Mystic Quest Legend

Das SNES als klassische Rollenspiel-Konsole soll hier geehrt werden. Action-Adventures wie Zelda finden ebenfalls hier ihren Platz.
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Perikles
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Re: Mystic Quest Legend

Beitrag von Perikles » 24. März 2011, 16:38

@Seemann:
Aber wenn man es genau siehst, kann man jede Geschichte, egal in welchem Medium, in wenigen Sätzen und Stichworten erzählen. Ein Mystic Quest Legend ebenso wie einen Wälzer von Tolstoi oder Franz Kafka...
Nun, "Anna Karenina" oder "Der Prozeß" (um nur jeweils einen Repräsentanten zu nennen) enthalten je eigene intrikate inhaltliche Doppelbödigkeiten, im einen Fall die sozialen Zerwürfnisse und Bestände betreffend (dazu kommen noch psychologische, und, leider oft vergessen, geschichtsphilosophische Volten hinzu), im anderen geht es um die systemimmanente Logik des Rechts bzw. seine Verzerrungen dazu. Das lässt sich in der Tat auch kurz zusammenfassen, aber die dahintersteckende Tiefe ist von einer anderen Qualität als beispielsweise die Identitätskrise Clouds in "Final Fantasy VII".
Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Kafka im Allgemeinen gnadenlos überschätzt wird. "Der Verschollene" beispielsweise ist sterbenslangweilig und enthält keinerlei erwähnenswerte Psychogramme. Aber das nur am Rande. :wink:

@ChronoMoogle:
Was ein Mystic Quest noch lange nicht besser macht
Es wirkt einfach in allen Dingen, die es angeht halbherzig. Seien es die schlecht ausbalancierten Kämpfe, die rudimentäre Story oder die halbgaren Adventureelemente.
[Hervorhebung von mir]
Das Fettmarkierte spielt dann eben sehr wohl eine Rolle. Ob ich nun dem Schein zuliebe eine vermeintliche Botschaft transportiere, die jeder Zehnjährige auf Anhieb durchschaut, oder ob ich gleich auf den Ballast verzichte und gar nicht erst so tue, als ob es so etwas wie eine konsistente Hintergrundgeschichte gibt, ist doch vergleichbar. Zumal Du hier von einer Altersgruppe als Referenz auszugehen scheinst, die offensichtlich nicht durch das Spiel angesprochen werden soll(te) - hältst Du Disneyfilmen auch vor, dass sie knallbunt, unrealistisch und inhaltlich platt sind? Ich bin mir ziemlich sicher, dass die allermeisten Siebenjährigen (willkürliche Zahl) seinerzeit mit einem Spiel wie "Chrono Trigger" als Einstieg in das RPG-Genre heillos überfordert gewesen wären.

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Re: Mystic Quest Legend

Beitrag von Seemann » 24. März 2011, 16:59

perikles:
Ich habe weder Tolstoi noch Kafka gelesen. Kein Buch. :ugly: Ich wollte nur zwei extreme Beispiele nennen. :oops: Ich fand nur dass du dir in deiner eigenen Logik wiedersprochen hast! Die Geschichte von FFVII, unter anderem auch die von dir angesprochene Zerrissenheit Clouds, finde ich z. B. wesentlich komplexer als in vielen Büchern und Filmen, die ich konsumiert habe! Und ich hab jetzt nicht nur Dreigroschenromane gelesen. :wink:
Übrigens, ich bewundere es ja wenn sich jemand sprachlich so auszudrücken weiss, aber kannst du vielleicht etwas weniger exotische Wörter benutzen? (hey, Realschule!! Kein Studium!!!)*ggg*

Edit: Ich habe überhaupt keinen Dreigroschenroman gelesen! Sorry, total offtopic. Aber es wahr mir wichtig das klarzustellen.
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Re: Mystic Quest Legend

Beitrag von Moi-Même » 24. März 2011, 21:37

Ja, bei Perikles' Postings fühlt man sich immer etwas dumm. xDDD
Und seine Grundsatzrede bzgl. Tiefgang ist natürlich auch völlig richtig.


