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 Betreff des Beitrags: Der große MD-Shootercountdown
BeitragVerfasst: 12.12.2014 15:50 
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Einen herzlichen Gruß an die neue & alte Leserschaft! Da ich in den letzten Wochen in unerwartet schreiblustiger Laune gewesen bin, dachte ich mir, es wäre gar nicht abwegig, mit diesem Thema frühzeitig anzufangen – hier wollen wir uns in den nächsten Wochen mit dem Aufkommen des allmächtigen Mega Drives widmen. Zunächst möchte ich anmerken, dass ich, als ich mit dem Durchspielen des MD-Aufkommens anfing, Sorgen hatte, was einen Countdown anbelangte. Ich fürchtete eingangs, dass meine Liste keinerlei Überraschungen und eigene Noten enthalten würde und kantenlos ausfiele, doch glaube ich mittlerweile, dass es ein paar unerwartete Wendungen geben wird. Da der Anteil an Kuriositäten vergleichsweise hoch ist, schicke ich zunächst ein paar Worte voraus, was besprochen wird – und was nicht:

- Behandelt werden lediglich Mega Drive/Genesis-Spiele, weder Mega/Sega-CD-Titel noch das überschaubare 32X-Aufgebot werden diskutiert, mangels entsprechender Hard- wie Software auf meiner Seite.

- Grundsätzlich bin ich auch für unlizenzierte Spiele zu haben, ironischerweise haben manche von denen allerdings recht ausgeklügelte Schutzmechanismen, weswegen ich sie nicht zum Laufen kriegen konnte (Nachtrag: hat sich erledigt). Ich werde während der Besprechungen darauf verweisen, welche Spiele unlizenziert sind, alle mir bekannten Titel werden besprochen.

- Ausgelassen sind die furchtbaren Spieleanthologien mit mehreren Minispielen, worunter eben auch Shooter befindlich sind: Action 52, Arcade Classics, Super Game 270, Williams Arcade's Greatest Hits.

- Zu guter Letzt vernachlässige ich wiederum Spiele, die zu weit von der Norm abweichen, als da wären Railshooter (After Burner II, Burning Force, Galaxy Force II, Panorama Cotton, Space Harrier II, Super Thunder Blade), vertikal fixierte Spiele (Space Invaders '91) und andere Grenzgänger/Hybriden, die sich nur teilweise resp. mühselig in das Genre einbringen lassen (Subterrania, Wonder Boy III – Monster Lair).

- Es bleiben dennoch alles in allem 55 Spiele (Nachtrag: 59), darunter sind multidirektionale Shooter bereits eingepriesen, die ich dieses Mal gleich abhandle, anstatt sie hinterher anzuhängen.

Der Bewertungsrahmen bleibt identisch zu den vorangegangenen Besprechungen. Der Vollständigkeit halber wird er wiederum zitiert:

versteckter Inhalt:
1/10: Es liegt ein technisches Produkt vor, das als Videospiel zu bezeichnen geradezu tollkühn wäre. Spielspaß kommt nicht (oder nur im morbiden Sinne) auf, rettende Aspekte finden sich keine. Es bleibt nur, schärfstens vom Spiel abzuraten.

2/10: Unter einer tiefen Schicht von Unzulänglichkeiten mag sich entfernt Spielbares zeigen, alles in allem kommt allerdings kein Gefühl von Spaß oder Enthusiasmus auf. Die zugrundeliegenden Fehlleistungen verschütten alles, was hätte gut sein können.

3/10: Es liegen gravierende Fehler vor, doch kann man hier mindestens behaupten, dass es sich um ein Videospiel handelt. Grundlagen wie eine nachvollziehbare Spielkonzeption liegen eindeutig vor, auch wenn die Umsetzung von Schnitzern durchsetzt ist. Eingefleischten Freunden fürs Genre könnte man eine lauwarme Empfehlung aussprechen, allen anderen eher nicht.

4/10: Wir haben es mit einem unterdurchschnittlichen, doch weitgehend brauchbaren Titel zu tun. Ein großer Fehlschritt oder viele kleine Verfehlungen setzen die Gesamterfahrung zwar spürbar herunter, doch kommen nach der Spielrunde keine Selbstmordgedanken auf. Es ist überaus schwer, eine allgemeine Empfehlung auszusprechen, allerdings ist es auch nicht undenkbar.

5/10: Durchschnitt (auch wenn streng genommen 5,5 das arithmetische Mittel aus der ganzzahligen Reihe von 1 bis 10 wäre). Positives und Negatives halten sich die Waage, sodass ein ordentlicher Gesamteindruck entsteht. Es soll angemerkt werden, dass es sich hierbei um eine passable Bewertung handelt und nicht etwa um eine verkappte Herabwürdigung: ein durchschnittliches Spiel sollte man jedermann ohne schlechtes Gewissen anraten können.

6/10: Ein respektabler, überdurchschnittlicher Genosse. Die Vorzüge überwiegen die Nachteile, ausgetretene Pfade werden entweder verlassen oder mittelmäßiges Material wird im befriedigenden Maße konsistent umgesetzt. Spätestens hier sollten Freunde des Genres sich austoben können.

7/10: Signalisiert ein Qualitätsspiel. Leichtere Fehlleistungen verbauen den Weg zur Exzellenz (oder es gibt mehrere grandiose Teilaspekte, die von größeren Patzern heruntergezogen werden), es gibt aber eigentlich wenig auszusetzen. Selbst mild Interessierte werden hieran glücklich werden.

