei beschädigt! Aber es ist natürlich nichts unmöglich wieder zu fixen. Reds-U16-PCB hat diese Prozedur sogar 2 Mal überlebt ^^... Wenn alle Stricke reißen, hat d4s noch PCBs aus Überproduktion, oder man lötet alles mit Litzen nach.
Sobald die Platine entfernt ist, noch das Flachbandkabel von der Oberseite ablöten. Die LED mit Controllerport kann zur Orientierung drannen gelassen werden
2. Das 1Chip-SNES vorbereiten
Am 1Chip-SNES muss folgendes vorbereitet werden:
- Am S-CPUN (der große Chip) folgendes Pins heben:
- Pin 111
- Pin 115
- Pin 124 (schwer, weil an der Seite zum Modulconnector)
- Am S-WRAM Pin 57 heben
- Brücke von S-CPUN Pin 115 nach S-WRAM Pin 57 löten (Vorbild ist dort im ehemaligen 2Chip-U16 die Brücken)
- Quarz an X1 entfernen
- auf der Mainboard-Unterseite die Pins von X2 kürzen oder wegbiegen - die sind nämlich recht lang
- Optional für echtes NTSC-Composite: Pin 9 am S-RGB heben
Der nächste Schritt ist recht einfach. Platine aufsetzen, wie sie im 2Chipper war und alles anlöten. Gegebenenfalls defekte Leiterbahnen fixen - ein Pinmapping habe ich erstellt und gebe ich auf Anfrage auch weiter...
4. U16-Flachbandkabel einlöten
Meine Bezeichnung ist wie folgt: FK1 ist das Ende, was im 2Chipper die PPUs drannen hingen, FK5 das andere Ende, wo die LED dran hängt.
Am Besten, das Flachbandkabel an der U16-PCB anschließen und schon so hinlegen, wie es nachher auch im SNES-Gehäuse liegt. Die Kabel bitte so weit es geht kürzen!
Das Mapping:
- FK1 -> S-CPUN Pin 111. Sollte hier noch offen gelassen werden... dazu später!
- FK2 -> S-CPUN Pin 124 (Hier ist Vorsicht geboten, weil das Kabel seitlich am Pin liegt!)
- FK3 -> Brücke S-CPUN Pin 115 - S-WRAM Pin 57
- FK4 -> Massepin von U11
- FK5 -> Hier hängt ja die LED mit Controllerport noch dran

Ähnlich dem S-CIC-Mod muss auch hier n Taktumschaltung gemäß eingestelltem Modi erfolgen. Vorbild ist der Thread, der unten verlinkt ist.
Ich habe dafür eine kleine PCB gemacht, von denen ich noch aktuell 6 Stück da habe bei Interesse
Ich habe die PCB links neben den S-CPUN geklebt. Die Pads an meiner PCB werden wie folgt im SNES verbunden:
- Vcc: +5V, ich nehme das vom U4 Pin 28
- GND: Masse, z.B. von U4 Pin 14
- 1: Mode-Eingang, hier kommt die übrige Ader vom Flachbandkabel ran. Von diesem Pad aus habe ich eine zweite Litze an S-CPUN Pin 111 gelegt.
- 2: invertierter Mode-Ausgang, kommt an den gehobenen Pin 9 des S-RGB
- 3: Taktausgang, wird mit X1 rechts verbunden
6. Lockout-Chip deaktivieren
Es bieten einem hier zwei Möglichkeiten: entweder man deaktiviert den Lockout-Chip oder man ersetzt ihn durch einen Ersatz-CIC
6.1. Einfaches Deaktivieren
Man hebt einfach Pin 4 am CIC und verbindet den Pin mit Masse. Dann wird aus dem CIC-Lock ein CIC-Key. SA-1-Spiele sollten nur spartanisch laufen, weil der CIC auf dem Modul kein gültiges Signal erhält.
Weiterhin kann man folgendes machen (habe ich selbst noch nicht ausprobiert, sollte aber klappen):
Man hebt noch zusätzlich am CIC Pin 1 und Pin 2. Auf der Mainboardunterseite verbindet man Pin 24 mit Pin 55 des Modulconnectors. Dann "spricht" der CIC auf dem Modul mit sich selbst und auch SA-1-Spiele erhalten ein gültiges CIC-Signal und starten.
6.2. Ersatz-CIC einbauen
Von Ikaris sd2snes GitHub-Projekt den snescic-lock.hex und beschreibt damit einen PIC 12F629. Zum Einbau schreibe ich mal nicht viel. Im zugehörigen Assemblerfile steht das Mapping. Der originale CIC wird entweder komplett entfernt (10k Widerstand zwischen Pad 8 und Masse dann nicht vergessen) oder einfach nur an den Pins 1, 2, 10 und 11 vom Mainboard getrennt.
7. Freuen
Nun ist man fertig
Vielen Dank an dieser Stelle einmal an Redscorpion und ChronoMoogle, die soweit ich weiß, Ideengeber für diesen Mod waren.
8. Kleine Linksammlung




