Super Time Force Ultra (PS4)
Mit dem PS-Plus Angebot im September kam der Indie Schooter im Retro Look, auf den ersten Blick nett anzusehen, auf den zweiten Blick einfach genial und super spaßig. Ich konnte den Controller kaum zur Seite legen bis ich das Spiel dann durch und danach auch noch den Hardcore Modus abgeschlossen hatte. Jetzt könnte ich alle Level nochmal perfekt schaffen, alle Sammelgegenstände und Trophäen jagen, was ich wahrscheinlich auch noch versuchen werde.
Nun zum Spiel selbst: man schießt sich durch schön pixelige, horizontale oder vertikale 2D Level und sobald der eigene Charakter ins Gras beißt, kann man die Zeit zurückspulen um dann mit der gleichen oder auch einer anderen Figur weiterzuspielen. Der Witz dabei ist, dass man bei einem beliebigen Zeitpunkt wieder einsteigen kann und das vorher erspielte nicht verloren geht, man spielt dann quasi im Koop mit sich selbst. Wenn man dann sogar noch das vorherige eigene Ableben verhindert, z.B. in dem man den Gegner schneller erledigt, bekommt man die Fähigkeit des Geretteten und einen Trefferpunkt mehr als Bonus dazu. Wenn das Level dann abgeschlossen ist, wird nochmal ein Replay mit allen Charakteren gleichzeitig gezeigt, in der man alles gespielte nochmal gleichzeitig sieht.
Es gibt Mini-Bosse, viele Geheimnisse und zusätzliche freischaltbare Charaktere zu entdecken, die meist lose auf Action-Ikonen aus Filmklassikern basieren (Dolphin Lundgren, Melanie Gibson, ein Rambo Verschnitt u.v.m.). Die Level und Endgegner sind sehr kreativ gestaltet und die Story ist herrlich abgedreht. Es gibt häufige Anspielungen auf Filmklassiker und Spiele. Ich hoffe es kommt noch eine Fortsetzung oder eine Erweiterung, egal was, ich möchte mehr davon spielen.
James Bond 007: GoldenEye (N64)
Ein Treffen mit alten Freunden und einer Runde Goldeneye auf dem N64 hat doch etwas magisches. Nach kurzer Eingewöhnung an den alten Controller (habe einige Male den zweiten Analogstick gesucht

) ging es wieder sehr gut von der Hand. Auf der Memory Karte meines Controllers fand sich sogar noch der alte Spielstand, mit den freigeschalteten Mehrspieler-Karten und Cheats. Die Grafik ist zwar schlecht gealtert, aber sah doch noch ganz ok aus, hätte ich nicht gedacht. Nicht lange und man beschuldigt sich gegenseitig wieder auf den jeweils anderen Bildabschnitt zu schauen oder unfair zu spielen und beleidigt sich, wie es nur unter guten Freunden geht. Dass man ohne eine Waffe startet ist mir jetzt erst so richtig aufgefallen und ist teilweise recht gemein, wenn die Gegner sich schon in der Nähe des eigenen Startpunkts aufhalten. Mit dem James Bond Handkantenschlag konnte ich jedenfalls keinen Blumentopf gewinnen, aber es war ein lustig-hektisches Gewusel. Auf jeden Fall wird das beim nächsten Treffen wiederholt.
Fire Emblem Awakening (3DS)
Endlich konnte ich mal das aktuellste Fire Emblem auf dem 3DS anspielen und es hat mir auf Anhieb sehr gut gefallen. Es gibt sinnvolle Neuerungen, wie das Gruppieren von Einheiten und Bonuswerte durch nahestehende Verbündete. Die Zwischensequenzen sind sehr sehenswert und die Story fängt schonmal spannend an. Momentan werden noch neue Funktionen nach jeder Mission freigeschaltet, so dass ich das ganze Spielerlebnis noch nicht erfassen konnte. Ich werde definitiv weiter spielen und bin schon auf die Funktion Nachwuchs von zwei Charakteren zu produzieren und dann ins Schlachtfeld zu führen gespannt. Seit meinem ersten Fire Emblem auf dem GBA hat sich also schon viel getan und im nächsten Jahr erscheint auch schon wieder eine Fortsetzung. Vielleicht schafft es die Marke jetzt etwas mehr in den Vordergrund zu treten und bekommt dann auch mal einen richtigen Mehrspieler-Modus spendiert.
