Oft las ich in den vergangenen Wochen diese Worte, deren Tragweite mir erst während des Durchspielens von R-Type III bewusst wurde. Grundgütiger, ist das ein gutes Spiel. Auch wenn es mich insgesamt nur drei Tage kostete, den letzten Endgegner in die Knie zu zwingen, war es ein spielerischer Hochgenuss, den ich jede Sekunde voll auskostete. Vermutlich wäre gestern schon eine Erfolgsmeldung erschienen, wenn nicht in Stage V plötzlich mein heißgeliebter Fernseher den Geist aufgegeben hätte.Perikles hat geschrieben: Ihr armen Seelen habt noch gar nichts gesehen, fürchte ich. Wartet mal ab, bis ihr in den fünften oder sogar in den sechsten Level kommt, im Vergleich dazu sind die vorherigen Passagen ein Kinderspiel.
Selten begann ich ein Spiel mit solcher Ehrfurcht und tastete mich Schritt für Schritt durch die Levels. R-Type III verlangt von seinem Spieler unabdingbaren Demut, denn jede Leichtfertigkeit und jeder Anflug von Hochmut wird unmittelbar mit einem klangvollen Tode bestraft. Doch ein Ableben frustriert nicht, nein, vielmehr saß ich teilweise nach meinem explosiven Versterben mit einem breiten Grinsen vor der Röhre, hocherfreut, ob der genialen Einfälle der Programmierer. Für jede Situation gibt es eine Lösung, jeder Moment ist durch taktisches Kalkül und Fingerfertigkeit meisterbar. Das oft geschundene Zitat "das Spiel ist nicht unfair, sondern man hat stets das Gefühl, selbst für seinen Tod verantwortlich zu sein" trifft auf diesen Titel so perfekt zu wie bei sonst keinem anderen.
Für das Beenden des ersten Durchgangs habe ich schlussendlich vier Continues in Anspruch genommen. Wobei die letzten drei Stages mit anfänglicher Minimalbewaffnung bezwungen wurden. Generell würde ich mir - mit einem maximalen Maß an Konzentration und Ruhe - den 1CC zutrauen. Richtig haarig sind eigentlich nur der Endgegner in Level IV, die Boss-Straße in Level V und der erste Abschnitt in Level VI. Wobei Level VI generell den surrealen Ausdruck aller Alpträume darstellt, die das Genre zu bieten hat (Diese These fußt allerdings leidglich auf meinen bisherigen bescheidenen Shmup-Erfahrungen). Die Tatsache, dass man aufgrund der unendlichen Continues das Spiel wirklich bis ins kleinste Detail erforschen kann, macht es im Endeffekt für das normale Durchspielen gar nicht so schwer, wie es überall gepriesen wird. Den zweiten Durchgang (Advanced Mode) werde ich vermutlich auf dem Emulator mit einem Savestate zu Beginn von Stage I beizeiten genauer erforschen.
Auch wenn es kein Highscore-Bild ist, hänge ich mein Siegesfoto an und möchte für mein zusammenfassendes Fazit einfach Seven Force zitieren:
Seven Force hat geschrieben:Für mich ist's der beste Sidescroller auf dem SNES, geile Grafik, geile Bossfights und perfektes Balancing.

