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 Betreff des Beitrags: Des Perikles palpatorisches PSP-Projekt
BeitragVerfasst: 29.06.2013 21:33 
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Ein herzliches Willkommen an die werte Leserschaft! Zweifelsohne wird die Überschrift zu mehr als nur einer Fragestellung führen, darum möchte ich ohne weitere Abschweifungen in einen kleinen Baukasten von Fragen und Antworten übergehen, um Licht ins Dunkle zu bringen.


Was zur Hölle hat es mit dem Titel auf sich? Was ist diese Ketzerei?

Nebst fröhlich beschwingter Alliteration und fragwürdigem Verständnis für die feine Kunst des Versmaßes steckt komprimiert alles in der Überschrift, was in mittel-, vielleicht sogar langfristiger Zukunft hier gestemmt werden soll: ein kleiner, aber feiner Aufbau meiner PSP-"Sammlung" (warum ich Sammlung in Anführungszeichen setze, dazu komme ich noch).

Ich bin seit geraumer Zeit schwanger mit der Idee, wie so manch anderer Benutzer ein Sammlungsthema zu eröffnen, freilich mit meinen SNES-Spielen im Vordergrund. Doch zwei Missstände hielten mich immer wieder davon ab:

1. Die meisten meiner Spiele sind lose, auch wenn ein paar durchaus ansehnliche vollständige Exemplare vorliegen. Der Grund dafür ist schlichtweg, dass ich die Spiele des Spielens wegen kaufe - ich schlage nicht kategorisch aus, solche mit OVP und/oder Anleitung zuzulegen, diese sind aber bestenfalls Nebenprodukt. Für meine Bedürfnisse ist das völlig ausreichend, im Zuge eines Sammlungsthemas dementsprechend wenig präsentabel. Heerscharen grauer Module werden bislang (aus gutem Grund!) nicht mit übermäßiger Spannung beim Anschauen verbunden.

2. Mein verwegener Haufen an 16-Bit-Nintendotiteln ist nahezu vollständig (sag' niemals nie, es kann immer mal wieder etwas dazukommen). Da ich es für schrecklich unübersichtlich erachtete, hier sämtliche Konsolen und Spiele aufzulisten, mir indes auch nicht der Sinn danach steht, einen Startbeitrag einzusetzen und danach nur alle Jubeljahre etwas zu schreiben, musste etwas anderes her, das dem Status als Prozess gerecht wird.

Und da bot sich meine im Aufbau inbegriffene PSP-Sammlung an, die sowohl wohlgefällig fürs Auge, da vollständig ("palpatorisch" heißt abtastend, aber auch befühlend, was mir eine schöne Wortfigur für die physische Präsenz schien, wie es auch eine Doppeldeutung in Richtung der vorsichtigen Abtastung zukünftiger Wege - nämlich der Erweiterung der Sammlung - andeutet), als auch von mehr Aktivität geprägt sein wird, da noch einige Titel auf meiner Wunschliste stehen.

Nun gut, Du hast erklärt, warum Du Dein SNES nicht präsentierst. Aber warum ausgerechnet eine PSP?

Hauptsächlich deswegen, weil mein Bedarf an stationären Konsolen vorerst gedeckt ist und die PSP ein wunderschönes Aufgebot an Anthologien, Revisionen, Re-Imaginationen und Verneigungen von bzw. an klassische(n) Spiele aufzuweisen hat, insbesondere auch Arcadeklassiker. Ich spiele zwar selten unterwegs, dafür gerne mal eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen oder in einer ruhigen Stunde zwischendurch, zur Entspannung. Da ich bereits einen Nintendo DS mein Eigen nenne, schien die PSP der nächste logische Schritt.

Was genau beabsichtigt dieser Thread? Was macht ihn zu einem "Projekt" und nicht zu einer schlichten "Sammlung"?