Star Wars Battlefront (Beta, PS4)
Die lang erwartete Fortsetzung des Schlachten-Shooters war letzte Woche kostenlos und ohne Anmeldung in der Beta Version spielbar und kommt vom Battlefield Experten Dice. Es waren drei verschiedene Karten und Spielmodi spielbar, alle liefen schon sehr flüssig und sehen richtig gut aus. Man merkt dem Spiel die Battlefield-Erfahrung von Dice schon an, aber trotzdem spielt es sich noch wie ein Battlefront. Es ist etwas simpler gehalten und man hat keine Wartezeiten beim Wiedereinstieg. Es gibt verschiedene Waffen / Extras die durch Levelanstieg und Erfahrungspunkte freigeschaltet werden können. Bis jetzt können keine verschiedenen Klassen ausgewählt werden, man kann jeweils die Ausrüstung auf der Seite der Rebellen oder des Imperiums anpassen und seinem Spielstil angleichen. Es können verschiedene Blaster, Thermaldetonatoren oder Schilde freigeschaltet werden. Besonders cool finde ich das Jump-Pack, mit dem man sich auf Anhöhen befördern, schnell ins Kampfgetümmel oder im Notfall davon weg bewegen kann.
Der Survival Modus für bis zu zwei Spieler (Singleplayer / offline Splitscreen Koop) ist auf Tatooine angesiedelt. Hier müssen mehrere Gegnerwellen besiegt und Rettungskapseln beschützt werden. Grafisch ist Tatooine eher die schwächste Karte und auch spielerisch hat es mich nicht unbedingt vom Hocker gehauen. Ich hoffe hier wird noch nachgebessert, zu zweit könnte es dann bestimmt Spaß machen, alleine eher weniger.
Im Spielmodus „Abwurfzone“ spielen zwei Teams gegeneinander, in der Beta konnte hier auf dem Vulkanplaneten Sullust gespielt werden, der mir grafisch am besten gefallen hat. Die Oberfläche sieht realistisch nach Vulkangestein aus, es gibt blubbernde Krater und über dem Schlachtfeld sieht man Sternenzerstörer und Rebellenkreuzer im Gefecht, wirklich schön anzusehen! Es werden immer neue Rettungskapseln abgeworfen, die dann schnell erreicht, erobert und gehalten werden müssen. Dieser Modus hat mir eigentlich am besten gefallen, da er etwas dynamischer ist und schnelle Action bietet.
Der dritte spielbare Modus „Walker Assault“ spielt auf Hoth, hier müssen die Rebellen die bekannte Basis halten und die ATATs zerstören und das Imperium muss dieses verhindern und versuchen die Basis zu zerstören, was auch meistens gelang. Die Karte sieht gut aus, könnte direkt aus dem Film stammen und auch über dem Schlachtfeld ist viel los, da hier auch Tie-Fighter und A-Wings gesteuert werden können. Den Snowspeeder konnte ich nicht finden, aber es kann sein, dass der auch steuerbar ist. Auf Seiten des Imperiums kann man auch einen ATST steuern, der ATAT läuft von alleine Richtung Basis und kann nur beschützt oder angegriffen werden. Was mich dabei gestört hat ist, dass man die Fahrzeuge / Raumschiffe nicht einfach auf der Karte sieht und einsteigen kann, man muss eine Art Extra einsammeln und dann fliegt / stapft man auf einmal los. Das wirkt ein bisschen seltsam, das ging in den alten Teilen oder bei Battlefield doch schon besser. Zusätzlich kann man hin und wieder in die Haut von Luke Skywalker oder Darth Vader schlüpfen, die dann bis zum Aufbrauchen der Energie ordentlich austeilen können und danach wieder verschwinden. Insgesamt fand ich diesen Modus schon ganz gut, aber er muss auf jeden Fall noch besser ausbalanciert werden.