Der Tiefgang eines RPGs soll ja aber auch gar nicht die Akademikergehirne dieser Welt stimulieren. Earthbound hat auch keine intelligente Story, dafür aber eine stark ausgeprägte Charakterisierung. Tiefgang heißt doch einfach nur, dass da ein bisschen mehr ist als: "Ich habe keine Ahnung wer du bist, aber ich vermute mal, du könntest der Auserwählte sein, daher sammle doch bitte vier Kristalle ein und ignoriere auf dem Weg dahin sämtliche Textboxen". Ein RPG soll eine Gesichte erzählen und das tut Mystic Quest nicht. Da kann man auch gleich das Gameplay verwerfen und einen reinen Zelda-Klon draus machen.

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Re: Mystic Quest Legend

Beitrag von Seemann » 24. März 2011, 21:55

Moi-Même hat geschrieben:Ja, bei Perikles' Postings fühlt man sich immer etwas dumm. xDDD
Und seine Grundsatzrede bzgl. Tiefgang ist natürlich auch völlig richtig.


Der Tiefgang eines RPGs soll ja aber auch gar nicht die Akademikergehirne dieser Welt stimulieren. Earthbound hat auch keine intelligente Story, dafür aber eine stark ausgeprägte Charakterisierung. Tiefgang heißt doch einfach nur, dass da ein bisschen mehr ist als: "Ich habe keine Ahnung wer du bist, aber ich vermute mal, du könntest der Auserwählte sein, daher sammle doch bitte vier Kristalle ein und ignoriere auf dem Weg dahin sämtliche Textboxen". Ein RPG soll eine Gesichte erzählen und das tut Mystic Quest nicht. Da kann man auch gleich das Gameplay verwerfen und einen reinen Zelda-Klon draus machen.
Ja, aber auch ein Rollenspiel muss noch etwas mehr bieten als eine "gute" Story. MQL erzählt sehr wohl eine Geschichte, nur eben eine 0815-Fantasystory. Aber mal ganz ehrlich, ist das zB bei Secret of Mana anders? Da wird die Story halt nur künstlich etwas gestreckt.
:shock: Bitte vergleiche MQL nicht mit Zelda! So gut ist es dann nun echt nicht.
PS: Wenn du die Textboxen ignoriert hast, kannste die Story ja gar nicht kennen. :-P
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Re: Mystic Quest Legend

Beitrag von ChronoMoogle » 24. März 2011, 21:59

Ich glaube, du hast Mois Posting zu 90% missinterpretiert *g*
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Re: Mystic Quest Legend

Beitrag von Moi-Même » 24. März 2011, 22:00

ein bisschen, ja. <g>

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Re: Mystic Quest Legend

Beitrag von Seemann » 24. März 2011, 22:06

Dann muss es sich eben besser ausdrücken!!! :poeh:

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Re: Mystic Quest Legend

Beitrag von Perikles » 24. März 2011, 22:32

Ob des Vokabulars bitte ich um Nachsicht, das passiert allenthalben wie von selbst, soll nicht anmaßend oder distanzaufbauend wirken/verstanden werden. :oops:
Tiefgang heißt doch einfach nur, dass da ein bisschen mehr ist als: "Ich habe keine Ahnung wer du bist, aber ich vermute mal, du könntest der Auserwählte sein, daher sammle doch bitte vier Kristalle ein und ignoriere auf dem Weg dahin sämtliche Textboxen". Ein RPG soll eine Gesichte erzählen und das tut Mystic Quest nicht. Da kann man auch gleich das Gameplay verwerfen und einen reinen Zelda-Klon draus machen.
Da kann ich im Allgemeinen sogar zustimmen. Ein schier "sprachloses" Spiel baut auch keine Verbindung zum Spieler auf und wird sich schwer tun, eine Langzeitmotivation anzuregen. Wie aber kann man den Tiefgang einer Geschichte feststellen? Dazu gibt es eigentlich nur vier Möglichkeiten:

1. Eine absolute Perspektive. Entscheidend ist das, was im Spiel präsentiert wird, Vergleiche zu anderen Spielen werden nicht angestellt, Zielsetzung und -gruppe geraten in den Hintergrund. Da schneidet "Mystic Quest Legend" selbstverständlich lausig ab. Die so eingeschlagene Wahrnehmung verzichtet auf weiteres Theoretisieren und kann den eigenen Geschmack angemessen zum Ausdruck bringen. Daran gibt es nichts zu bekritteln, aber in einer Diskussion muss eine solche monolithische Festlegung unbefriedigend bleiben.

2. Nachdem man die Geschichte für sich analysiert hat, vergleicht man sie mit den Ansprüchen, denen sie genügen soll. Dass "Mystic Quest Legend" in jederlei Beziehung ein einsteigerfreundlicher Titel sein soll, ist bestimmt kein Diskussionspunkt. Nicht nur die spielsystemischen Eigenschaften sollen intuitiv und möglichst einfach gestaltet sein, auch die Geschichte soll nur Minimalanforderungen erfüllen, um junge Spieler an der Stange zu halten. Und bereits hier kann ich dem Spiel keine ernsthaften Vorwürfe mehr entgegensetzen. Ich habe den Vergleich mit den Disneyfilmen angestellt, die man trefflich in ihre cineastischen Einzelkomponenten zerlegen und kritisieren könnte, wenn man von der Warte eines Erwachsenen aus die Standards formuliert. Aber zielführend ist das nicht; ebenso wenig, wie ein Kinderbuch in die marxistische Dialektik einführen soll (notabene, das ist auch ein ätzender Seitenhieb auf die tatsächlichen realsozialistischen Pädagogen, die das versucht haben), sollte sich ein "Kinderspiel" dafür schämen müssen, eine äußerst knapp bemessene Hintergrundgeschichte aufzuweisen.

3. Wiederum etwas akademischer ist der komparative, also vergleichende Ansatz. Nun kann man sich auslassen und all die anderen Spiele im gleichen Genre als besser oder schlechter herausstellen, um einen ungefähren Maßstab zu gewinnen, wo man diesen Titel einordnen möge. Auch hier muss sich "Mystic Quest Legend" nicht zur Gänze verstecken, als Klassiker titulierte Spiele wie "Secret of Mana", "Super Mario RPG" oder das schon erwähnte "Zelda" sind vom Kerne her gedacht auch zutiefst "sprachlos". Das alleine scheint also kein Ausschlußkriterium für höchste Weihen zu sein, folglich kann man nicht mit dieser Schärfe argumentieren, wenn man nicht zugleich gewillt ist, den o.g. und noch anderen RPGs (bzw. "Arcaderollenspielen") konsequent dasselbe vorzuhalten.

4. Der Gesamteindruck aus den drei zuvor erörterten Unterpunkten. Der ist dann wieder herrlich subjektiv und unfair, die Gewichtung der Teilaspekte ist bei jedem anders, und das ist auch recht und billig. Ich für meinen Teil ziehe auch sehr viele Spiele diesem vor, bin personal nicht eben mitgerissen von "Mystic Quest Legend", aber ich kann weder aus zielgruppenspezifischer noch aus komparativer Sicht Vorwürfe anbringen, die nicht bei genauerem Hinblicken in sich zusammenfielen. Als RPG-Einsteigerspiel für den jungen Konsolenanfänger, der sich faszinieren lässt von großen, bunten Monstern, ist es wärmstens anzuraten. Auch in der Relation schlägt es des Faßes Boden nicht aus, sondern bewegt sich voll innerhalb der Norm.

