Lagoon

Das SNES als klassische Rollenspiel-Konsole soll hier geehrt werden. Action-Adventures wie Zelda finden ebenfalls hier ihren Platz.
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Horst_Sergio
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Lagoon

Beitrag von Horst_Sergio » 6. März 2014, 12:57

Da ich nichts weiter im Forum gefunden habe, mach ich hier mal ein Sammelbecken für meine Erfahrungen auf, da ich das Game gerade spiele. Ob es für ein richtiges Review reichen könnte vermag ich so nicht zu sagen, wenn die hiesige Homepage überhaupt ein solches gebrauchen könnte.

Im "Was habt ihr heute gezockt (SNES Spiele)"-Thread hab ich schon einen kleinen Post abgelassen:
Horst_Sergio hat geschrieben:Ich hänge an Lagoon. Als Zelda-Klon würde ich es jetzt nicht bezeichnen (das wurde es früher öfters). Mir gefällt die Schlichtheit des Spiels. Obwohl die RPG-Elemente da sind, sind sie Beiwerk. Einfach losmarschieren und immer schön Gegner plätten ohne viel nachdenken zu müssen und trotzdem den jeweiligen Ausgang finden müssen - das hat schon fast was von Gauntlet, nur dass der Held bei Lagoon spürbar stärker wird. Durch den Soundtrack wird auch der Brückenschlag zum Labelkollegen Drakkhen bzw. Dragon View deutlich, obwohl Lagoon zumindest letzterem in jeglicher Hinsicht unterlegen ist. Spaß machts trotzdem.
Das klingt ja fast schon wie ein Fazit. An anderer Stelle fragte mimi85 nach meinen Eindrücken von dem Spiel. Also gibts hier so ne Art "Rest"-Tagebuch, da ich gefühlt schon recht weit vorangekommen bin. Ich muss auch dazu sagen, dass ich die in Deutschland üblichen Bezeichnungen der Orte nicht kenne, da ich das Game als U.S.-Version besitze - insofern die PAL-Version des Spiels überhaupt eingedeutscht ist. Das weiß ich nicht. Aber wenn dem so ist und die Bezeichnungen der Orte im Spiel anders lauten, dann ist das halt so.

Und zwar habe ich mich gestern durch die Zwergen-Wüste und die dazugehörende Feuerhöhle gekämpft und dort habe ich den dritten Miniboss geplättet (der Startpunkt ist in etwa eine Menschenstadt, der dazu gehörende Dungeon eine Goldmine, danach ging zu den Elfen, der dortige Dungeon ist eine typische Burg mit Endkampf im luftigen Turm). Ich bin nun im Land der Hobbits bzw. in der Stadt Proper angekommen. Die Einwohner der Stadt liegen im Sterben, weil sie das verseuchte Wasser aus dem Bach gesoffen haben. In Siegfrieds Schloss gibts allerdings ein Heilmittel namens "Mint", das ich als nächstes organisieren darf. Und wahrscheinlich ist dieser Siegfried alles andere als ein netter, kleiner Kerl und wird mir das Zeug nicht freiwillig überreichen. Aber ich will mich mal überraschen lassen. Man soll ja auch keine Vorurteile hegen, nech!

Wie bereits gesagt ist das Spiel mechanisch wie auch technisch ziemlich schlicht gehalten. Zum Beispiel ist die Welt extrem statisch dargestellt. Das ist an sich nicht sonderlich schlimm, wirkt allerdings etwas altbacken; tatsächlich ist Lagoon mit Releasejahr 1991 auf dem Buckel schon ein ziemlicher Oldie und war auch damals schon relativ selten zu finden, weil es seinerzeit in Deutschland eben keinen wirklichen Markt für RPGs gab. Nun ja, die Welt wirkt technisch betrachtet unnatürlich "aufgeräumt" und erinnert ein wenig an die Draufsichtsperspektive von Zelda 2 auf dem NES, außer dass alles ein wenig bunter erscheint. Wenn unser Held mit anderen Leuten quasselt, dann erinnerts mich an Castlevania 2, bzw. das Händlerinterface kopiert gewissermaßen Faxanadu (das Kampfsystem erschreckenderweise auch).