Wie oben angedeutet, steht für mich das tatsächliche Spielen im Vordergrund, nicht das Horten seltener und im gleichen Maße schwacher Titel. Es kann freilich vorkommen, dass ich mich in der Auswahl einiger Spiele vergreife und das Mittelmaßgeschwader bei mir Einzug hält, soweit es in meiner Kraft steht, werde ich das gleichwohl zu verhindern wissen. Selbstredend stelle ich meine Neuankömmlinge in Bild & Text vor, ich möchte allerdings gerne einen Schritt weiter gehen und hier gleichsam meine Kommandozentrale für meine Erfahrungen mit der PSP errichten. Ich gedenke, meine Spiele vorzustellen und zu begründen, warum ich gerade diese meiner Auswahl hinzugefügt habe; mir steht ferner danach, meine Spielfortschritte zu dokumentieren. Insofern ist dieser Thread nicht nur zur Begutachtung meiner "Sammlung" vorgesehen, sondern soll auch Kaufhilfe wie Diskussionsthema sein zu den Spielen, die es in mein Reich schaffen.

Welche Spiele stehen denn vornehmlich auf Deiner Liste?

Grundsätzlich bin ich für alles offen, es wird sich jedoch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine Vormachtstellung der (Action-)Plat(t)former (ich hasse es, "Plat(t)former" mit einem t zu schreiben), Shoot 'em ups und (Strategie-)RPGs (japanischer Prägung) herauskristallisieren, weil das i.d.R. meine größten Interessengebiete sind. Ich bin mir sehr sicher, dass Freunde klassischer Spiele hier auf ihre Kosten kommen werden, zu viel allzu neumodischer Kram wird sicher nicht Fuß in diese geheiligten Pforten fassen können.


Zum Abschluss des erklärenden Startbeitrags dann noch ein erstes Photo (um der Mauer aus Text wenigstens etwas Angenehmes zur Seite zu stellen) meiner bisherigen Erwerbungen, eine genaue Auflistung und Einzelbilder folgen dann später.


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 Betreff des Beitrags: Re: Des Perikles palpatorisches PSP-Projekt
BeitragVerfasst: 30.06.2013 09:55 
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Na, da bin ich mal gespannt. Wünsche fröhliches Jagen, Sammeln und Präsentieren. ;)



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 Betreff des Beitrags: Re: Des Perikles palpatorisches PSP-Projekt
BeitragVerfasst: 30.06.2013 13:22 
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Und weiter geht's! Nun arbeiten wir uns am obligatorischen tabellarischen Überblick ab (ich aktualisiere den Textteil mit dazukommenden Spielen, die Bilder folgen dann in späteren Beiträgen).

Da wäre natürlich die Konsole selber, einsehbar im ersten angehängten Bild. Es handelt sich um eines der E1004-Modelle. Der eine oder andere wird sich womöglich wundern, warum ich ausgerechnet dieses angeschafft habe. Nun, zum einen habe ich ehrlich gesagt nicht zu viel Recherche vorher angestellt, zum anderen schienen mir die Informationsbrocken, die ich durch das oberflächliche Lesen aufgreifen konnte, nicht zu ausschlaggebend. Die Screenbeleuchtung neuerer Modelle soll wohl besser sein, was ich nicht bestätigen oder verneinen kann - ich vermag jedoch mit Sicherheit zu sagen, dass mein vorliegendes Gerät ein wunderbares Bild erzeugt. Außerdem sollen die neueren Modelle kleiner sein und um ein Drittel leichter, was ich sogar als nachteilig empfinde, da mir das vorhandene Stück schon etwas zu klein ausfällt. Ich versuche gewiss nicht, irgendwen von irgendetwas zu überzeugen, ich bin ja nur dürftig über die Unterschiede informiert. Vermelden darf ich lediglich, hochzufrieden mit dem mir Vorliegenden zu sein.


