Gradius III
Verfasst: 11. Juli 2011, 14:27
Hach ja... das Genre des Shoot'em up. Holy Grail aller hardcore Oldschooler, Mahnmal aller Anfänger und Zerstörer vieler unschuldiger Controller. Spiele wie Pop'N Twinbee oder Axelay sind leider eher die Ausnahme, die die Regel bestätigt. Dieses Genre benötigt mehr Übung als eine gottverdammte Kendotechnik, bevor man einen Titel wirklich beherrscht. Gradius III ist dafür das absolute Paradebeispiel auf dem Super Nintendo. Viel getadelt, viel gelobt. Die Meinungen zu diesen Spiel gehen weit auseinander. Im folgenden konzentriere ich mich also darauf, das Spiel auf seine Qualitäten zu untersuchen. Was hat das Spiel als Solches zu bieten?
Die Story reiht sich direkt an die Vorgänger an, die dunklen Mächte des Alls haben erneut ein böses Etwas entsandt, den frisch geborenen Gott der Dunkelheit Bakuterian. Mit seinen Truppen und dunklen Kräften wurden bereits große Teile des Alls zerstört und die Gradius Force wird ein weiteres mal entsannt um den Frieden wiederherzustellen. Ziemlich zweckmäßig, uninteressant und Standard, wenn ihr mich fragt. Aber was solls, im Shoot'em up Genre kam es noch nie so sehr auf die Geschichte an. Hauptsache es gibt einen Grund etwas zu zerstören. Der wäre also abgehakt.
Doch zu Anfang des Spiels darf erstmal Schwierigkeitsstufe, Rapid Fire und eine Schiffsvariation aktiviert werden. Letzteres ist wohl das Interessanteste am Spiel. Denn neben einigen vorgefertigten Klassen, lässt sich die Bewaffnung des Raumgleiters auch komplett frei auswählen. Insgesamt 256 Fertigkeitenkombinationen laden also zum Ausprobieren und Meistern ein. Wobei die Kombinationen natürlich nicht alle sinnvoll sind. Auf jeden Fall ist es möglich zwei verschiedene Schüsse mit einer von jeweils vier möglichen Bewaffnungen oder Schussmustern auszustatten, den sogenannten "Options" (unterstützende Begleitschiffe) kann man ein Flugmuster zuzuweisen, es lässt sich aus verschiedenen Schilden auswählen und zu guter letzt kann auch noch eine Spezialfertigkeit wie etwa eine Smartbomb zugewiesen werden. Unter den anderen genannten Optionen ist für alle, die sich nicht den Daumen verrenken wollen, Rapid Fire natürlich empfehlenswert. Die Schwierigkeitsauswahl ist zwar nett gemeint, aber selbst im leichtesten Modus noch jenseits von Gut und Böse. Wer gerne schon im ersten Level verrecken möchte, hämmert im Optionsbildschirm schnell A und schaltet so den Schwierigkeitsgrad "Arcade" frei.
So, nachdem die erfreulich weitreichenden Optionsformalitäten erledigt sind, startet nun also das Spiel. Gradius ist ein sogenannter Horizontalshooter, was bedeutet, dass unser ballernder Flieger von links nach rechts fliegt. Was sofort auffällt, sind die einprägsamen Gradius-Gegnerformationen, die man zum Beispiel auch in Parodius immer wieder sieht. Zerstört man alle Gegner einer Formation oder einer auffällig anderen Farbe, so hinterlassen diese in der Regel ein Power-Up. Durch diese rückt die Auswahl in der Gradius-typischen Power-Up-Leiste am Boden des Bildschirms um einen Punkt vor, auf Knopfdruck lässt sich dann das entsprechend markierte Powerup jederzeit aktivieren. Allerdings wird die Auswahl dabei wieder auf Null gesetzt und wer die wirklich starken Upgrades erhalten möchte, muss sich etwas in Geduld üben. Eine automatische Aktivierung dieser lässt sich ebenfalls einstellen, ist aber taktisch gesehen eher selten ein Vorteil.
Neben dem durchdachten Upgrade-System sind außerdem die insgesamt 10 Levels recht abwechslungsreich. Während euch in einem noch zerstreuende Seifenblasen das Leben schwer machen, greifen euch unbesiegbare Pflanzenranken in anderen an, ihr fliegt im Höchsttempo durch eine Raumstation oder schießt euch durch die brennenden Röhren eines Vulkans. Die Levels erfordern teilweise extreme Konzentration vom Spieler, um sich im Wirrwarr der Umgebung, Gegner und Schüsse zurechtzufinden. Aber das ist nicht unbedingt als Negativpunkt zu verstehen. Denn ohne einige Herausforderung wären Shooter schließlich einfach nur langweilig. Die Endgegner wissen ebenfalls zu überzeugen und überraschen durch ihre bildschirmfüllenden Erscheinungsformen und jeweils einzigartigen Angriffsmuster. Diese sollte man auch besser schnell erkennen. Denn ein einziger Treffer führt bei Gradius III zum Tod.