8/10: Weit überdurchschnittlicher Vertreter kurz vor der Schwelle des sehr guten. Versäumnisse liegen nur im geringfügigen Maße vor, wohingegen sämtliche Teilbereiche nicht nur herausragen, sondern bestens aufeinander abgestimmt sind. Selbst wenn es einem selbst nicht gefällt, muss man unumwunden die Wertarbeit anerkennen.

9/10: Spitzenspiel, das kaum noch Raum zur Kritik lässt, wenn überhaupt. Man mag sich zwar noch winzige Kleinigkeiten ausbedingen, die man persönlich gern gesehen hätte, doch recht eigentlich kann man schwerlich schlechte Worte finden. Selbst völlig Uninteressierte können sich hiervon begeistern lassen.

10/10: Meisterwerk ohne Raum für jedweden Makel. Nebst fehlerfreier Umsetzung einer probaten Idee muss hier auch noch der letzte Schliff sitzen, der es ermöglicht, dass man wie getrieben immer wieder zum Spiel zurückkehrt, um es bis ins Letzte auszuloten.

Wie auch beim HuCard-Durchgang werde ich von einer Unterteilung zwischen objektiver und subjektiver Wertung absehen, persönliche Vorlieben können allerdings ebenso ein Spiel aufwerten, wie ich willens bin, neutrale Umstände zugunsten eines Titels ins Feld zu führen, der mir nicht so sehr zusagt. Ich werde wohl im Anschluss an dieses Thema mal im Shooter-Thread meine ganz persönlichen 16-Bit-Lieblinge aufbereiten, ganz ohne staatsmännische Überlegungen, auf rein menschlicher Basis.

Abschließend möchte ich anmerken, dass wir eine gewisse Durststrecke am Anfang durchmachen werden, die durch das grandiose Finale mehr als nur wettgemacht werden wird. Es gibt fabelhafte Spiele zu entdecken und besprechen, doch zuvor will der Augiasstall ausgemistet werden, damit die Juwelen unter dem Dreck nur umso mehr zu funkeln vermögen – ich konnte jedenfalls einige neue Favoriten auf meiner persönlichen Bestenliste hinzufügen. Ich habe mir wie zuvor auch die Mühe gemacht, den Großteil der besprochenen Spiele (50 von 55; Nachtrag: 57 von 58; letzter Nachtrag: 59 von 59 8)) ohne den Gebrauch eines Continues wenigstens auf der Schwierigkeitsstufe Normal (bzw. Hard, wenn die Wahl zwischen Easy und Hard besteht) durchzuspielen, so mir das nicht möglich war/das Spiel gar zu erbärmlich schlecht ausgefallen ist, investierte ich ein meines Erachtens adäquates Zeitpensum, um das in Frage stehende Spiel hinreichend zu beurteilen. Für etwaige Kommentare, Anmerkungen sowie Kritiken bin ich wie immer dankbar, es ist schon ein durchaus mulmiges Gefühl, wenn man reihenweise Spiele bespricht, ohne dass sich etwas regt im Thema. Nun aber auf ins Getümmel!

Das Ergebnis auf einen Blick:

Alte Liste, die drei Nachzügler sind als Bonus angefügt:
versteckter Inhalt:
1. Undeadline (10/10)
2. Thunder Force IV (10/10)
3. Crying/Bio-Hazard Battle (9,5/10)
4. Twinkle Tale (9,5/10)
5. Elemental Master (9,5/10)
6. Battle Mania Daiginjou (9,5/10)
7. Granada (9/10)
8. Gleylancer (9/10)
9. Same! Same! Same!/Fire Shark (9/10)
10. Eliminate Down (8,5/10)
11. Senjou no Ookami II/Mercs (8,5/10)
12. Super Fantasy Zone (8,5/10)
13. Forgotten Worlds (8/10)
14. Darius II/Sagaia (8/10)
15. Phelios (8/10)
16. Raiden Densetsu/Raiden Trad (8/10)
17. Tatsujin/Truxton (8/10)
18. Slap Fight (8/10)
19. Whip Rush (8/10)
20. Gynoug/Wings of Wor (8/10)
21. Vapor Trail (7,5/10)
22. Kyuukyoku Tiger/Twin Cobra (7,5/10)
23. Hellfire (7,5/10)
24. Battle Mania/Trouble Shooter (7/10)
25. Thunder Force III (7/10)
26. Task Force Harrier EX (7/10)
27. Sol-Deace (7/10)
28. V-V/Grind Stormer (7/10)
29. Musha Aleste/M.U.S.H.A. (7/10)
30. Gaiares (6,5/10)
31. Atomic Robo-Kid (6,5/10)
32. Fire Mustang (6,5/10)
33. Aero Blasters/Air Buster (6,5/10)
34. Verytex (6/10)
35. Dangerous Seed (5,5/10)
36. Insector X (5,5/10)
37. Koutetsu Teikoku/Steel Empire (5/10)
38. Zero Wing (5/10)
39. Arrow Flash (4,5/10)
40. Heavy Unit (4,5/10)
41. Darwin 4081 (4/10)
42. XDR – X-Dazedly-Ray (4/10)
43. Daisenpuu/Twin Hawk (4/10)
44. Curse (3,5/10)
45. Mega SWIV (3,5/10)
46. Uchuu Senkan Gomora/Bio-Ship Paladin (3/10)
47. Thunder Force II (3/10)
48. Uzu Geobukseon/Space Turtle Battleship (2,5/10)
49. Magic Girl (2/10)
50. Master of Weapon (1,5/10)
51. Super Airwolf/Crossfire (1,5/10)
52. Battle Squadron (1/10)
53. Gadget Twins (1/10)
54. Xenon 2 Megablast (1/10)
55. Divine Sealing (0/10)

