Re: Actraiser 2
Verfasst: 24. Februar 2015, 14:36
Actraiser, eines der schwersten Spiele meiner Kindheit 
Ich erkenne die Stoßrichtung, finde den Vergleich allerdings etwas irreführend: während Hagane darum konzipiert ist, dass der Spieler nach einer Eingewöhnungszeit in halsbrecherischer Geschwindigkeit durch Gänge hetzt, Schächte erklimmt und en passant Widersacher zersäbelt, liegt der Dreh- und Angelpunkt in ActRaiser 2 im Beherrschen des eher minimalistischen Bewegungsarsenals. Gerade das schnörkellose Ausführen der beiden essentiellen Attacken, die Unverwundbarkeitsframes gewähren (der Sprung mit heruntergelassener Kniescheibe sowie der majestätische Sturzflug) in unterschiedlichsten, subtil angepassten Levelstrukturen bringt die Schönheit ActRaisers 2 zur Geltung. Darin ist es den klassischen Castlevania-Teilen sehr ähnlich: es geht darum, mit den begrenzten Mitteln (was hier nicht einmal zutreffend ist) souverän und stilsicher umzugehen. Man mag das als steif abtun, für mich ist das Spiel allerdings systematisch darum aufgebaut. Sobald man den Hang dazu findet, möglichst schnell in den Doppelsprung und von dort in den Sturzflug überzugehen, entsteht meines Erachtens ein nahezu ungebrochener Spielfluss.Bis zum Schluss vermisste ich das Gefühl, die vollständige Kontrolle über meinen Protagonisten zu besitzen. Bei Hagane klappt das bspw. wesentlich besser: Das Spiel wirkt anfangs ebenfalls recht klobig und komplex, aber gegen Ende tanzt man einer Choreographie gleich durch die Stages. Bei AR2 hingegen kämpfte ich bis zum finalen Akt (und vor allem im Tower of Souls) gegen die Steuerung.
Es ist eigentlich immer möglich, rechtzeitig einen kurzen Sprung samt Kniefall anzuwenden, um mit der Unverwundbarkeit durch die Blitze zu kommen. Kann u.U. äußerst heikel sein, ist aber machbar. Außerdem lassen sich die Projektile mit dem Schild abblocken.- Die Geister mit dem blauen Schuss sind für mich einfach nur unfair. Sie reinkanieren aus dem Nichts, schießen wie von der Tarantel gestochen auf einen los und feuern dabei hochgradig schädliche Flammen. Meine Güte, habe ich wegen den Federn gelassen.
Es gibt ein paar Wege nach Rom, der von Dir skizzierte ist allerdings mit Abstand der komplikationsloseste.Ich habe mich in das Brackwasser sinken lassen, um so zu einer Geheimtür zu gelangen. Gibt es einen "fairen" Weg, um zum Mittelboss zu kommen? Den Sprung über die letalen Stacheln konnte ich nicht bewerkstelligen...
Der Phoenix-Zauberspruch (Magieanwendung beim Sturzflug) ist der mit Abstand stärkste im ganzen Spiel, der richtet drei volle Punkte an Schaden an (es ist technisch sogar möglich, manche (Mini-)Bosse zweimal während eines Manövers zu treffen und somit stolze sechs HP-Kugeln abzuziehen, das bleibt allerdings den veritablen Experten vorbehalten), räuchert bei richtiger Anwendung folglich Bosse in kürzester Zeit aus. Der Energieball aus der Luft hat auch seinen Nutzen.- Die vielen Zaubersprüche sind zwar nett, aber irgendwie irrelevant. Ich bin ausschließlich mit den orangenen Energiebällen ausgekommen.
Pff, Passwörter. In einem Rutsch ohne Continue durchspielen lautet die Devise.- Außerdem sieht bei der Passworteingabe das Y aus wie ein VWas habe ich geflucht. Für alle, die das Spiel noch spielen möchten: Um an das Passwort zu gelangen, müsst ihr auf der Oberweltkarte den A-Knopf drücken.