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Re: Mystic Quest Legend

Beitrag von Moi-Même » 24. März 2011, 23:16

Du könntest aus jedem Fliegenschiss ne Dokterarbeit zimmern, hab ich recht? xD


Ich könnte jetzt auf dein Fazit eingehen, aber da müsste ich wiederholen, was ich auf Seite eins und zwei dieses Threads schon mehrfach totgekaspert habe. Die Norm ist jedenfalls leider nicht Mystic Quest. "Die Norm" im Genre der klassischen RPGs sind etwa Lufia 1, Breath of Fire 1, Brandish. Im unteren Durchschnitt kann man vielleicht Brainlord, Dragon View, oder Arcus Oddyssey einordnen. Mystic Quest hingegen teilt sich mit Spielen wie Drakkhen oder J.R.R Tolkien's The Lord of the Rings Vol.1 den qualitativen Tiefpunkt. Ich hasse es. Und subjektive, unfaire Meinungen sind im übrigen das einzige, was eine unprofessionelle Fan-Site jemals zustande bringen wird. Daher schäme ich mich dafür überhaupt nicht. xD

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Re: Mystic Quest Legend

Beitrag von Perikles » 24. März 2011, 23:25

Du könntest aus jedem Fliegenschiss ne Dokterarbeit zimmern, hab ich recht? xD
Was ein gewisser Franke eklatträchtig über die Bühne bringt, dazu muss man doch allezeit bereit sein. :wink:
"Die Norm" im Genre der klassischen RPGs sind etwa Lufia 1, Breath of Fire 1, Brandish.
[Hervorhebung von mir]
Daran hapert es nach meinem Dafürhalten: wieso überhaupt so weit gehen, "Mystic Quest Legend" mit derart hochkarätigen Titeln zu vergleichen? Bist Du von einer Terry-Pratchett-Lektüre enttäuscht, nur weil der Humor nicht so hintergründig ist wie der von Jonathan Swift? Ist die Pizzeria um die Ecke ein "qualitativer Tiefpunkt", weil sie mit dem Restaurant im besten Boulevard der Innenstadt nicht mithalten kann? Haben heutige Sandalenfilme ihre Existenzberechtigung vorneweg verloren, weil sie ohnehin nicht den Aufwand, die Expertise und die Budgetierung von "Ben Hur" und "Quo vadis" haben werden?
Ihr vergleicht allesamt eine Luftpistole mit einem Revolver und wundert euch, warum die Durchschlagskraft und die Kadenz bei ersterem so niedrig sind. :wink:

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Re: Mystic Quest Legend

Beitrag von Moi-Même » 24. März 2011, 23:37

Der Vergleich war zum einen nötig, weil du den Begriff "Norm" als erster in die Runde geworfen hast und zum anderen, weil der qualitative Tiefpunkt eben irgendwo liegen muss. Wir haben die Wertungen drei bis eins ja nicht nur zum Spaß, sondern damit sie auch vergeben werden können. Snesfreaks.com ist gerade dazu da, Spiele zu bewerten, damit sich die Leser anhand einer Vielzahl von subjektiven Meinungen so etwas wie einen repräsentativen Mittelwert ausrechnen können.

Wer will schon schlechte Spiele spielen? Ich nicht, deshalb macht es Sinn eine Abstufung herauszuarbeiten. Man muss sich anschauen, wo die Spitze liegt, und wenn dann am Ende auffällt, dass nach Mystic Quest nicht mehr viel schlechteres kommt, ist das eben bloß deshalb aufgefallen, weil man verglichen hat.