Dann kommen wir zum Gewebe und Gerippe, den Spielen. Bislang eingefunden haben sich:

Capcom Classics Collection Reloaded (US)
Capcom Classics Collection Remixed
Castlevania: The Dracula X Chronicles (US)
Darius Burst (J)
Disgaea: Afternoon of Darkness
Final Fantasy Tactics: The War of the Lions
Gradius Collection
Growlanser: Wayfarer of Time (US)
Gungnir (US)
Hexyz Force (US)
Jeanne d'Arc (US)
Kisou Ryouhei Gunhound EX (J)
Parodius Portable (J)
Prinny: Can I Really Be the Hero?
Prinny 2: Dawn of Operation Panties, Dood! (US)
R-Type Tactics
Salamander Portable (J)
Soldier Collection (J)
Star Soldier (J)
Tactics Ogre: Let Us Cling Together
TwinBee Portable (J)
Valkyrie Profile: Lenneth

Spieleberater/Literatur:
Final Fantasy Tactics: The War of the Lions - Bradygames Official Strategy Guide (US)
Gungnir: Official Settei Shiryoshu Art Material Book (J)
Jeanne d'Arc - Official Complete Guide (J)
Valkyrie Profile: Lenneth - Bradygames Official Strategy Guide (US)

Sonstiges:
Jeanne d'Arc - Original Soundtrack (J)

Offenkundig befindet sich ein wohlbemessener Anteil japanischer Spiele im Stoß, was dank der Regionalfreiheit der PSP mit keinem Zusatzaufwand verbunden ist (obwohl man hin und wieder kleine Vorkehrungen vornehmen muss, dazu kommen wir noch). Es kann erstaunlich schwierig sein, manche der Spiele aufzutreiben, hin und wieder ist ein Import (oder sehr viel Geduld) unumgänglich. Angefügt sind noch ein paar Gruppenbilder in gewohnt mäßiger Qualität, um ein bisschen mehr von den teils wirklich schönen Frontbildern zu enthüllen (ich hab' mal mit verschiedenen Konstellationen herumexperimentiert, es scheint fast, als ob es besser aussieht, wenn die Spiele an der Wand ausgerichtet sind).


Dateianhänge:
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Das Herz der Finsternis 1.0.JPG [ 26.11 KiB | 4750-mal betrachtet ]
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Von Vampiren, Dämonen & Pinguinen 1.0.JPG [ 29.87 KiB | 4752-mal betrachtet ]
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DaGraSaStaTwi 1.0.JPG [ 58.29 KiB | 4752-mal betrachtet ]


Zuletzt geändert von Perikles am 27.07.2013 10:40, insgesamt 4-mal geändert.
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 Betreff des Beitrags: Re: Des Perikles palpatorisches PSP-Projekt
BeitragVerfasst: 30.06.2013 16:40 
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Nachdem ich so viel Text gelesen habe, möchte ich diesen Thread nicht unbeantwortet verlassen. ;)

Schönes Projekt, ich bin gespannt, was man so von deiner Seite lesen wird. Da sind doch in der Tat viele Wiederauflagen bzw. Fortführungen(?) von bekannten Serien bei, ich wusste nicht, dass die PSP auch darauf ein Standbein errichtet (wobei sich das definitiv loht, allein auf der PS1 wurde das eine oder andere Mal ein Meilenstein in die Welt gepflanzt, auch Sony hat längst einige Perlen zum Aufpolieren und einige Reihen fortzuführen).

Und ich schätze, es gibt sicherlich doppelt so viele gute Spiele, die einen PSP-Re-release verdienen, wenn man sich daran begibt, die Grafik von Grund auf aufzumöbeln. :D Die 3D-Grafik ist nicht gut gealtert. Da sind Bitmap-Grafiken zeitloser.



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Perikles hat geschrieben:
Man muss sich das mal reinziehen: die Idee ist scheiße, die theoretische Ausarbeitung ist scheiße, die praktische Umsetzung ist scheiße und der so entstehende Anspruch noch beschissener.
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 Betreff des Beitrags: Re: Des Perikles palpatorisches PSP-Projekt
BeitragVerfasst: 30.06.2013 18:16 
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Super ich bin gespannt auf weitere Fotos, Berichte und Infos. Ich denke es ist nicht falsch, wenn ich hier für alle im Forum spreche und sage, dass die User auch Spiele hier vorgestellt haben (lose), die nur zum spielen gedacht waren :)

Dieses Disgaea habe ich schonmal gesehen auf dem DS.

