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The Legend of Bishin Zoku

Verfasst: 23. Juli 2011, 22:35
von ChronoMoogle
The Legend of Bishin Zoku ist eine sehr interessante Genremischung. Es nimmt Racing Elemente wie in F-Zero und kombiniert sie mit einem Beat 'Em Up-System ähnlich dem von Final Fight. Wie funktioniert also so eine ungewöhnliche Beziehung zwischen zwei verschiedenen Genres letztendlich? Einfach weiterlesen, denn das werde ich im Verlauf des Reviews schon noch aufklären.

Die Story von Zoku ist zwar auf Japanisch gehalten, aber dennoch durch das reine Betrachten der Cutscenes auszumachen. Die Welt befindet sich am Rande der Zerstörung und eine neopunkartige Athmosphäre schwingt zu jeder Zeit deutlich mit. Am Anfang könnt ihr zwischen einen männlichen und weiblichen Charakter wählen und nach dem Introlevel wird jeweils der andere Charakter von einer Horde weiblicher, muskelbepackter Gangmitglieder entführt. In den folgenden Missionen geht es also darum, die Oberhäupter der Gang in verschiedenen Bezirken des futuristischen Japans aufzusuchen und auszuschalten um am Ende den Partner wieder in die Arme schließen zu können. Für ein interessantes Setting ist für unsere Spritztour mit Schlägereien ist also schon mal gesorgt.

Die Racing-Abschnitte in Zoku sind keine wirklichen Rennen, sondern viel mehr ein Wettlauf gegen die Zeit. Während ihr versucht, euer Ziel mithilfe einer sehr vagen Karte zu erreichen (an der man praktisch nur erkennen kann, ob man circa in die richtige Richtung fährt), bewegt ihr euren Wagen durch labyrinthartige Straßensysteme und versucht möglichst wenig Schaden dabei zu nehmen. Aggressive Gangrowdys gibt es auf den Straßen von Zoku nämlich zumeist massenweise, da hilft in der Regel nur geschicktes Ausweichen. Wird der Wagen gerammt, so verfärbt sich eure Schadensanzeige langsam Richtung rot und nach einer Weile raucht euch die Kiste weg. Wird euch die Kiste zu sehr durchgeschüttelt, so fliegt der Protagonist aus den Wagen und er muss sich erst wieder den Weg zum Wagen freikämpfen, was euch wertvolle Zeit und eventuell sogar Lebensenergie kostet, die ihr für den Boss ziemlich gut gebrauchen könnt. Insgesamt bietet euch das Spiel mit seinem System also 3 Möglichkeiten zu versagen: Kaputtes Auto, toter Charakter oder abgelaufene Zeit. Das kann ja heiter werden.

Und allerdings: der Schwierigkeitsgrad von Zoku ist alles andere als einfach. Besonders die Racing-Levels mit ihren vielen Sackgassen und Irrwegen können ungeduldige Spieler geradezu in den Wahnsinn treiben. Wer dieses Spiel spielt, sollte sich schon mal mit dem Game Over-Bildschirm anfreunden. Glücklicherweise stellt einen Zoku unendlich Continues zur Verfügung und es gibt keinen Highscore, der zurückgesetzt wird. Die Beat Em Up Abschnitte geben den Spieler 2 Schlagarten, die Möglichkeit zu Springen und zu Blocken sowie ein paar Special Moves mit auf dem Weg, die in der Anleitung des Spiels auch aufgezeigt werden. Während die normalen Gegner relativ leicht zu verkloppen sind und euch eigentlich nur Zeit kosten, sind die verschiedenen Techniken gegen die Endgegner von Abschnitten auch bitter nötig. Denn diese haben auch ein kleines Repertoire an verschiedenen, teilweise sehr starken Attacken zu bieten. Zudem lassen sich auf den Straßen Repairkits und Boosts für den Wagen finden, die das Roadtrip-Leben während der Racing-Abschnitte deutlich erleichtern können. Erfreulicherweise kann man also sagen, dass Zoku zwar nicht den ultimativen Tiefgang beider Genres bietet, aber sich durchaus Mühe gibt, dem Spieler einen gewissen Tiefgang zu bieten. Zudem ist das Spiel recht umfangreich und hat genügend abwechslungsreiche Level zu bieten, um einen lange am Controller zu fesseln.

