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von Radagast » 22. Dezember 2013, 15:48
Advent, Advent, Super Adventure Island.
Nachdem ich gestern im Tagebuch-Thread meinen Unmut über Super Adventure Island (SAI) äußerte, habe ich es heute durchgespielt - und das mit einem 1CC. Zugegebenermaßen keine Ruhmesleistung, die ich mir in den Lebenslauf eintragen werde, aber ein Unterfangen, welches mir ein hohes Maß an Geduld und Selbstmotivation abverlangte.
Doch der Reihe nach: SAI ist einer der frühen SNES-Titel - Release 1992 - der eigentlich vieles richtig macht: Eine farbenfrohe Optik mit großen Sprites und klassischen Plattformer-Elementen, die durch nette Innovationen ergänzt werden, wie dem Skateboardfahren oder dem Bumerang, den man in 4 divergierende Richtungen entsenden kann. Fünf Levels mit je drei Abschnitten warten auf einen und verlangen, durch das Besiegen eines Endgegners abgeschlossen zu werden. Dazu stehen einem zwei Continues mit je drei Rests zur Verfügung. Wenn man 50 000 Punkte sammelt, erhält man ein weiteres Leben. Die zwei Waffen sind der bereits erwähnte Bumerang und eine Wurfaxt - die jedoch recht impotent im Gegensatz zum Bumerang erscheint - die durch emsiges Sammeln aufgewertet werden können. Mit aufgewerteten Waffen sind die ansonsten happigen Endgegner ein wahres Kinderspiel.
Dass ich das Spiel mit 1CC abgeschlossen habe, ist nicht darauf zurückzuführen, dass ich mir die beste Taktik überlegen musste oder der Anreiz so groß war, es in diesem Modus zu vollenden. Es war allein der Tatsache geschuldet, dass der finale Endboss in seinen zwei Formen dermaßen unfair ist, dass ich sicher neun bis zehn Game Overs in Kauf nehmen musste, um zu wissen, wie ich ihn zu bezwingen habe. Bis dahin habe ich die sehr simplen Level so oft gespielt, dass ich sie beinahe auswendig kannte und deshalb auch mit sieben Rests schließlich den Boss der Bosse bezwang.
Die Endgegner hatten bis dahin eine angenehm-fordernde Schwierigkeit und waren für mich das Highlight des Spiel. Der letzte Endgegner widerspricht jedoch in seiner ersten Form dem Fairplaygedanken, weshalb dieser im Vergleich zu seinen Schergen wirklich frustrierend war. Seine Versteinerungswaffe flog so beliebig und flott über den Screen, dass man eigentlich keine Chance hatte, reaktionsschnell auszuweichen. Wenn man dann obendrein nicht mit einem aufgelevelten Bumerang vor ihm stand, war es wirklich ein Graus. Bis ich dann mal verstanden habe, wie die anschließende/letzte Form zu besiegen ist, dauerte es einige Game Overs. Im Endeffekt ist es simpel, wenn man es weiß, doch ermüdend nach einem Fehlversuch das ganze Spiel erneut durchzulaufen.
Ebenfalls unschön fand ich den Sprung. Manchmal wollte der Charakter nicht so wie man selbst, was meist den Verlust eines Lebens forderte. Nun gut, im Kontext des Erscheinungsdatums kann ich das noch einmal verzeihen. Unverzeihlich sind jedoch die ekelhaften ReBirth-Points. So wird man im Schneelevel abseits jeder Waffe irgendwo freigesetzt und kann die nächsten Gegner nur mit einer Portion Glück überwinden, ehe man die wertvolle Axt in Händen hält. Ich könnte hier einige weitere Kritikpunkte anführen, doch ich denke, der Tenor meines Textes dürfte klar geworden sein.
Viel Genörgel für ein Spiel, dass mich an Go Go Ackman 1 erinnerte. Wobei ich es jetzt unter dem Strich nicht so schlecht fand, wie es vielleicht rüberkam. Es ist eben ein klassischer Vertreter seines Genres, der einem das serviert, was man erwartet.
6/10