Entwickelt wurde das Game von Zoom - es hat faktisch also weder mit dem einen, noch dem anderen NES Titel etwas gemein, denn Zoom hat zu dieser Zeit vorwiegend für den Sharp X68000 entwickelt. Jenes ist ein vorwiegend in Japan populärer Home-PC und in diesem Zeitraum etwa Pendant zum Amiga 500. Fakten und Tatsachen hin oder her: Lagoon fühlt sich desöfteren an, als wäre es schon für einen Release auf dem NES geplant gewesen oder als hätte Zoom nicht erkannt, was prinzipiell auf dem SNES machbar gewesen wäre. Grafisch betrachtet heißt das: Auf den Karten eingezeichnete Wege nehmen harte, rechtwinklige Kurven. Das wirkt herrlich unnatürlich. Auch Bäume und vereinzelte Findlinge wurden exakt nach Vorgabe platziert. Da auch die Dungeons nicht allzu abwechslungsreich desgint sind, ist das Verlaufen fast vorprogrammiert. Selbst Zelda 3, das nur im Grafikvergleich (!) mit späteren Games wie Secret Of Evermore oder Terranigma gravierend abkackt, wirkt wesentlich abwechslungsreicher designt als Lagoon.

Auch der Sound ist jetzt nicht so pralle. Das heißt: FX gibts nur wenige und die einzelnen Stücke des Soundtracks wirken teils deplatziert. Auch wenns einerseits echt nett klingt, so würde bereits der Titeltrack besser in einen Shooter passen. Es ruft teils auch Erinnerungen an Captain Tsubasa auf den Plan. Ich weiß jetzt nicht, ob man das objektiv betrachtet entweder positiv oder doch eher negativ auslegen würde. Mich störts jedenfalls nicht, aber ich bin auch sehr genügsam. Dennoch sind auch einige Stücke dabei, die schon ziemlich nervig sein können.

Gut, Mechanik: Auch sehr strikt alles. Das Inventar ist ähnlich übersichtlich wie bei Zelda 3. Die Bedienung ist allerdings ein wenig gewöhnungsbedürftig. Items nutzt man mit dem L-Button, Magie mit R. Prügeln mit dem Schwert: B. Hüpfen: A. Leute anlabern: Y. Interessant wieviele RPGs und Action/Adventures damals schon das Sprungfeature nutzten. In Lagoon dürfte es aufgrund des frühen Releasedatums wirklich eine Innovation darstellen. Genauso auch, dass man permanent und überall speichern kann und auch beim Neuladen an exakt dem Ort wieder startet, wo man eben noch speicherte. Das ist schon nett und beugt unnötiger Laufarbeit vor.

Etwas krampfhaft ist das Kampfsystem. Mit dem Stichel, den unser Held ein Schwert nennt, fällt es desöfteren schwer, die Gegner zu treffen, denn dat Ding is winzisch. Man stelle sich vor, man wolle übergroße Folienkartoffeln mit nem Pommespieker stemmen. So ungefähr zumindest. Die Gegnersprites wiederum erwischen uns aber nur zu gerne und häufig. Einziger Ausweg: Viel leveln hilft viel, und viel speichern ist viel notwendig. Mit der Magie als sekundäre Waffe ist auch schon viel geholfen. Man muss den Held in jedem neuen Dungeon konsequent eins, zwei Level aufpeppeln, sonst wird schnell recht haarig. Diese Feuerhöhle machte es mir zunächst nicht leicht, da der Held beim Treffer schön nach hinten geschleudert wird. Doof, dass man hier auf winzig breiten Pfaden über Lavagruben marschiert, die einem bei Berührung ordentlich Energie abzwacken. Ich bin mehr als nur einmal in der feurigen Tomatensauce gelandet, weil mich diese fliegenden Drachenköppe gepiesackt haben. Nett: Immerhin regeneriert der Held seine Lebensenergie automatisch. Da ist dann zwischen den Prügeleien auch immer ne Runde warten angesagt. Heiltränke gibts zwar, aber fairerweise darf man nur einen mit sich rumschleppen.

Merkwürdig fallen auch die Bosskämpfe aus. Statt auf vorgegebene Angriffsmuster zu reagieren, sollte man einfach nur den Moment auskosten, wenn der Gegner seine sogenannte Hitbox öffnet. Und dann immer feste druff. So erledigt sich ein Bossfight innerhalb von Sekunden. Wenn uns der Gegner allerdings vorher erwischt, dann siehts meist schlecht aus. Auch hier ein witziges Phänomen - man kann aus dem Bossfight fliehen. In nahezu allen RPGs werden die Räume der End- und Minibosse verriegelt, aber hier kann man mitten im Kampf ein- und ausmarschieren wie man lustig ist.