Grafisch pendelt Zoku irgendwo in der in der oberen Mittelklasse, die Fahrabschnitte sind grafisch zwar sehr abwechslungsreich, können aber nicht mit der Detailverliebtheit eines F-Zero oder Top Gear mithalten. Die Beat Em Up Abschnitte haben hingegen detailverliebte, hübsche Hintergründe zu bieten aber die Sprites sind deutlich kleiner als in vielen anderen Beat Em Ups. Zu den Animationen muss man allerdings sagen, dass sie erste Sahne sind und das Spiel kommt zudem komplett ohne Slowdowns zurecht. Der Soundtrack ist recht simpel gehalten, kann aber dennoch mit seinem rockigen Stil überzeugen. Besonders die Soundeffekte stechen hervor während man sich auf der Straße gegen rammende Gegner wehrt oder in den Beat Em Up Abschnitten ordentlich die Fäuste fliegen lässt, die Gegner unter erschöpften Stöhnen zusammensacken oder der Held nach einem gewonnenen Kampf "Alright!" ruft. Der Soundtrack ist actionreich und untermauert das Spiel recht gut. Ohrwurmtauglich oder einzigartig wären aber die falschen Worte um ihn zu beschreiben.

Die Zusammenarbeit beider Genres funktioniert auf jeden Fall relativ gut und geht fließend ineinander über, ohne dass man sich von einer Spielwelt zu einer anderen geboxt fühlt. Das Spiel hat nur leider auch seine Ecken und Kanten. Zunächst einmal wäre ein Zweispielermodus für die Beat Em Up Abschnitte recht wünschenswert gewesen. Stattdessen bietet das Spiel einen VS Modus ala Streat Fighter II, in dem jeder Spieler einen der Endgegner oder Hauptcharaktere auswählen kann. Dass die Kämpfe dort nicht einmal annähernd mit dem Genreking mithalten können ist glaube ich relativ offensichtlich und der Modus somit relativ überflüssig, wenn auch ein nettes Extra. Ein Multiplayermodus aus den Rennelementen wären alternativ in meinen Augen deutlich sinnvoller gewesen, den gibt es aber nicht. Zudem kann die Frustration in den Racingleveln des Einzelspielermodus manchmal ziemlich groß werden, wenn man nach dem 5. Versuch einfach nicht den Ausgang findet und man sich in den verwurzelten Levels nicht zurechtfindet. Ein paar mehr verschiedene Gegnerarten für die Beat Em Up Abschnitte wären außerdem auch nicht verkehrt gewesen. Zu guter letzt muss ich das fehlen eines Passwortsystems beklagen, das Spiel ist alles andere als kurz und jedes mal nach dem ausschalten von vorne anzufangen kann durchaus nervig sein. Zumindest bietet das Spiel mit seinen unterschiedlichen Enden je nach Schwierigkeitsgrad und 2 verschiedenen Charakteren etwas Wiederspielwert.

Fazit:
The Legend of Bishin Zoku ist eine gewagte Genremischung und alleine durch seine Einzigartigkeit schon eine sehr schöne Ergänzung für jede Super Nintendo Sammlung. Auch wenn einige Kleinigkeiten verbesserungswürdig sind, weiß das Spiel immer noch zu überzeugen und dürfte jeden einigermaßen frustresistenten Fan von zumindest einen der beiden Genres durchaus ein paar schöne Stunden bereiten.

Grafik 7
Sound 7
Spielspaß 7

Re: The Legend of Bishin Zoku

Verfasst: 30. Juli 2011, 01:40
von Moi-Même
is online~