Dies ist auch eines der problematischen Dinge vom Spiel, denn wenn euer Flieger das Zeitliche segnet so werdet ihr zwar an einen relativ fairen Rücksetzpunkt wiederbelebt, aber sämtliche mühevoll ergatterte Powerups gehen verloren. Besonders in den späteren Levels ist dies so fatal, dass man das Spiel im Prinzip neu starten kann. Denn von diesen Schlag wird sich der Flieger selbst mit dem härtesten Durchbeißen sehr unwahrscheinlich wieder erholen. Die Leben schwinden plötzlich schneller dahin als man vergebungslos um Gnade flehen kann. Die Entwickler hätten etwas Gutes damit getan, das einmalige Ableben in Gradius etwas weniger Bestrafend zu gestalten. Man kennt dieses Problem eventuell zwar bereits aus der beliebten Gradius Verulkung Parodius, aber das Spiel ist nicht annähernd so fies wie Gradius III nach seiner absoluten Null-Setzung aller Upgrades.
Knallharte Shooterkost für die absoluten Könner also. Ich habe euch gewarnt. Aber wer sich die Zeit nimmt, sich in Gradius III hineinzuarbeiten wird mit einem exzellenten Shoot'Em'Up mit massig Umfang belohnt. Fleissige Kundschafter können ausserdem über 5 Bonuslevel entdecken, die sie mit reichlich Punkten entlohnen. Und glaubt mir, jedes Mal, wenn man weiter kommt, den alten Score knackt oder gar die Credits zu Gesicht bekommt überkommen einen die Glücksgefühle. Technisch bringt der Titel unglaublich viel Bewegung auf den Bildschirm, wenn auch weitestgehend ohne atemberaubende Effekte gearbeitet wird ist der Titel recht imposant zur Schau gestellt. Leider geht die Framerate von Gradius dabei auch gerne mal in die Knie. Zum Glück reden wir hier nicht von so schlimmen Einbrüchen wie zum Beispiel im Thunder Force Ableger Thunder Spirits, aber man kann schon sagen, dass es schwer fallen dürfte, sie nicht zu bemerken. Ebenfalls bemerkt man in extrem seltenen Fällen sogar kleine Grafikfehler bei zu viel Bildschirmgewusel. Insgesamt kann ich also sagen, dass Gradius III insgesamt eine eindrucksvolle Grafik bietet, den Super Nintendo aber ab und zu an seine Grenzen treibt.
Da es einen großen Arcade Bruder besitzt, komme ich wohl zweifelsohne nicht drum herum, dass Spiel mit ihm zu vergleichen. Und überraschenderweise kommt der Port für den SNES erstaunlich gut davon. So wurde der zuvor fast schon unfaire Schwierigkeitsgrad zumindest auf ein sehr schweres Level leicht heruntergeschraubt und man mag es kaum glauben, das Original leidet sogar unter noch schlimmeren technischen Schwierigkeiten als die Super Nintendo Version. Zudem wurden die Gradius-untypischen Pseudo-3D-Levels durch insgesamt weitaus bessere neue 2D-Anspielpunkte ersetzt. Man kann also letztendlich von einem Port sprechen, der das Original sogar überflügelt. Sogar die Grafik ist extrem Nahe am Arcade Vorbild. Die Musik des Titels ist nebenbei absolute Oberklasse und dermaßen mitreißend und ohrwurmtauglich, dass sich einige Melodien auf längere Zeit in die Gehörgänge brennen.
Fazit:
Gradius III gilt nicht umsonst bei vielen 16-Bit-Shooterfans als eine der absoluten Koryphäen seines Genres. Neben unglaublich großen Umfang und harter aber fairer Action schlägt noch viel mehr Liebe zum Oldschoolgaming im Herz dieses Titels. Natürlich, es hat seine kleinen Makel. Das Upgradesystem verzeiht keine Fehler und die technische Seite ist nicht komplett ausbalanciert. Trotzdem. Wenn ihr einen der besten Konsolenshooter seiner Ära sucht, sucht nicht mehr weiter. Dieses Spiel ist ein Klassiker und bekommt nur aufgrund seiner schweren Zugänglichkeit ein "Sehr gut von mir. Eigentlich hat es durchaus den Titel "SNES-Klassiker" innerhalb seines Genres verdient. Frustresistente Shoot'Em'Up Fans können sich anstelle der Wertung also gerne eine etwas höhere Punktzahl denken, denn der Wiederspielwert ist aufgrund der vielen Schwierigkeitsgrade und möglichen Fertigkeitsvariationen immens.