Bonus:
Viewpoint (7/10)
Adventurous Boy (2/10)
Earth Defense/The Earth Defend (1/10)
Thunderbolt II (4,5/10)

Neue Liste (s. erklärenden Beitrag; alle 58 Spiele auf einmal):
versteckter Inhalt:
1. Undeadline (10/10)
2. Thunder Force IV (10/10)
3. Crying/Bio-Hazard Battle (9,5/10)
4. Granada (9,5/10)
5. Elemental Master (9,5/10)
6. Battle Mania Daiginjou (9,5/10)
7. Twinkle Tale (9,5/10)
8. Gleylancer (9/10)
9. Same! Same! Same!/Fire Shark (9/10)
10. Eliminate Down (8,5/10)
11. Raiden Densetsu/Raiden Trad (8,5/10)
12. Senjou no Ookami II/Mercs (8,5/10)
13. Super Fantasy Zone (8,5/10)
14. V-V/Grind Stormer (8/10)
15. Forgotten Worlds (8/10)
16. Darius II/Sagaia (8/10)
17. Phelios (8/10)
18. Tatsujin/Truxton (8/10)
19. Slap Fight (8/10)
20. Whip Rush (8/10)
21. Gynoug/Wings of Wor (8/10)
22. Vapor Trail (7,5/10)
23. Kyuukyoku Tiger/Twin Cobra (7,5/10)
24. Sol-Deace (7,5/10)
25. Hellfire (7,5/10)
26. Aero Blasters/Air Buster (7/10)
27. Viewpoint (7/10)
28. Gaiares (7/10)
29. Battle Mania/Trouble Shooter (7/10)
30. Thunder Force III (7/10)
31. Task Force Harrier EX (7/10)
32. Musha Aleste/M.U.S.H.A. (7/10)
33. Atomic Robo-Kid (6,5/10)
34. Fire Mustang (6,5/10)
35. Verytex (6/10)
36. Dangerous Seed (5,5/10)
37. Insector X (5,5/10)
38. Koutetsu Teikoku/Steel Empire (5/10)
39. Zero Wing (5/10)
40. Thunderbolt II (4,5/10)
41. Arrow Flash (4,5/10)
42. Heavy Unit (4,5/10)
43. Darwin 4081 (4/10)
44. XDR – X-Dazedly-Ray (4/10)
45. Daisenpuu/Twin Hawk (4/10)
46. Curse (3,5/10)
47. Mega SWIV (3,5/10)
48. Uchuu Senkan Gomora/Bio-Ship Paladin (3/10)
49. Thunder Force II (3/10)
50. Uzu Geobukseon/Space Turtle Battleship (2,5/10)
51. Magic Girl (2/10)
52. Adventurous Boy (2/10)
53. Master of Weapon (1,5/10)
54. Super Airwolf/Crossfire (1,5/10)
55. Battle Squadron (1/10)
56. Gadget Twins (1/10)
57. Xenon 2 Megablast (1/10)
58. Earth Defense/The Earth Defend (1/10)
59. Divine Sealing (0/10)

Statistisch wertvolle Übersicht!


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 Betreff des Beitrags: Re: Der große MD-Shootercountdown
BeitragVerfasst: 12.12.2014 15:54 
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55. Divine Sealing (0/10)

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Die Höflichkeit gebot es mir bislang, bei den Wertungen umgehend mit der Eins als der niedrigsten Zahl anzufangen, jedoch sehe ich mich außerstande, das hier zu tun. Divine Sealing ist eines der bereits erwähnten unlizenzierten Spiele, und als solches ist es geplagt von allerlei allzu typischen horrenden Problemen: etliche Animationen scheinen komplett zu fehlen, weswegen die Framerate keinerlei Konsistenz aufweist, die Kollisionsabfrage ist haaresträubend, die Sichtbarkeit ist teils kaum gegeben, weswegen man von Dingen getroffen wird, die sich einem Menschen ohne Adleraugen verschließen müssen, das ganze Programm eben. Das alleine reichte gleichwohl nicht, um zu einer so drastischen Wertung zu greifen; um ganz ehrlich zu sein, ist Divine Sealing nicht einmal im Ansatz der schlechteste 16-Bit-Shooter, den zu spielen ich das Missvergnügen hatte, es rangierte wohl irgendwo bei 1,5 bis 2 Punkten dank des milde interessanten insektoiden Leitmotivs, eines streckenweise sogar akzeptablen Soundtracks und einer Handvoll nett anzusehender Bosse, die es zu einem der besseren unter den sehr schlechten Spielen avancieren lassen.