Tja, Lagoon hat also seine deutlichen Macken und abschwächenden Alterserscheinungen. Auf gewisse Weise macht es mir trotzdem viel Spaß. Wahrscheinlich weil es ein Action-RPG ist, das mich nicht mit seitenlangen Texten über die Ungerechtigkeit der Welt langweilt. So richtig viel Story ist nicht enthalten. Nur das Nötigste. Mir reicht das fürs Erste. Ich bin aber gespannt, wie es weitergeht und werde berichten, was dieser Siegfried für ne Type ist.
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Re: Lagoon

Beitrag von Sebel » 6. März 2014, 13:17

Ich habe mir das Spiel (US) vor kurzem zu einen extrem schmalen Kurs besorgen können und kann nach dem ersten Anzocken deine Eindrücke soweit bestätigen. Vom Spielgefühl und der Mechanik kann ich Lagoon ein wenig mit Neugier vergleichen. Beide Titel sind irgendwie krude, haben aber ihren ganz eigenen Charme. Solche Titel spiele ich sowieso gerne (Neutopia ist zb auch so ein Titel.)

Im Moment muss das Spiel aber erstmal warten, da ich vorher schon mit Dragon View angefangen habe (da fehlt auch noch ein Thread zu, oder?)

Aber ich bin auf weitere "Tagebuch"-Einträge von dir gespannt. :)

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Re: Lagoon

Beitrag von Horst_Sergio » 6. März 2014, 13:34

Dragon View find ich total geil, weil es sämtliche Unzulänglichkeiten des Vorgängers bereinigt und technisch enorm gereift ist. Wenn man sich erst mal an die 3D-Welt gewöhnt hat, dann lässt einen das nicht wieder los. Audiovisuell super geil. Auch der Kontrast zwischen der 3D-Overworld und den 2D-Iso-Städten und Dungeons. Leider fehlt mir das Game noch in der Sammlung. Ich habe es bislang nur via ZSNES gespielt.
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Re: Lagoon

Beitrag von Sebel » 6. März 2014, 13:50

ich mache heute Abend mal einen Vorstellungs-Thread zu Dragon View auf ;) Wir wollen ja deinen Lagoon-Thread nicht verwässern.

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Re: Lagoon

Beitrag von Lufti » 6. März 2014, 16:15

Ich glaube ich habe mich dazu mal in einem Thread namens "schlechteste SNES-Spiele" oder so ähnlich geäussert. :D Die PAL-Version habe ich bis zum Endboss gezockt. Dort habe ich aufgegeben. Wenn du den packst hast dus echt drauf. Ich frage mich nur warum der Held mit diesem Zahnstöcherchen unterweg ist. Sonst wäre Lagoon gar nicht sooo schlecht. Was haben die sich nur dabei gedacht? Wenn ich es noch hätte würde ich es gratis abgeben, habs aber damals gegen die Wand geknallt, und das war mein einziger Wutanfall überhaupt. :ugly:

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Re: Lagoon

Beitrag von mimi85 » 6. März 2014, 20:07

@ Horst: Danke, endlich mal was zu dem Spiel.
Hab meine hier rumliegen und die wartet aufs gespielt werden bzw. ich auf einen Grund es zu spielen.

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Re: Lagoon

Beitrag von Horst_Sergio » 7. März 2014, 00:08

mimi85 hat geschrieben:@ Horst: Danke, endlich mal was zu dem Spiel.
Hab meine hier rumliegen und die wartet aufs gespielt werden bzw. ich auf einen Grund es zu spielen.
Gerne! Also reinschauen lohnt auf jeden Fall. Man wird auch stets die ausgelegten Brotkrumen finden, der rote Faden ist - zumindest bislang - so straight von a nach b gezogen, dass man sich nicht in Rätselwirrwarr verlaufen könnte. Die eher biedere Aufmachung lässt einen dann eher etwas unmotiviert dastehen. Ich finde aber, dass man sich Lagoon dennoch ohne großen Aufwand einigermaßen "schönspielen" kann.