Abschließend würde ich sagen, dass das neue Battlefront auf jeden Fall ein sehr gutes Spiel wird, welches nicht nur Battlefield Veteranen sondern auch Fans der alten Teile gefallen wird. Am Balancing muss hier und da noch gearbeitet werden, auch die Langzeitmotivation und Abwechslung könnte noch besser sein. Das könnte durch die insgesamt 9 Spielmodi / weitere Karten in der fertigen Version und hoffentlich durch zusätzliche spielbare Klassen aber behoben werden. Grafisch ist das Spiel wirklich genial, eine echte Augenweide. Technisch lief die Beta auch sehr rund, ich hatte kaum Lags und nie einen Verbindungsabbruch. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich es mir direkt am Erscheinungsdatum kaufen werden, wahrscheinlich werde ich etwas warten bis es günstiger wird oder das erste gute Angebot kommt.
The Witcher 3: Wild Hunt (PS4)
Nach langer Zeit habe ich mich mal wieder an ein „großes“ Rollenspiel gesetzt, das letzte davor war glaube ich Skyrim, also schon ein bisschen her. Die Vorgänger der Witcher Reihe habe ich nicht gespielt, deshalb wurde ich mit dem dritten Teil erstmal in eine komplett neue Welt geworfen. Ich habe das Spiel noch nichtmal bis zur Hälfte geschafft, daher kann ich nur soweit berichten wie es geht. Die Charaktererstellung fällt beim Witcher natürlich flach, man ist nunmal Gerald der Hexer und bestreitet die meiste Zeit auch nur als dieser das Spiel. Zeitweise schlüpft man auch in die Rolle von Ciri, einer Hexerin und Ziehtochter von Gerald, aber das war bis jetzt nur in Rückblenden der Fall und hat diese zumindest gut aufgelockert. Durch das Aufleveln kann man seine Fähigkeiten dann nach Belieben und an den eigenen Spielstil angepasst verteilen, das funktioniert ganz gut. Das Tränke brauen und Gegenstände werkeln ist auch eine nette Funktion, die ich aber noch nicht so richtig durchdrungen und bis jetzt eher selten eingesetzt habe.
Das Kampfsystem und die Spielmechanik gefallen mir gut, die Kämpfe machen Spaß und auch die Jagd nach neuer Ausrüstung ist motivierend. Die Menüführung ist allerdings etwas hakelig und geht nicht so gut von der Hand, wie bei einigen anderen Vertretern des Genres. Auf der PS4 sind die Ladezeiten auch nicht gerade kurz und haben mich oft genervt. Schnellreisen sind nicht von überall aus möglich, nur von Wegweisern aus, die aber reichlich auf der Karte verteilt sind. Die Steuerung selbst und das Verhalten des Pferds hätten vielleicht noch etwas Feintuning vertragen können, manchmal renne ich erfolglos um einen Gegenstand oder eine Truhe herum und das Pferd läuft an die unmöglichsten Stellen.
Die große Stärke vom Witcher sind die Story und die unterhaltsamen Nebenquests, es wird alles sehr gut erzählt und die Sprachausgabe ist stimmig. Es gab schon einige Geschichten die mich überrascht haben und teilweise echt heftig sind, das Spiel ist nicht umsonst FSK18. Das hat mich dann auch zum Weiterspielen motiviert, weil es mich wirklich interessiert wie es weiter geht und viele der Entscheidungen haben später eine ungeahnte Konsequenz. Die Hauptstory gleitet für meinen Geschmack allerdings manchmal zu oft in Nebenquests ab, die man dann erledigen muss um weiter zu kommen. Ansonsten gibt es sehr viele optionale Geschichten, die man erleben kann und die auch sehr gut erzählt sind. Ich werde dran bleiben und das Spiel durchspielen, wenn nicht vorher Fallout 4 erscheint.