Grafik 8
Sound 9
Spielspaß 8
Die Story reiht sich direkt an die Vorgänger an, die dunklen Mächte des Alls haben erneut ein böses Etwas entsandt, den frisch geborenen Gott der Dunkelheit Bakuterian. Mit seinen Truppen und dunklen Kräften wurden bereits große Teile des Alls zerstört und die Gradius Force wird ein weiteres mal entsannt um den Frieden wiederherzustellen. Ziemlich zweckmäßig, uninteressant und Standard, wenn ihr mich fragt. Aber was solls, im Shoot'em up Genre kam es noch nie so sehr auf die Geschichte an. Hauptsache es gibt einen Grund etwas zu zerstören. Der wäre also abgehakt.
Doch zu Anfang des Spiels darf erstmal Schwierigkeitsstufe, Rapid Fire und eine Schiffsvariation aktiviert werden. Letzteres ist wohl das Interessanteste am Spiel. Denn neben einigen vorgefertigten Klassen, lässt sich die Bewaffnung des Raumgleiters auch komplett frei auswählen. Insgesamt 256 Fertigkeitenkombinationen laden also zum Ausprobieren und Meistern ein. Wobei die Kombinationen natürlich nicht alle sinnvoll sind. Auf jeden Fall ist es möglich zwei verschiedene Schüsse mit einer von jeweils vier möglichen Bewaffnungen oder Schussmustern auszustatten, den sogenannten "Options" (unterstützende Begleitschiffe) kann man ein Flugmuster zuzuweisen, es lässt sich aus verschiedenen Schilden auswählen und zu guter letzt kann auch noch eine Spezialfertigkeit wie etwa eine Smartbomb zugewiesen werden. Unter den anderen genannten Optionen ist für alle, die sich nicht den Daumen verrenken wollen, Rapid Fire natürlich empfehlenswert. Die Schwierigkeitsauswahl ist zwar nett gemeint, aber selbst im leichtesten Modus noch jenseits von Gut und Böse. Wer gerne schon im ersten Level verrecken möchte, hämmert im Optionsbildschirm schnell A und schaltet so den Schwierigkeitsgrad "Arcade" frei.
So, nachdem die erfreulich weitreichenden Optionsformalitäten erledigt sind, startet nun also das Spiel. Gradius ist ein sogenannter Horizontalshooter, was bedeutet, dass unser ballernder Flieger von links nach rechts fliegt. Was sofort auffällt, sind die einprägsamen Gradius-Gegnerformationen, die man zum Beispiel auch in Parodius immer wieder sieht. Zerstört man alle Gegner einer Formation oder einer auffällig anderen Farbe, so hinterlassen diese in der Regel ein Power-Up. Durch diese rückt die Auswahl in der Gradius-typischen Power-Up-Leiste am Boden des Bildschirms um einen Punkt vor, auf Knopfdruck lässt sich dann das entsprechend markierte Powerup jederzeit aktivieren. Allerdings wird die Auswahl dabei wieder auf Null gesetzt und wer die wirklich starken Upgrades erhalten möchte, muss sich etwas in Geduld üben. Eine automatische Aktivierung dieser lässt sich ebenfalls einstellen, ist aber taktisch gesehen eher selten ein Vorteil.
Neben dem durchdachten Upgrade-System sind außerdem die insgesamt 10 Levels recht abwechslungsreich. Während euch in einem noch zerstreuende Seifenblasen das Leben schwer machen, greifen euch unbesiegbare Pflanzenranken in anderen an, ihr fliegt im Höchsttempo durch eine Raumstation oder schießt euch durch die brennenden Röhren eines Vulkans. Die Levels erfordern teilweise extreme Konzentration vom Spieler, um sich im Wirrwarr der Umgebung, Gegner und Schüsse zurechtzufinden. Aber das ist nicht unbedingt als Negativpunkt zu verstehen. Denn ohne einige Herausforderung wären Shooter schließlich einfach nur langweilig. Die Endgegner wissen ebenfalls zu überzeugen und überraschen durch ihre bildschirmfüllenden Erscheinungsformen und jeweils einzigartigen Angriffsmuster. Diese sollte man auch besser schnell erkennen. Denn ein einziger Treffer führt bei Gradius III zum Tod.