@Lufti: Also, ich finde Lagoon überhaupt nicht schlecht. Sicherlich ist es gemessen an den großen RPGs und Action/Adventures der SNES-Ära kein wirkliches Übergame, aber eine grundlegende Mittelklasse erreicht es zumindest.
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Re: Lagoon

Beitrag von Lufti » 7. März 2014, 09:10

Lufti: Also, ich finde Lagoon überhaupt nicht schlecht. Sicherlich ist es gemessen an den großen RPGs und Action/Adventures der SNES-Ära kein wirkliches Übergame, aber eine grundlegende Mittelklasse erreicht es zumindest.
Vielleicht war ich ein bisschen zu streng. Es ist auch schon ein Weilchen her, ich kann mich aber nur noch an den hohen Frustfaktor gegen Ende des Spiels erinnern. Bin gespannt auf deine weiteren Eindrücke.

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Re: Lagoon

Beitrag von Horst_Sergio » 7. März 2014, 23:45

Gut, erster Durchgang in Siegfried Castle war eigentlich recht easy. Rein, das Mint aus dem Kerker geholt, ein wenig neue Ausrüstung und wieder raus. Diese wuselnden Gegner im Kerker waren ein wenig nervig, aber sonst alles problemfrei geklärt. Mint in Poper abgeliefert und mir weitere Order und Lobpreisungen abgeholt. Soweit so schick. Wie zuvor heißt es nun erneut in das eben gesäuberte Schloss, um den Endgegner zu dezimieren. Der heißt allerdings nicht Siegfried, sondern Duma. Na wie auch immer, der wird auch in die Knie gehen.

Interessantes Phänomen: Die Ringe kann ich nicht anlegen. Mir werden dann bloß die Magiepunkte abgezogen und fertig. Bei Gelegenheit im Handbuch wälzen, ob daraus etwas hervorgeht oder ob es ein Bug ist.

Ansonsten war der heutige Part des Games genauso schnörkellos aufgezogen, wie die drei bisherigen auch. Eine kleine Aufgabe im hiesigen Dungeon erledigen, zurück in die Stadt, dort erfahren, dass man den Miniboss des Dungeons vernichten muss. So langsam hab ich das Prinzip verstanden. Ach ja, 5 Level hab ich innerhalb einer guten Spielstunde rausgeschlagen und wurde nicht einmal geplättet. Also sonderlich schwer ist das Game eigentlich nicht.
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Re: Lagoon

Beitrag von Horst_Sergio » 8. März 2014, 13:04

Jetzt hab ich es gerafft! Eigentlich hätte ich früher drauf kommen können: Die Ringe kann man nicht dauerhaft anlegen, sondern lediglich als kurzzeitige Upgrades verwenden. Entweder richtet man mehr Schaden an oder man bekommt mehr Defense-Punkte. Irgendwie ergibt sich daraus fast ein Gefühl wie beim Herrn der Ringe. Der Gebrauch der Artefakte ist kräftezehrend, und in Lagoon werden einem daher die Magiepunkte nach und nach abgezogen.

Diesen Duma habe ich nach anfänglichem Hick-Hack erledigt. Im Kerker habe ich einige zusätzliche Runden gedreht und diese gepanzerten Ritter und Stachelviecher dezimiert. Das brachte mich auf ein Level von 30. Deweiteren bin ich noch mal zurück in die Elfenstadt marschiert und habe mir diesen Shiny Ball gekauft, den ich mir vorher für utopische 10.000 Gold einfach nicht leisten konnte. Vor dem Benutzen scheue ich mich allerdings ein wenig, da dieses Artefakt scheinbar nur Magie und HP regeneriert. Aber wie so häufig im Leben: Nice to have.

Dieser Duma war mit der richtigen Taktik und etwas Timing kein Problem. Nun bin ich in einem Gnomen-Dorf gelandet und soll mich, nachdem ich nem stadtbekannten Lügner einen Pelzmantel abgeluchst hab, eine Eishöhle säubern. Scheint also doch noch ein bisschen was zu passieren. Ich wähnte mich schon dem Ende nah. Mal gucken!
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Re: Lagoon

Beitrag von Horst_Sergio » 10. März 2014, 02:44

Es neigt sich dem Ende entgegen. Ein wenig arg abgenervt, habe ich erstmal den Feierabend eingeläutet. Die abschließenden Bossfights sind ne Frechheit. Vor allem Thor in Phase zwei als beschissener Phoenix geht mal gar nicht. Die Lebensenergie sinkt so mindestens so schnell, wie es die Titanic im Film hätte tun sollen. Da wär einem einiges erspart geblieben. Diese frustrierenden Endgegner und ultralangen Fights nerven mich in anderen RPGs aber auch immer wieder gerne - bisheriger Höhepunkt war rein zeitlich betrachtet Drakensang auf dem PC. Ein knapp einstündiges Gemetzel ohne großartiges Vor und Zurück. Aber auch Terranigma war stressig.