In noch wesentlich perfiderer Manier als Toilet Kids auf der PCE allerdings greift Divine Sealing direkt ins Seelenleben der Spieler ein. Während die Level selbst keinerlei ungewöhnliche Extravaganzen zu bieten haben (mal von der minderen Qualität abgesehen), hielt es die Programmierertruppe wohl für das Beste, das dürftige Spielkonzept mit lasziven Szenen aufzubessern. Nach jedem bezwungenen Boss zieht ein Mädel blank, in der Regel mit einem Gesichtsausdruck, der Zwang suggeriert. Meinen inneren wie äußerlichen Ekel angesichts einer solchen Perversion gedenke ich nicht, weiter auszuführen. Was mich dabei am meisten ärgert, ist der Umstand, dass man diese Zwischensequenzen nicht einmal umstandslos überspringen kann, sondern eine ganze Weile auf die Tasten hämmern muss, um den Entkleidungsprozess Stück für Stück abzuwickeln. Da wollten die Herren Entwickler absolut sicherstellen, dass der Spieler auch nicht das Wesentliche verpasst.


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 Betreff des Beitrags: Re: Der große MD-Shootercountdown
BeitragVerfasst: 12.12.2014 18:12 
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Juchey, da ist der nächste Shooter-CD. Und ich musste gut Lachen bei dem ersten Satz über Divine Seal. Allein wegen der Null-Wertung werde ich es mir mal anschauen müssen (und um zu überprüfen, ob es wirklich schlechter als D-Force geht, allerdings auf YouTube, die angesprochenen Szenen möchte ich nun auch nicht unbedingt präsentiert bekommen)


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 Betreff des Beitrags: Re: Der große MD-Shootercountdown
BeitragVerfasst: 12.12.2014 21:17 
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54. Xenon 2 Megablast (1/10)

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Ungelogen der schlechteste Shooter, welcher mir je untergekommen ist. Ich habe mir nicht die Mühe gemacht, en detail nachzuforschen, in welcher Beziehung es nun genau zu den Amiga-Spielen steht, kann jedenfalls bei dem hier vorliegenden Produkt lediglich den Bannstrahl aussprechen. Wenn ich die Framerate von Xenon 2 bildlich mit irgendetwas vergleichen müsste, wäre es wohl die Diafilm-Show eines hochgradig alkoholisierten Mannes: es ruckelt, bebt und schwankt, dass zu befürchten steht, die Konsole werde jeden Moment Feuer schlagen. Andere Fronten sind nicht eben besser bestellt: es gehört wie selbstverständlich zur Spielsystematik, dass die kläglich langsamen Kugeln sichtbar durch Gegner hindurchsegeln, während die Erfassung von Treffern beim eigenen Raumschiff (das mich verdächtig an einen Zigarrenanzünder erinnert) souverän großherzig abgewickelt wird, Gegner haben immerhin auch den Wunsch danach, mit Erfolgsgefühlen nach Hause zu gehen. Es ist auch möglich, in Sackgassen zu fliegen, danach muss man in den Rückwärtsgang, was ein ohnehin zähflüssiges Spiel (BlaZeon ist rasant dagegen) endgültig in den Stillstand schickt.

Es gibt auch Geschäfte, in denen man ein gemischtes Angebot von nutzlosen Waren abgreifen kann, so eine Dauerfeuerfunktion, die immer noch deutlich langsamer vonstatten geht, als wenn man manuell die Tasten betätigt. Bezeichnend finde ich auch, dass standardmäßig der Soundtrack ausgeschaltet ist, vielleicht deswegen, weil er aus einem einzigen katatonischem Stück besteht. Und viel mehr kann ich nicht sagen, da es über mein körperliches, geistiges und geistliches Fassungsvermögen geht, es viel weiter zu spielen. Dass irgendwer die Chuzpe hatte, mit gutem Gewissen so einen Schrott zu verkaufen, nötigt mir fast schon wieder Respekt ab. Und da wundern sich Leute, warum der Begriff "Euroshmup" so negativ besetzt ist.

Nachtrag, da ich mithilfe eines Dauerfeuercontrollers durchgespielt habe: na, da wäre mir ja beinahe das Beste entgangen! Das Rückwärtsfliegen, das ich für ein irritierendes Gimmick hielt, wird noch zentral für ein labyrinthartiges System aus verschiedenen Pfaden. Noch doller treibt es aber das Flackern, das ich in einer solchen Art und Weise auch nicht erleben durfte. Hier ist mal mein Bild sofort nach dem Sieg über den finalen Bossgegner:

Dateianhang:
Xenon 2 Megablast - Zensurbalken.JPG
Xenon 2 Megablast - Zensurbalken.JPG [ 84.07 KiB | 4740-mal betrachtet ]

Eigentlich sollte da in der Mitte mein Raumschiff sein. Das war aber zu viel des Guten. Gegner und deren Projektile sind ähnlich gut zu erkennen. Ich sehe Dimension Force nunmehr mit ganz neuen Augen!



@Radagast: Wie schon geschrieben, ist Divine Sealing auf rein spielerischer Ebene schon noch eine Nuance besser als Dimension Force. Dafür liefert letzteres solide grottenschlechte Action ohne Schweinskram, was ich dann doch mehr zu würdigen weiß.


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 Betreff des Beitrags: Re: Der große MD-Shootercountdown
BeitragVerfasst: 12.12.2014 23:33 
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Ja, ja... Divine Sealing, das hätte ich aber noch vor Xenon 2 gesehen. Ich verstehe damals wie heute nicht, wieso Xenon 2 unter "Retrogamern" so einen guten Ruf genießt. Der Soundtrack auf dem Amiga ist ganz nett gemacht, da hat Bomb the Bass gute Arbeit geleistet.

