Re: UN Squadron (Area 88)
Verfasst: 3. März 2013, 01:23
Bin gerade wieder dieses schöne Spiel durchgegangen und hätte beinahe einen Lauf mit einem Continue gehabt, der verdammte Boss im Canyon machte mir den Strich durch die Rechnung (beim zweiten Continue klappte es dann beim zweiten Versuch). Doch eines nach dem anderen:
- Um mal mit einer humorvolleren Note anzufangen: wie funktioniert eigentlich Kriegsführung in der Welt von U.N. Squadron? Wenn ich die Fetzen des Hintergrundes, die das Spiel mir liefert, richtig interpretiere, dann ist die titelgebende U.N. Squadron eine Söldnertruppe, die sich dem Dienst der guten Mächte (was auch immer diese moralisch überlegen macht) verschrieben hat. Das ist zunächst einmal insoweit komisch, als es Söldner sind; sollte da ethische Überlegenheit nicht eine subalterne Rolle spielen? Was mich aber wirklich stutzig macht, ist der Umstand, in dem Spiel bezahlen zu müssen: man sollte meinen, dass diese Söldner dringend benötigt werden, ergo sollte man ihnen das ganze Arsenal zur Verfügung stellen, um sicherzustellen, dass der Krieg einen günstigen Ausgang nimmt. Vielleicht bin es nur ich, der es kontraproduktiv findet, von seinen besten Soldaten Geld einzutreiben; es scheint mir nicht die beste Motivation für einen Söldner, der fürderhin des lieben Geldes wegen erst zu kämpfen anfängt.
- Das bringt uns zu dem einzigartigen Mechanismus in U.N. Squadron: Flugzeuge wollen gekauft, ja sogar die Bewaffnung will erworben werben. Das ist gleichzeitig die größte Stärke wie die Achillesferse des Spiels. Für die letzten beiden Levels will eigentlich jeder die teure "Efreet", die 1-Millionen-Dollar-Investition, wobei die vollständige Bewaffnung auch noch mit über 100.000 Dollar zu Buche schlägt. Der einzige Weg, neben den regulären Levels die vielen Kröten aufzutreiben, stellt das Zerstören immer wiederkehrender Konvois dar. Nur bringen die magere 20.600 Dollar. Ich habe mir für diesen Lauf lediglich den zweiten (250.000 Dollar teuren) Flieger (Tiger Shark) gekauft sowie die nötige Bewaffnung und musste immer noch eine ganze Weise die Konvois überfallen. Das System hätte beibehalten werden sollen, aber die Preise gesenkt, meines Erachtens. Es sollte nicht nötig sein, 7th-Saga-Aufleveln in einem Shooter zu betreiben, nur um an das beste Gefährt zu kommen.
- Vergleichbar mit Super SWIV und Sonic Wings ist U.N. Squadron eines der wenigen Shoot 'em ups auf der Konsole, die einen mehr realistischen Anstrich haben. Tatsächlich wird das in diesem Spiel konsequent durchgehalten und selbst der letzte Endgegner ist nicht ein gewaltiges Alien oder dergleichen. Ich erwähne das deswegen, weil es für die Programmierer eine gewisse Hürde darstellt: ein Shooter ist für gewöhnlich viel interessanter mit sonderlichen Außerirdischen, malerischen Weltraumpanoramen und futuristischer Bewaffnung, da verdient es viel Lob, ein annähernd reelles Spiel so gelungen hinzubekommen.
- U.N. Squadron ist eine harte Nuss, meines Erachtens in der elitären Riege der fünf schwersten SNES-Shooter (von denen, die ich spielte, versteht sich). Der Trick zu diesem Spiel ist nach meinem Dafürhalten, die genaue Position auf dem Bildschirm gegen die Bosse zu kennen und nach dem Kauf des zweiten Fliegers bis zur Efreet eisern zu sparen. Allgemeine Levelkenntnisse sind freilich auch ein Muss. Danach ist es immer noch nicht ganz einfach, jedoch gut zu bewältigen, mit Ausnahme vom...
- ... oben erwähnten Boss in der Höhle. Dafür allein gebe ich dem Spiel einen Punkt Abzug. Das Ding ist unfair, sonst nichts. Was genau soll man denn machen, wenn zu viele Flammenwerfer von hinten kommen? Klar, ich kann Napalm, Phoenix und Cluster verbraten, anfangs auch den Mega Crush, aber wann soll ich denn mal dem Boss Schaden zufügen? Hier braucht es eine Menge Glück (manchmal taucht der Schutzschild nicht einmal auf), insbesondere beim Erscheinen des ganzen Gerümpels auf dem Förderband, mal sind es mehr, mal sind es weniger Gegner. Der letzte Endgegner ist einschüchternd, indessen kann der Spieler hier aktiv eingreifen und seine Waffen sinnvoll einsetzen. Diese Bestie hingegen lädt zum Würfelspiel ein und schummelt dabei wie verrückt. Ein echter Jammer angesichts der sonstigen Balance im Spiel.
Ich kann U.N. Squadron jedem empfehlen, der einen harten, sehr schön aufgemachten Shooter sucht. Es fällt oft unter den Tisch, wenn von den besten Shootern auf der Konsole gesprochen wird, was zum Teil an o.g. Mängeln liegt, zum Teil wohl auch ob der Unbekanntheit des Titels. Es handelt sich um einen sehr guten, günstig aufzutreibenden (zumindest war er das vor ein paar Jahren, als ich ihn mir holte) Geheimtipp, der bestimmt den werten Spieler eine ganze Weile beschäftigt.