In Lagoon ist das echt übertrieben. 7 Endbosse direkt hintereinander ohne Speichern zu dürfen und ohne Luft zu holen. Problem: Level 35 ist das Ende der Fahnenstange und auch in Sachen Bewaffnung und Rüstung ist der Held voll aufgebohrt. Das Nutzen der Ringe und Artefakte hilft nur bedingt. Dieser Phönix scheißt einen mit Energiegeschossen und Feuerbällen einfach unfair zu, lässt sich selber aber so gut wie gar nicht treffen, weil er die ganze Zeit hektisch hin und herflattert. Das nervt schon ganz ordentlich.

Ich werde es wieder probieren. Das fliegende Schwein wird schon noch auf dem Drehspieß rotieren.

Der Weg hierhin war aber eigentlich noch ganz interessant. Relativ viele unterschiedliche Areale. Das schnörkellose Prinzip wurde bis zuletzt beibehalten. Lediglich Lagoon Castle war ein nahezu elend langer Dungeon mit zig verschiedenen Etagen und reichlich labyrinthartig aufgebauten Gängen. Das wär vielleicht etwas interessanter gewesen, hätte mein Held nicht schon das finale Level 35 erreicht. Irgendwie machen mir diese RPGs keinen richtigen Spaß mehr, wenn ich nichts mehr entdecken oder keine zusätzlichen Exp. sammeln kann. Immerhin machten so auch die Gefechte mit den kleinen Gegnern keinen Sinn mehr. Das ist zusätzlich ein wenig verschenktes Potenzial.

Mal gucken, ob ich diesem Flatter-Willi da noch die Flügel stutzen kann...
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Re: Lagoon

Beitrag von Lufti » 10. März 2014, 10:50

Der Typ ist wirklich zu viel. Mit viel Glück habe ich ihn einmal besiegt. Der nächste Boss machte dann aber kurzen Prozess mit mir. Der soll zwar wieder "einfacher" sein als Thor, aber mann sollte schon noch genügend Energie übrig haben. Wenn ich mich recht erinnere kann man ja nur ein einziges mal heilen.

Ich kann mich noch an einen Kampf im Schnee erinnern, gegen Ende des Spiels. Dort bin ich auch fast verzweifelt. Trotzdem gings immer vorwärts wenn man ein paar Level trainiert hat. Aber da ja 35 das höchste ist... :bang:

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Re: Lagoon

Beitrag von Horst_Sergio » 10. März 2014, 11:19

Ja, man merkt, dass mit bei Level 35 einfach viel zu früh Feierabend ist. Es hätte durchaus bis Level 40 gehen müssen, um einigermaßen fair zu bleiben. Aber hey.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Energie wieder aufzufrischen. Der Curing Ring sorgt für passable Regeneration, insofern man genügend Magiepunkte hat. Letztere kann man mit dem Shiny Stone wieder aufladen. Hat man den Held auf Level 35 geskillt und 255 Magiepunkte, kann man mit dem Curing Ring in den Endkämpfen die Lebensenergie quasi drei- bis viermal vollständig aufladen. Mit Hilfe des Shiny Stones vielleicht auch fünfmal.

Elixir und der Bright Stone heilen vollständig. Der Life Ball füllt die Lebensenergie ebenso vollständig auf, wenn diese auf 0 fällt. Dann gibts noch nen Healing Pot, der etwas Lebensenergie wieder auflädt. Diese Items muss man zuvor natürlich allesamt gesammelt oder gekauft haben, is klar. Problematisch ist dennoch das Switchen im Inventar und der gleichzeitige Kampf. Bei mir dauerte der Kampf gegen den Phönix gestern bestenfalls 10 Sekunden. Scheiße ist halt, dass der Held zu weit nach hinten geschleudert wird und man kaum an den Schwachpunkt des Phönix herankommt, ohne ihn selber zu berühren oder seine Kugeln ab zu bekommen. Doof ist auch, dass der Curing Ring nicht schnell genug heilt. Wenn man den Phönix einmal berührt hat und sich drei, vier Kugeln eingefangen hat (was bei der irrational abgesonderten Menge nicht schwer ist) - dann ist halt Sense.