Aber das Spiel ist dort genau so Crappy. Vermutlich liegt es am Bitmap Bros. Hype... den es damals auch schon gab. Ich würde für Xenon 2 -5/10-Punkten vergeben. Das einzige Xenon 2, welches ich "mag", ist das auf dem Gameboy, liegt aber daran, das Xenon 2 damals zusammen mit einem Gameboy Pocket mein Einstieg in die Handheld-Welt gab, das wurde damals aber auch schnell von einem Nemesis aus dem 2nd Hand Shop abgelöst. ;)

Ansonsten bin ich als hauptberuflicher Megadriver natürlich auf den weiteren Verlauf dieses Countdowns gespannt, hätte allerdings sehr sehr gerne deine Meinung zu Sub Terrania gehört! :) ... habe das Spiel damals schon gehabt und kann es auch nicht so 100% einordnen...


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 Betreff des Beitrags: Re: Der große MD-Shootercountdown
BeitragVerfasst: 13.12.2014 08:35 
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Hui, ein MD-Shooter Countdown. Ich beschäftige mich erst seit ein paar Wochen mit dem MD, habe aber bereits jetzt schon mehr Shooter auf der Kiste als auf dem SFC. Xenon 2 gehört leider dazu und dieser ist neben Heavy Unit einer der bescheidesten Shooter, die ich je gespielt habe.

Ich bin auf deine Reviews von Gynoug und Arrow Flash gespannt.

Mal eine Frage zur Software: Besitzt du von jedem Spiel das Modul oder spielst du über Everdrive?



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 Betreff des Beitrags: Re: Der große MD-Shootercountdown
BeitragVerfasst: 13.12.2014 17:05 
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Auch hier werde ich interessiert mitlesen :) Die Welt der Mega Drive Shooter ist -relativ- neu für mich, auch wenn man natürlich die größten Klassiker irgendwie von irgendwo meist schon kennt.



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 Betreff des Beitrags: Re: Der große MD-Shootercountdown
BeitragVerfasst: 13.12.2014 18:45 
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53. Gadget Twins (1/10)

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Jämmerlicher Versuch, das Fantasy Zone-Konzept (Gegner hinterlassen Geld, das in Läden umgesetzt wird) mit einer eigenen Idee zu kombinieren: man kann in die vier Himmelsrichtungen zuschlagen, allerdings immer nur in einer auf einmal. Und mit zuschlagen meine ich ebendas: der kleine Spielzeugflieger entlässt eine rote Faust, die von einer Sprungfeder betätigt wird, um allerlei albernen Gegnern das Gesicht zu lädieren. Die Reichweite und Dynamik dieses Angriffes lässt Tekkaman Blade wie einen ungezügelten Killer erscheinen. Es soll fairerweise zugestanden werden, dass es möglich ist, sich bessere Waffen zu kaufen (z.B. Fangeisen), die ändern zunächst allerdings auch nichts an dem Grundproblem.

Bosse haben unglaublich viel Energie und sind erschütternd schwer zu treffen, während die eigene Energieleiste im Bruchteil einer Sekunde schwindet, weil man im Hitstun befindlich ist und nicht wegkommt, während der Schaden sich kumuliert. Das Salz in der Wunde ist dann der dudelnd-fiedelnde Soundtrack, der selbst Taubstumme ins Irrenhaus bringt.




@Commodore64: Deine Anwesenheit darf wohl als obligatorisch gelten, gleichwohl ich unter dem Eindruck stand, dass Dein Herz allen Sega-Konsolen gleichermaßen gehört, nicht? Oder zögest Du das Mega Drive im Zweifelsfalle auch dem Saturn vor?
Subterrania wäre dann womöglich noch ein Fall für das Addendum, ich kann hier allerdings noch nichts versprechen, das spielt sich schon sehr ungewöhnlich, daher möchte ich absolut sicherstellen, dass ich objektiv darüber urteilen kann.


@Sebel: Wie bei den HuCards auch besitze ich ein paar Spiele im Original, allerdings längst nicht alle. Leider spotten die Preise mancher Titel mittlerweile jeglicher Beschreibung (vor nicht allzulanger Zeit wechselte z.B. ein Eliminate Down für 700 Schleifen den Besitzer), aber das scheint ja ein allgemeiner Trend geworden zu sein.


@ChronoMoogle: Wobei abzuwarten bleibt, ob alle der bekanntesten und für gewöhnlich am lautesten gepriesenen Spiele es dann auch tatsächlich bis an die Spitze schaffen - oder ob es nicht vielmehr andere Kameraden sind, die die Leiter erklimmen... :-o



Noch eine allgemeine Anmerkung: wenn in einer Besprechung von einem "Nachtrag" die Rede ist, meine ich damit nicht, dass der Beitrag im Nachhinein editiert worden ist, als er schon hier im Forum mitgeteilt worden ist, sondern es handelt sich um eine bereits vorgenommene Textänderung. Ich hatte bei manchen Spielen schon meine Gedanken fertig, spielte diese dann allerdings doch noch durch (etwa dank eines Dauerfeuercontrollers). Ich hielt es für das Beste, diese Gedanken parallel nebeneinander bestehen zu lassen, anstatt den gesamten Aufbau umzustellen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Der große MD-Shootercountdown
BeitragVerfasst: 14.12.2014 12:59 
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52. Battle Squadron (1/10)

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Das Strike Gunner S.T.G. auf dem Mega Drive. Während das ganze Spiel über dieselben zehn Sekunden des einzigen monotonen Musikstücks laufen, die von entsprechend blechernen Soundeffekten umrahmt werden, ändert sich an der Szenerie und den Gegnern so gut wie nichts. Zu allem Überfluss gibt es keine eingebaute Dauerfeuerfunktion und die Graphik innerhalb der Felsenkluften versperrt oftmals die Sicht auf die Kugeln (teilweise auch mal sechzig bis siebzig Prozent des Bildschirms). Der hohe Schwierigkeitsgrad verträgt sich natürlich fabelhaft mit dieser pathologischen Eintönigkeit, viele Tage mit unerhörtem Spielspaß sind garantiert! Wieder einmal ein schlagender Beweis dafür, warum europäische Shooter nicht den besten Leumund genießen.

