Re: Secret of Evermore
Verfasst: 14. August 2013, 10:45
Ich weiß/wusste nicht, dass da eine finanzielle Schieflage hinterhing, aber für mich hat das Spiel in der Mitte einen Zenit, und nicht unbedingt einen Klimax am Ende (wie es, schätze ich, bei RPGs/Videospielen sein sollte). Speziell ab dem Zeitpunkt, an dem man die Diamantenaugen suchen muss, hat dieses Spiel eine herrlich mitreißende Stimmung, die SoM niemals angesteuert hat (und demnach nie erreichen konnte). Allein deshalb will ich das Spiel nicht missen.Perikles hat geschrieben:Secret of Evermore war für eine Weile mein Lieblingsspiel auf dem SNES, heute sehe ich das durchaus anders. Eigentlich hat Moi-Même schon recht: objektiv ist Secret of Evermore fehlerbelastet, gerade gegen Ende hin wird sowohl beim Spiel als auch beim Spieleberater deutlich, dass Zeit und Geld ausgingen (Charaktermodelle für Gegner wiederholen sich ständig, die letzte Welt ist sehr kurz, die Zaubersprüche werden nur so ausgehändigt).
Und, ach ja, der OST ist auch derbe grandios. Irgendwelche Zustimmung? Anyone?
Leider empfinde ich gerade den Einstieg in das Spiel echt langweilig. Aus meinen Kindheitserinnerungen weiß ich noch, dass ich für den ersten Endgegner wie doof vorher aufleveln musste (ich schätze, das ist jetzt nicht mehr nötig...), und insgesamt fand ich die gesamte Steinzeit wenig anheimelnd und schlicht öde.
Ebenso die Space-Station war ätzend, das Kämpfen auf den Gängen, diese bescheuerten rotierenden Medallions, alles langweilig. Ich glaube, ich habe SoE aus diesem Grund niemals durchgespielt, weil es mich ab da nicht mehr im Entferntesten gereizt hat. Außerdem machen die Gegner, meine ich, da auch kräftemäßig einen ziemlichen Sprung. Irgendwann war ich da mal ziemlich an die Wand geprügelt worden.
Meiner Meinung nach macht das Kampfsystem von SoM/SoE mehr Spaß als von SD3, aber ich denke, alles in allem kann ich das unterschreiben.Perikles hat geschrieben:Ich muss allerdings sagen, dass ich das bei Secret of Mana sogar in noch größerem Maße empfinde (da scheint die Wiederholung im System zu stecken), SoE entsprechend für ein besseres Spiel halte, solange man alleine spielt. Seiken Densetsu 3 steckt beide Spiele ohne viel Federlesens in die Tasche.
Auch das kann ich bestätigen, wenn ich auch trotzdem sage, dass das Kampfsystem von SoM/SoE mehr Spaß macht. Es ist flott und actionreich. Erst jetzt im hohen Alter fällt mir auf, dass das eigentlich ein ziemlich unausgewogenes System ist, wo viele der gebotenen Möglichkeiten eh nie genutzt werden (Stichwort: Magie des Mädchens)...Perikles hat geschrieben:Das größte sachliche Problem sowohl an SoE als auch an SoM ist einfach, dass Zauber/Alchemie viel zu stark und die Waffen viel zu schwach sind. Warum eine halbe Minute eine Waffen drei Stufen aufladen, die eine niedrige Trefferwahrscheinlichkeit hat, wenn ich in derselben Zeit zehnmal eine Höllenfaust losschicken kann, von denen jede so stark ist wie der Angriff? Das hätte eigentlich auch den Programmierern auffallen müssen.
Und darüber hinaus wird Heinz Erhardt in der deutschen Version zitiert. Nehmt das, ewige Moyse-Kritiker!Perikles hat geschrieben:Für mich hat SoE hohen nostalgischen Wert, eine gute Atmosphäre und pfiffige selbstironische Dialoge. Ein wirklich gutes Spiel ist es wohl nicht, muss es auch nicht sein. Ähnlich wie die ganzen B-Filme und davon abgeleiteten Klischees, die fortwährend auf die Schippe genommen werden, ist auch SoE ein solides B-Spiel - es steckt kein übermäßiges Budget oder Genie dahinter, allerdings viel Charme.
*hach/inNostalgischenGefühlenSchwelg*