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von Perikles » 8. Dezember 2011, 13:53
Ich finde, dass das Spiel nichts Neues hinzufügt, aber alles Hergebrachte richtig macht. Kein maßgeschneiderter Anzug zwar, aber sehr solide Ware von der Stange.
"Darius Twin" ist ungemein anfängerfreundlich: bei den Optionen erhält man die Möglichkeit, eine Dauerfeuertaste einzustellen, sich eine Anzahl von Leben auszusuchen (zwischen drei und acht), nach Lebensverlust startet der Spieler genau da, wo er havariert ist, außerdem bleiben sämtliche Verbesserungen (von dem Schild einmal abgesehen) bestehen.
Es gibt mehrere Pfade, wobei der vorgegebene der einfachere ist - die Level selbst unterscheiden sich in Sachen Schwierigkeit nicht allzusehr, aber manche der Bossgegner in den "alternativen" Leveln werden selbst erfahreneren Freunden des Genres eine Herausforderung abtrotzen, einige Treffer dürften nahezu unvermeidlich sein (für solche Fälle gibt es glücklicherweise den Schild, der bei konstanter Aufwertung einiges aushält). Der letzte Level (der immer derselbe bleibt, unabhängig davon, wie man dorthin gelangt ist) ist allerdings deutlich zu schwer: im Prinzip tauchen hier sämtliche Zwischenbosse schnell aufeinanderfolgend und interagierend auf - wenn man sich da nicht permanent am Bildschirmrand aufhält, dürfte die Reise ein schnelles Ende nehmen.
Wer eine Herausforderung sucht, kann das Freispielen des bestmöglichen Endes in Angriff nehmen: dieses erscheint nur, wenn ohne Lebensverlust die schwere Route überwunden worden ist.
Von der optischen Aufmachung bin ich sehr angetan, technisch gewiss nicht das Beste, was die Konsole zu bieten hat, aber sehr farbenfroh und eindeutig unterscheidbar - der Hintergrund sieht nicht wie ein Hindernis aus und tatsächliche Hindernisse muten nicht wie reine Dekoration an - klingt wie eine Selbstverständlichkeit, aber bisweilen erlebt man eben doch anderes.
Das ozeanische Thema ist auch stringent durchgezogen worden, alle pelagialen Meereszonen sind abgedeckt, freilich nicht zoologisch stimmig innerhalb der Level, aber das ist auch schwerlich zu erwarten.
Die Musik finde ich sehr stimmungsvoll, gerade die Einspieler bei den Bossgegnern. Wenn man der Ähnlichkeiten zu "Mega Man X" wegen bedenkt, dass "Darius Twin" glatte zwei Jahre vor jenem veröffentlich wurde, wird das umso eindrucksvoller.
Ernsthafte Kritikpunkte finde ich eigentlich nicht. Wer etwas Innovatives erwartet, wird hier wohl enttäuscht werden, wer allerdings die Inkarnation all der etablierten Shoot-'em-up-Tugenden sucht und es lieber entspannt als immer unter Hochspannung angehen lassen möchte (wie es z.B. bei "U.N. Squadron" der Fall ist), der ist hier bestens aufgehoben.