Bin gespannt, ob das dennoch trainierbar ist...
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Re: Lagoon

Beitrag von Horst_Sergio » 10. März 2014, 12:20

GLORY - GLORY - HALLELUJA!!!

Es gibt da tatsächlich einen Punkt (etwa einen Ticken links von der Bildschirmmitte), an dem man den Held positionieren kann, um gleichzeitig über die Kugeln des Phönix hinweg zu springen und ihn - vielmehr seinen Kristall - in der Luft zu erwischen. Dafür hatte ich nun den Life Ball und das Elixir geopfert. Der rote Dämon zum Schluss war tatsächlich eher von der Lappenfraktion. Dank des Curing Rings konnte der Typ mir weniger Energie abzwacken als automatisch nachgeladen wurde.

Das Ende kam jetzt zwar plötzlich, aber dennoch wenig überraschend. Der Abspann besteht wie der Vorspann auch, aus einigen Bildern ohne viel Text und Erklärung. Im Vergleich zur Version Sharp X68000 scheinen hier und da diverse Bilder zu fehlen. Bei Gamefaqs sind von der X68000-Version bereits im Vorspann einige Bilder enthalten, die es auf dem SNES nicht gibt - warum auch immer. Ob sich auch im Gameplay Unterschiede ergeben kann ich nicht sagen, da nicht gespielt.

So, ich fands technisch und mechanisch insgesamt ein wenig bieder, aber es war dennoch ein netter Zeitvertreib. Lagoon behält sich als früher Genre-Vertreter einige spielerische Macken vor, die man aber in Kauf nehmen kann. Bis zum Ende hin bleibt das Spiel relativ fair, zumal man überall frei speichern kann. Die Bewaffnung und ihre Nutzung ist halt ein wenig dürftig. Das automatische Regenerieren der Lebensenergie ist aber frustmildernd. Der Kniff mit den Ringen als kurzzeitiger Boost verschiedener Eigenschaften ist neckisch - ohne jegliche Erklärung aber bis in letzte Drittel des Spiels völlig an mir vorbei gegangen. Lediglich der Schluss war richtig dröge. Nachdem der Held bereits im vorletzten Dungeon das Höchstlevel erreicht hat, fiel das enorm umfangreiche Lagoon Castle eher langweilig aus, da es nur ein riesiges Labyrinth ist. Dennoch sind gerade hier die letzten wichtigen Rüstungsteile versteckt, so dass man trotzdem alles absuchen sollte. Nur der Kampf gegen die kleinen Gegner wurde sinnlos. Exp. gibts nicht mehr und Gold braucht man nun auch nicht mehr sammeln. Der Endkampf ist hingegen eine üble Herausforderung, die zwar spielbar ist, jedoch nur dann, wenn man genügend Items zur Regeneration hat und man nervlich strapazierfähig ist. Sieben Endbosse direkt hintereinander weg - krasser gehts nimmer! Da hatte ich das Gefühl, dass Level 35 insgesamt noch ein bisschen dürftig wär.

Bis dahin hatte ich trotzdem viel Spaß, wenn es auch kaum eine tiefgreifende Story gab oder groß angelegte Wendungen im Spiel selbst. Ich hab dennoch etwa 12 bis 15 Stunden Spaß mit dem Game gehabt. Ich kann aber genauso gut verstehen, wenn man mit den spielerischen und technischen Einbußen eben nicht klar kommt. Das biedere Leveldesign, die extrem straighte Inszenierung, die friemeligen Kloppereien und die recht hohe emotionale Distanz zwischen Game und Spieler sind nicht von der Hand zu weisen. Ich kann aber auch mit anderer Mittelklasse-Software gut leben oder sie mir "schönspielen", wenn ich das tatsächlich möchte, von daher kann ich ruhigen Gewissens sagen, dass ich (!) Lagoon toll fand, objektiv betrachtet bestenfalls 6 Punkte als Endwertung zücken würde; vermutlich wären es sogar nur 5.
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Re: Lagoon

Beitrag von mimi85 » 12. April 2014, 17:01

Gibt's eigentlich nen Tip, was Timing während der Kämpfe betrifft. Ich bin mit dem Short Sword grad in der ersten Höhle und krieg es nicht hin, einen normalen Gegner mit der Funzel zu treffen.

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