- Um mal mit einer humorvolleren Note anzufangen: wie funktioniert eigentlich Kriegsführung in der Welt von U.N. Squadron? Wenn ich die Fetzen des Hintergrundes, die das Spiel mir liefert, richtig interpretiere, dann ist die titelgebende U.N. Squadron eine Söldnertruppe, die sich dem Dienst der guten Mächte (was auch immer diese moralisch überlegen macht) verschrieben hat. Das ist zunächst einmal insoweit komisch, als es Söldner sind; sollte da ethische Überlegenheit nicht eine subalterne Rolle spielen? Was mich aber wirklich stutzig macht, ist der Umstand, in dem Spiel bezahlen zu müssen: man sollte meinen, dass diese Söldner dringend benötigt werden, ergo sollte man ihnen das ganze Arsenal zur Verfügung stellen, um sicherzustellen, dass der Krieg einen günstigen Ausgang nimmt. Vielleicht bin es nur ich, der es kontraproduktiv findet, von seinen besten Soldaten Geld einzutreiben; es scheint mir nicht die beste Motivation für einen Söldner, der fürderhin des lieben Geldes wegen erst zu kämpfen anfängt.
- Das bringt uns zu dem einzigartigen Mechanismus in U.N. Squadron: Flugzeuge wollen gekauft, ja sogar die Bewaffnung will erworben werben. Das ist gleichzeitig die größte Stärke wie die Achillesferse des Spiels. Für die letzten beiden Levels will eigentlich jeder die teure "Efreet", die 1-Millionen-Dollar-Investition, wobei die vollständige Bewaffnung auch noch mit über 100.000 Dollar zu Buche schlägt. Der einzige Weg, neben den regulären Levels die vielen Kröten aufzutreiben, stellt das Zerstören immer wiederkehrender Konvois dar. Nur bringen die magere 20.600 Dollar. Ich habe mir für diesen Lauf lediglich den zweiten (250.000 Dollar teuren) Flieger (Tiger Shark) gekauft sowie die nötige Bewaffnung und musste immer noch eine ganze Weise die Konvois überfallen. Das System hätte beibehalten werden sollen, aber die Preise gesenkt, meines Erachtens. Es sollte nicht nötig sein, 7th-Saga-Aufleveln in einem Shooter zu betreiben, nur um an das beste Gefährt zu kommen.
- Vergleichbar mit Super SWIV und Sonic Wings ist U.N. Squadron eines der wenigen Shoot 'em ups auf der Konsole, die einen mehr realistischen Anstrich haben. Tatsächlich wird das in diesem Spiel konsequent durchgehalten und selbst der letzte Endgegner ist nicht ein gewaltiges Alien oder dergleichen. Ich erwähne das deswegen, weil es für die Programmierer eine gewisse Hürde darstellt: ein Shooter ist für gewöhnlich viel interessanter mit sonderlichen Außerirdischen, malerischen Weltraumpanoramen und futuristischer Bewaffnung, da verdient es viel Lob, ein annähernd reelles Spiel so gelungen hinzubekommen.
- U.N. Squadron ist eine harte Nuss, meines Erachtens in der elitären Riege der fünf schwersten SNES-Shooter (von denen, die ich spielte, versteht sich). Der Trick zu diesem Spiel ist nach meinem Dafürhalten, die genaue Position auf dem Bildschirm gegen die Bosse zu kennen und nach dem Kauf des zweiten Fliegers bis zur Efreet eisern zu sparen. Allgemeine Levelkenntnisse sind freilich auch ein Muss. Danach ist es immer noch nicht ganz einfach, jedoch gut zu bewältigen, mit Ausnahme vom...
- ... oben erwähnten Boss in der Höhle. Dafür allein gebe ich dem Spiel einen Punkt Abzug. Das Ding ist unfair, sonst nichts. Was genau soll man denn machen, wenn zu viele Flammenwerfer von hinten kommen? Klar, ich kann Napalm, Phoenix und Cluster verbraten, anfangs auch den Mega Crush, aber wann soll ich denn mal dem Boss Schaden zufügen? Hier braucht es eine Menge Glück (manchmal taucht der Schutzschild nicht einmal auf), insbesondere beim Erscheinen des ganzen Gerümpels auf dem Förderband, mal sind es mehr, mal sind es weniger Gegner. Der letzte Endgegner ist einschüchternd, indessen kann der Spieler hier aktiv eingreifen und seine Waffen sinnvoll einsetzen. Diese Bestie hingegen lädt zum Würfelspiel ein und schummelt dabei wie verrückt. Ein echter Jammer angesichts der sonstigen Balance im Spiel.
Ich kann U.N. Squadron jedem empfehlen, der einen harten, sehr schön aufgemachten Shooter sucht. Es fällt oft unter den Tisch, wenn von den besten Shootern auf der Konsole gesprochen wird, was zum Teil an o.g. Mängeln liegt, zum Teil wohl auch ob der Unbekanntheit des Titels. Es handelt sich um einen sehr guten, günstig aufzutreibenden (zumindest war er das vor ein paar Jahren, als ich ihn mir holte) Geheimtipp, der bestimmt den werten Spieler eine ganze Weile beschäftigt.