Es soll übrigens in aller gebotenen Klarheit darauf hingewiesen werden, dass Battle Squadron und Gadget Twins auf theoretischer Basis "besser" sind als Xenon 2 Megablast, letzteres aber wenigstens noch von einer stupend lausigen Machart ist, die einen erstaunen lässt (wenn man einen Dauerfeuercontroller hat), während die ersteren beiden einfach nur hundsmiserabel sind und einen elenden Spieler zurücklassen. Mit Xenon 2 Megablast kann man verzerrten Spaß haben (womöglich zusammen mit Freunden, die sich dieses Kuriosum einmal ansehen mögen), Battle Squadron & Gadget Twins sind dagegen Beschaffungsmaßnahmen für Selbstmordgefährdetenhotlines.


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 Betreff des Beitrags: Re: Der große MD-Shootercountdown
BeitragVerfasst: 14.12.2014 15:28 
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Jaaaaa - er tut es wieder.
Und aufm MD nenne ich dann doch auch mal ne ganze Reihe an (Top?)Titeln mein eigen.
Gespanntes Mitlesen garantiert.



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- NUR DIE SGE -
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 Betreff des Beitrags: Re: Der große MD-Shootercountdown
BeitragVerfasst: 14.12.2014 18:22 
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51. Super Airwolf/Crossfire (1,5/10)

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Basiert ursprünglich auf der Fernsehserie Airwolf, ausgerechnet im Westen ist es allerdings in Crossfire umbenannt worden (auch wurde die für die Fernsehserie typische Melodie durch generisches Geplärre ersetzt), wohl, weil die Herausgeber vermuteten, dass zu diesem Zeitpunkt keiner mehr von diesem Logo hinterm Ofen hervorgelockt werden könnte.

Super Airwolf enthält mehrere Spielstile in einem: jeder Level beginnt mit einem rudimentären vertikalen Abschnitt, danach muss man mit einem nunmehr unverwundbaren Flieger möglichst viele stationäre Kanonen ausschalten, damit ein Soldat im folgenden multidirektionalen Part es einfacher hat, eine Geisel zu befreien, woraufhin sich wieder ein vertikal scrollendes Segment anschließt. Nach jedem Level kann man sich mithilfe des erworbenen Geldes ein paar Ausrüstungsgegenstände zulegen, hernach sucht man sich einen neuen Level aus und der Reigen beginnt von neuem.

Während die automatisch scrollenden Partien mit sehr viel gutem Willen als "lediglich" massiv defizitär durchgehen, wäre da nicht der Umstand, dass man genau wissen muss, von wo die Gegner kommen, da man sonst unweigerlich gerammt wird und verstirbt (Kugeln sind das geringste Problem), besteht keine Frage, dass die multidirektionalen Einlagen zu dem Furchtbarsten gehören, was das Untergenre je hervorgebracht hat. Unser wackerer Kriegsheld ist mit der größten Hitbox gesegnet, die ich jemals bei einem Humanoiden gesehen habe, Lücken, durch die er anderthalb Male durchpasste, reichen nicht, um Kugeln zu entgehen. Zum Ausgleich verfügt er über einen Hochsprung wie aus einem Zeichentrickfilm, der so lange andauert, dass man in der Regel zwar über die eine Kugel hinwegspringt, doch sogleich auf der nächsten landet. Herrlich anzusehen ist das schon, für weitergehende Motivation sorgt es weniger.




@ffm_1975: Auch Dir danke ich für die freundlichen Worte an dieser und anderer Stelle. :)


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 Betreff des Beitrags: Re: Der große MD-Shootercountdown
BeitragVerfasst: 15.12.2014 11:19 
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50. Master of Weapon (1,5/10)

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Portierung des gleichnamigen Taito-Arcadespiels. Die traurigste Nachricht gleich vorweg: ich bin der Ansicht, dass diese MD-Adaptierung die beste Möglichkeit darstellt, dieses Spiel zu erfahren. Das muss angesichts der Wertung ungeheuerlich anmuten, doch entspringt es den Wurzeln des Übels, die sich hier tief gegraben haben. Master of Weapon (MoW) hat alle Anlagen, ein mittelmäßiges, ja vielleicht sogar leicht überdurchschnittliches Gesamtergebnis hinzulegen, und wirft jede sich bietende Gelegenheit wie Ballast über Bord.