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Re: Mystic Quest Legend

Beitrag von Perikles » 24. März 2011, 23:55

Der Vergleich war zum einen nötig, weil du den Begriff "Norm" als erster in die Runde geworfen hast und zum anderen, weil der qualitative Tiefpunkt eben irgendwo liegen muss.
Aber im Zuge eines geflügelten Wortes, nicht als wissenschaftlich geeichten Maßstab. Wenn man diese rigide Inhaltsbewertung ansetzen möchte, wird es nur eben vorkommen, dass auch andere sehr liebgeschätzte Vertreter dieser Untersektion empfindliche Kritiken erhalten müssten. Erstaunlicherweise habe ich aber noch niemanden darüber klagen hören, wie dünn eigentlich der Hintergrund von "Secret of Mana" sei, da schaut man gnädigerweise des Spielsystems wegen drüber hinweg. :wink: Da finde ich es auch ein wenig spitzfindig, den Rahmen so anzupassen, dass nur "Mystic Quest Legend" herausfällt.
Wer will schon schlechte Spiele spielen?
Da sind wir doch wieder in der Metadiskussion. Wenn Dein erstes Auswahlkriterium lautet, ein simples RPG zu finden, das jeder einlegen und spielen kann, selbst ohne auch nur die geringste Erfahrung mit dem Genre gesammelt zu haben, wirst Du schwerlich diesen Titel "schlecht" nennen können. Diese Unumstößlichkeit attributiver Zuschreibung muss doch einfach nicht sein.
Was würdest Du denn davon halten, wenn ein blutiger Anfänger von "Final Fantasy III" (d.h. 6) maßlos enttäuscht wäre, weil es ihn überfordert, und das Spiel infolgedessen "schlecht" nennt? Ich nehme doch an, Du wiesest darauf hin, er möge sich intensiver mit dem Genre auseinandersetzen und aus dieser seiner so "gereifteren" Meinung eine neue Beurteilung abgeben. Denn wenn er einmal die Systematik dahinter verstanden hätte, gelänge es ihm auch, den anvisierten Anspruch abzudecken. Und der Anspruch von "Breath of Fire 1", "Lufia 1" und "Brandish" ist ein anderer als der von "Mystic Quest Legend", folglich sollte auch der Bewertungsmaßstab anders ausfallen.

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Re: Mystic Quest Legend

Beitrag von Moi-Même » 25. März 2011, 02:47

Ich kann nicht mehr. *____* Hast gewonnen. Lass mich bitte bitte in Ruhe mit Mystic Quest. xD


Aber danke für die intensive Diskussion.





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Mystic Quest ist DAS SCHLECHTESTE RPG, das die Welt JEMALS gesehen hat!!! *Muuuuh*

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Re: Mystic Quest Legend

Beitrag von Joshi » 25. März 2011, 06:26

Artet ja schon etwas aus :D

Naja, also mir hats gefallen, besonders anspruchsvoll wars allerdings nicht, hab schon bessere Spiele aufgegeben und schlechtere durchgespielt :beer:

Vielleicht kommt die universelle Wahrheit ja am 4. Mai? Wer weiß :starwars:
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Re: Mystic Quest Legend

Beitrag von Christian » 25. März 2011, 08:33

Perikles hat geschrieben: 2. Nachdem man die Geschichte für sich analysiert hat, vergleicht man sie mit den Ansprüchen, denen sie genügen soll. Dass "Mystic Quest Legend" in jederlei Beziehung ein einsteigerfreundlicher Titel sein soll, ist bestimmt kein Diskussionspunkt. Nicht nur die spielsystemischen Eigenschaften sollen intuitiv und möglichst einfach gestaltet sein, auch die Geschichte soll nur Minimalanforderungen erfüllen, um junge Spieler an der Stange zu halten. Und bereits hier kann ich dem Spiel keine ernsthaften Vorwürfe mehr entgegensetzen. Ich habe den Vergleich mit den Disneyfilmen angestellt, die man trefflich in ihre cineastischen Einzelkomponenten zerlegen und kritisieren könnte, wenn man von der Warte eines Erwachsenen aus die Standards formuliert. Aber zielführend ist das nicht; ebenso wenig, wie ein Kinderbuch in die marxistische Dialektik einführen soll (notabene, das ist auch ein ätzender Seitenhieb auf die tatsächlichen realsozialistischen Pädagogen, die das versucht haben), sollte sich ein "Kinderspiel" dafür schämen müssen, eine äußerst knapp bemessene Hintergrundgeschichte aufzuweisen.
Und das ist auch nach meinem Verständnis der Knackpunkt. Besonders den Vergleich mit dem Kinderbuch finde ich mehr als treffend. Es bringt ja nichts, gleich mit "Krieg und Frieden" einzusteigen, wenn man als Stöpsel Lesen lernen will. Nein, da gibt es dann kurze Sätze in großen Buchstaben mit einer Menge riesiger Bilder.