Dies ist auch eines der problematischen Dinge vom Spiel, denn wenn euer Flieger das Zeitliche segnet so werdet ihr zwar an einen relativ fairen Rücksetzpunkt wiederbelebt, aber sämtliche mühevoll ergatterte Powerups gehen verloren. Besonders in den späteren Levels ist dies so fatal, dass man das Spiel im Prinzip neu starten kann. Denn von diesen Schlag wird sich der Flieger selbst mit dem härtesten Durchbeißen sehr unwahrscheinlich wieder erholen. Die Leben schwinden plötzlich schneller dahin als man vergebungslos um Gnade flehen kann. Die Entwickler hätten etwas Gutes damit getan, das einmalige Ableben in Gradius etwas weniger Bestrafend zu gestalten. Man kennt dieses Problem eventuell zwar bereits aus der beliebten Gradius Verulkung Parodius, aber das Spiel ist nicht annähernd so fies wie Gradius III nach seiner absoluten Null-Setzung aller Upgrades.
Knallharte Shooterkost für die absoluten Könner also. Ich habe euch gewarnt. Aber wer sich die Zeit nimmt, sich in Gradius III hineinzuarbeiten wird mit einem exzellenten Shoot'Em'Up mit massig Umfang belohnt. Fleissige Kundschafter können ausserdem über 5 Bonuslevel entdecken, die sie mit reichlich Punkten entlohnen. Und glaubt mir, jedes Mal, wenn man weiter kommt, den alten Score knackt oder gar die Credits zu Gesicht bekommt überkommen einen die Glücksgefühle. Technisch bringt der Titel unglaublich viel Bewegung auf den Bildschirm, wenn auch weitestgehend ohne atemberaubende Effekte gearbeitet wird ist der Titel recht imposant zur Schau gestellt. Leider geht die Framerate von Gradius dabei auch gerne mal in die Knie. Zum Glück reden wir hier nicht von so schlimmen Einbrüchen wie zum Beispiel im Thunder Force Ableger Thunder Spirits, aber man kann schon sagen, dass es schwer fallen dürfte, sie nicht zu bemerken. Ebenfalls bemerkt man in extrem seltenen Fällen sogar kleine Grafikfehler bei zu viel Bildschirmgewusel. Insgesamt kann ich also sagen, dass Gradius III insgesamt eine eindrucksvolle Grafik bietet, den Super Nintendo aber ab und zu an seine Grenzen treibt.
Da es einen großen Arcade Bruder besitzt, komme ich wohl zweifelsohne nicht drum herum, dass Spiel mit ihm zu vergleichen. Und überraschenderweise kommt der Port für den SNES erstaunlich gut davon. So wurde der zuvor fast schon unfaire Schwierigkeitsgrad zumindest auf ein sehr schweres Level leicht heruntergeschraubt und man mag es kaum glauben, das Original leidet sogar unter noch schlimmeren technischen Schwierigkeiten als die Super Nintendo Version. Zudem wurden die Gradius-untypischen Pseudo-3D-Levels durch insgesamt weitaus bessere neue 2D-Anspielpunkte ersetzt. Man kann also letztendlich von einem Port sprechen, der das Original sogar überflügelt. Sogar die Grafik ist extrem Nahe am Arcade Vorbild. Die Musik des Titels ist nebenbei absolute Oberklasse und dermaßen mitreißend und ohrwurmtauglich, dass sich einige Melodien auf längere Zeit in die Gehörgänge brennen.
Fazit:
Gradius III gilt nicht umsonst bei vielen 16-Bit-Shooterfans als eine der absoluten Koryphäen seines Genres. Neben unglaublich großen Umfang und harter aber fairer Action schlägt noch viel mehr Liebe zum Oldschoolgaming im Herz dieses Titels. Natürlich, es hat seine kleinen Makel. Das Upgradesystem verzeiht keine Fehler und die technische Seite ist nicht komplett ausbalanciert. Trotzdem. Wenn ihr einen der besten Konsolenshooter seiner Ära sucht, sucht nicht mehr weiter. Dieses Spiel ist ein Klassiker und bekommt nur aufgrund seiner schweren Zugänglichkeit ein "Sehr gut von mir. Eigentlich hat es durchaus den Titel "SNES-Klassiker" innerhalb seines Genres verdient. Frustresistente Shoot'Em'Up Fans können sich anstelle der Wertung also gerne eine etwas höhere Punktzahl denken, denn der Wiederspielwert ist aufgrund der vielen Schwierigkeitsgrade und möglichen Fertigkeitsvariationen immens.
Grafik 8
Sound 9
Spielspaß 8