Zunächst einmal kann ich nur ausdrücklich dazu raten, den Standardschwierigkeitsgrad Easy unangetastet zu lassen. Abseits der offensichtlichen Veränderungen (aggressivere Gegner, widerstandsfähigere Bosse) ändert das Wechseln des Schwierigkeitsgrades nämlich auch die Anfangsgeschwindigkeit des Schiffs. Und ab Normal könnte es sich um das langsamste Gefährt handeln, das ich je erlebt habe. Nach zwei Speed Ups ist es etwa so wendig wie die Vic Viper im Ausgangszustand. Nun wird der aufmerksame Leser sich die Frage stellen, was denn daran so problematisch ist, wenn es doch entsprechende Gegenmaßnahmen gibt. Die Antwort: Power-Ups sind komplett zufällig. Mal hat man Glück und kann in kürzester Zeit die Feuerkraft und Geschwindigkeit auf Vordermann bringen, mal spielt man durch drei Level, ohne ein einziges Mal in den Genuß einer Waffenaufwertung gekommen zu sein. Die meiste Zeit über wird man von völlig nutzlosen Tertiärwaffen behelligt (das Vehikel verfügt über einen primären wolkigen Schuß, ein unbegrenztes Bombenarsenal im Xevious-Stil sowie über Spezialwaffen, die nach Benutzung einen oder mehrere Balken leeren, welche sich dann wieder aufladen müssen), denen man zu allem Übel kaum ausweichen kann, weil Aufwertungen gemächlich im Kreis rotieren und den Spieler regelrecht verfolgen. Sollte also mal die wirklich nützlich Guide-Unterwaffe ausgerüstet sein, sollte niemand der Illusion nachhängen, dass dies ein permanenter Zustand sein wird.

Als wäre das nicht schlimm genug, haben wir es noch mit einer einmalig abwechslungsarmen Szenerie, einem der schlechtesten Soundtracks der Konsole sowie einem bemerkenswert unausgegorenen Bosskampf zu tun, bei welchem man wortwörtlich ohne Eigenschuld Leben verliert, weil der Kerl so dichte Muster abfeuert, dass Ausweichen nicht möglich ist. Umso erstaunlicher ist es, wie sauber die technischen Aspekte ablaufen: trotz des massiven Gegneraufkommens und des sehr schnellen Scrollings stottert die Konsole nie, alles bleibt sauber und glatt. Deswegen zum einen und aufgrund der Superiorität zur Arcadevorlage zum anderen greife ich auch aus dem Vollen und vergebe diese Spitzenwertung für MoW. Sache ist nämlich die: das Arcade-MoW ist sehr wahrscheinlich ganz oben auf der Liste der schwersten Shooter zu finden, weil zu den erwähnten Faktoren auch noch wie von der Tarantel gestochene Gegner unablässig feuern. Ein Ableben in der Arcadeversion bedeutet trotz des Mangels an Checkpoints einen verlorenen Credit, während man auf Easy in der MD-Fassung u.U. noch den ersehnten Clear einholen kann. Es ist wirklich ein Jammer: das flotte Tempo macht Lust auf mehr, wird allerdings von nichts auch nur annähernd gestützt.

Addendum: als ich diesen Eintrag verfasste, hatte ich MoW noch nicht auf Normal durchgespielt, was sich seither änderte. Nebst guter Kenntnis der marodierenden Gegnerschwärme war hierzu Glück nötig: wie bereits erwähnt, entscheidet Fortuna höchstpersönlich darüber, welche Power-Ups den Bildschirm unsicher machen. Darunter ist auch eine ungeheuer mächtige Einmalbombe, die es realisiert, den beschriebenen Bosskampf ohne Lebensverlust zu absolvieren. Das ist auch bitter nötig, denn der letzte Bossgegner ist auf Normal nicht bzw. nur mit sehr vielen Leben in Reserve zu schaffen, wenn man nicht voll aufgewertet ist. Freilich kommt das dem unglaublichen Anspruch der Arcadefassung noch immer nicht nahe, zumal etliche der schlimmsten Gegner ganz fehlen, Präzision ist dennoch vonnöten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Der große MD-Shootercountdown
BeitragVerfasst: 15.12.2014 17:53 
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49. Magic Girl (2/10)

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Das zweite und letzte unlizenzierte Spiel auf unserer Liste. Technisch eine wandelnde Katastrophe, es perpetuiert sich der Eindruck, als ob mehrere Frames übersprungen werden oder ganz fehlen (sowohl beim eigenen Charakter als auch bei den Gegnern), manchmal materialisieren sich Kugeln aus dem Nirgendwo, Gegner bleiben halb am Bildschirmrand hängen, ohne wirklich den Bildschirm zu betreten, die Soundeffekte sind viel zu laut, jeder Level spielt sich wie der vorangegangene... Der einzige Lichtblick hier ist, dass der Schwierigkeitsgrad absurd niedrig liegt, da es einen Yin-Yang-Schutzschild abzugreifen gibt, der etliche Treffer absorbiert, bis er den Geist aufgibt. So lässt sich Magic Girl wenigstens beim ersten Versuch überwinden, um es fortan und für immerdar in den Archiven verstauben zu lassen.

Was vielleicht geholfen hätte, wäre eine wie auch immer geartete Struktur gewesen, anstatt ohne jede Mühe Gegner und Kugeln halbherzig erscheinen zu lassen. Magic Girl wirkt wie das Wochenendprojekt von Jugendlichen, die sich vornehmen, das beste Spiel aller Zeiten zu kreieren, und nach wenigen Stunden merken, welchen Aufwand es mit sich zöge, entsprechende Planung, Ressourcen und technische Kompetenzen aufzubringen. Da man sich aber nun dazu durchgerungen hat, wird eben ein chaotisches Wirrwarr dahingeschludert und ohne weiteres Probespielen für hinreichend erklärt.