Ein anderer Aspekt könnte meiner Meinung nach auch der sein, dass wir eben nicht mehr im Jahre 1992 leben. Zur Erläuterung:
MQL war nie als ernsthafter Genrebeitrag gedacht, es ging nie darum, die Hardcore-RPG-Fraktion zufriedenzustellen. Als das Spiel hier erschien, waren Rollenspiele eher eine PC-Spezialität und auf Videospielkonsolen quasi nicht existent. Es ging also, so die Gedanken in den Managementetagen, primär darum, den Kunden ein Genre näherzubringen, was sie vorher eigentlich noch gar nicht kannten. Und du kannst einer Zielgruppe, die sich bisher noch überhaupt gar nicht mit dem Genre befasst hat, nicht zum Einstieg mit Final Fantasy XYZ kommen.
Um RPG zu "lernen", war MQL also ein probates Mittel zum Zweck. Und bitte nicht vergessen: Wir urteilen HEUTE, 2011, über ein Spiel, dass den Anforderungen des europäischen Marktes von 1992 angepasst war. das ist 19 Jahre her (oh mein Gott). Es ist also von daher zusätzlich unangebracht, aus heutiger Warte MQL komplett zu disqualifizieren, weil wir heute, 2011, einfach einen ganz anderen Zugang zu RPGs und als Spieler in den letzten knapp 20 Jahren einen riesigen eigenen Erfahrungsschatz im Genre der Rollenspiele aufgebaut haben. Dass MQL den HEUTIGEN Ansprüchen an ein Rollenspiel schon erst recht nicht genügt, steht ja außer Frage. Aber vor 20 Jahren war dieses Spiel ein sehr geeignetes Lockmittel, um Spieler in dieses Genre zu locken.
Was glaubt Ihr denn, warum MQL, SOM, IOT und Terranigma allesamt mit einer Komplettlösung ausgeliefert wurden? Bestimmt nicht, damit sich der Sammlerwert im Jahre 2011 erhöht.

Nein, MQL als Komplettmüll abzutun, ist mir auch aufgrund der von Perikles genannten Argumentation ohnehin zu einfach. Ich habe MQL erst letztes Jahr noch mit großem Vergnügen gespielt, weil es auch einfach keinen üppigen Ballast mit sich bringt. Ich muss keine ellenlange, komplexe Story über mehrere Wochen im Kopf behalten, mit zig Charakteren, deren japanische Namen sich ohnehin schwerlich im Kopf festsetzen; ich kann mich auf das Spielen konzentrieren und muss nicht zig Verstrickungen, Intrigen und politische Wirren im Handlungsverlauf behalten.

Und: Diese BESCHISSENEN und NERVTÖTENDEN Zufallskämpfe, wie ich sie in Final Fantasy hassen gelernt habe, gibt es im MQL nicht!! Das ist ein Segen für meine geplagte Gelegenheitsspielerseele. ;)
Mystic Quest ist DAS SCHLECHTESTE RPG, das die Welt JEMALS gesehen hat!!! *Muuuuh*
Hm. Nö. Das ist falsch. Argumente gegen diese Behauptung sind ja jetzt schon massenhaft genannt worden. :P
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