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BeitragVerfasst: 16.12.2014 11:30 
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48. Uzu Geobukseon/Space Turtle Battleship (2,5/10)

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Zu meinem eigenen Erstaunen tatsächlich mit einer Lizenz gesegnet, gleichwohl lediglich in Südkorea erschienen. Der historisch versierte Leser wird anhand des Namens gleich erahnen, was in diesem Spiel gesteuert wird: ein Geobukseon (bzw. Keobukseon) oder Schildkrötenschiff ist/war ein mittelgroßes Schiff, das für den Nahkampf gegen andere Schiffe eingesetzt worden ist, entweder via Rammen oder aber zum Entern größerer Schiffe. Doch nicht nur geschichtlich haben sich die Entwickler Anleihen gesucht, auch beim Zusammentragen anderer MD-Shooter war man fleißig: Musha Aleste, Darwin 4081 und selbst Master of Weapon mussten motivisch herhalten, ferner meine ich Einflüsse von Super Airwolf und Vapor Trail zu erkennen.

Doch was taugt diese Melange auf spielerischer Ebene? Zunächst einmal macht Uzu Geobukseon einen ganz ordentlichen Eindruck, audiovisuell ist es etwas schal (der Versuch, die ikonische Szene aus Musha nachzuerleben, geht peinlich in die Hose), doch geriert es sich als akzeptabler, wenngleich sehr generischer vertikaler Shooter. Ein paar Kleinigkeiten gefallen mir sogar ziemlich gut, so haben Bosse eine numerische Anzeige, wieviel Energie ihnen noch zur Verfügung steht, und bei jeder Waffenstufe kann man zwischen zwei Schußtypen wechseln, die in der Regel sogar beide ihre Existenzberechtigung haben. Das Spiel verläuft auf einer denkwürdigen Zeitlinie und fängt irgendwo im Paläolithikum an, um sich dann durch verschiedene Etappen hindurchzuarbeiten, vom feudalen China bis hin zur Moderne, um in einer futuristischen Welt zu enden, was zwar keinerlei Kohärenz bedeutet, aber doch abwechslungsreiche Schauplätze.

Dieses gediegene Mittelmaß wird von zwei Faktoren zersiebt: zum einen ist das Spiel in Anbetracht der Gesamtqualität deutlich zu lang. Es werden an der Statusanzeige acht Level gezählt, die meisten sind allerdings ihrerseits in zwei Level unterteilt, was ein Gesamtresultat von vierzehn Level ergibt, jeder mit einem Boss am Ende. Und so sehr die Hintergründe changieren mögen, ändert sich doch nichts an dem Umstand, dass sich spielerisch keinerlei Abwechslung breit macht. Der zweite Störfaktor ist eine überaus nervtötende Idiosynkrasie bei der Bewaffnung: Uzu Geobukseon bietet zwar Dauerfeuer, doch feuert die Waffe in festgelegten Intervallen. Da es notwendig ist, gegnerischen Projektilen weitgehend nicht etwa auszuweichen, sondern diese mit der eigenen Bewaffnung zu zerstören, kann es zu dem ärgerlichen Umstand kommen, dass man von zielsuchenden Raketen getroffen wird, weil es wieder einmal zu lange dauerte, bis die nächste eigene Salve fertig war. Gerade bei späteren Bossen braucht man deswegen die Bomben und noch eine Prise Glück, um ungeschoren davonzukommen. Jeder Treffer stuft das Schildkrötenschiff herunter, und gegen Ende hin ist ein zu schwaches Schiff gleichbedeutend mit einem Todesurteil, weswegen diese Art von Überempfindlichkeit beim Schußverhalten schwer verzeihlich ist. Als denkwürdiger Zufallsfund in der Asservatenkammer ist Uzu Geobukseon vortrefflich geeignet, zum ernsthaften Gebrauch indes nicht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Der große MD-Shootercountdown
BeitragVerfasst: 16.12.2014 16:18 
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Perikles hat geschrieben:
@Commodore64: Deine Anwesenheit darf wohl als obligatorisch gelten, gleichwohl ich unter dem Eindruck stand, dass Dein Herz allen Sega-Konsolen gleichermaßen gehört, nicht? Oder zögest Du das Mega Drive im Zweifelsfalle auch dem Saturn vor?
Subterrania wäre dann womöglich noch ein Fall für das Addendum, ich kann hier allerdings noch nichts versprechen, das spielt sich schon sehr ungewöhnlich, daher möchte ich absolut sicherstellen, dass ich objektiv darüber urteilen kann.


Das sowieso, jedes Segasystem hat einen großen Platz in meinem Herzen. Ich würde allen aber den Mega Drive vorziehen, gerade auch wil das MD einen großen Teil meiner Kindheit mitbestimmt hat. Ich hatte zwar in den 90ern SNES und MD, habe beide innig geliebt, bin aber wohl doch eher der Megadriver im Herzen. Dreamcast und Saturn habe ich erst später kennengelernt, die Dreamcast zwar als sie noch aktuell war und auch zu der Zeit meine Topkonsole, den Saturn aber erst in den letzten paar Jahren. :)

Zum Countdown kann ich weiterhin sagen, ich stimme dir dabei größtenteils zu. Auch Battle Squadron wird von westlichen Fans immer sehr krass gehyped, einige schimpfen es sogar das beste Shmup aller Zeiten - die meisten dieser Fans kommen wie bei Xenon2 aus den Heimcomputerlagern. So sehr ich Amiga und C64 mag und gern hab - top Shootermaschinen sind das nicht. Wie verhungert müssen diese armen Seelen sein. ^_^


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