Wenn ich jetzt nur vom Artwork / Bild sympathisieren möchte, ist dieses Prinny, TwinBee Portable und Final Fantasy Tactics interessant.



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 Betreff des Beitrags: Re: Des Perikles palpatorisches PSP-Projekt
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Super Sache und mal was anderes! Die PSP reizt mich sowieso irgendwie, obwohl ich kaum Spiele dafür kenne. Bin mal gespannt was du noch so "ansammelst", im Laufe der Zeit. Freue mich auf ein paar gute Empfehlungen von dir. Dein Geschmack bei den NES-Spielen, gefiel mir auf jeden Fall schon mal sehr gut. :wink:



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 Betreff des Beitrags: Re: Des Perikles palpatorisches PSP-Projekt
BeitragVerfasst: 01.07.2013 09:22 
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Bin auch gespannt, was sich hier im laufe der zeit noch finden lässt. Ich selber habe auch eine PSP und halte sie für eine sehr gute Konsole mit einigen sehr guten Spielen. Habe aber auch schon feststellen dürfen, dass manche Spiele einfach nicht ür einen so kleinen Display geeignet sind. Ein Beispiel, welches mir auf Anhieb einfällt ist "Mod Nation Racer", welches eine Portierung von der PS3 ist. Die Strecken sind manchmal sehr dunkel und schnell, so dass ich schnell den Überblick verloren habe und geradeaus gegen eine Mauer gefahren bin, weil ich sie nicht habe kommen sehen.



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 Betreff des Beitrags: Re: Des Perikles palpatorisches PSP-Projekt
BeitragVerfasst: 01.07.2013 18:08 
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Dann kommen wir mal zum ersten Spiel. Weil ein ansehnlicher Prozentsatz der vorgestellten Titel aus mehreren Spielen in einem, Überarbeitungen vorhandenen Materials und/oder anderweitiger Wiederverwertung bestehender Ideen und Konzepte bestehen wird, behalte ich aus Übersichtlichkeitsgründen die Frage/Antwort-Struktur bei. So fällt es auch leichter, Information von persönlicher Meinung zu trennen (obwohl ich auch die faktischen Begebenheiten werten werde).

Castlevania: The Dracula X Chronicles

BildBild
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Was ist im Spiel enthalten?
Zunächst einmal die namensgebenden Dracula X Chronicles, die in den obigen Screenshots dargestellt werden. Im Kern handelt es sich dabei um eine überarbeitete Fassung von Castlevania: Rondo of Blood. Nebst erheblichen Änderungen in Graphik und Soundtrack sind aber auch etliche Level andersartig strukturiert, außerdem gibt es mehr Bossgegner wie Endsequenzen.
Im Laufe des Spiels ist es möglich, zwei weitere Volltitel freizuschalten, nämlich das originale Rondo of Blood und Castlevania: Symphony of the Night. Technisch gesehen gibt es noch ein drittes "Spiel" namens Akumajyo Dracula Peke X, das ist allerdings mehr ein von den Programmierern eingebautes Augenzwinkern denn ein echtes Spiel.
Zu guter Letzt gibt es die Möglichkeit, den Soundtrack der drei Spiele zu hören, die einzelnen Lieder müssen allerdings erarbeitet werden. Neben dem Durchgang des Storymodus gibt es auch verschiedene Bossmarathons in Dracula X Chronicles wie Rondo of Blood.

Wie ist das Spiel einzuordnen/an welche Zielgruppe richtet es sich?
Den größten Gewinn werden sicherlich Freunde des hartgesottenen 2D-Castlevanias für sich verbuchen, wenngleich Symphony of the Night ein RPG-Element hinzufügt. Ein wenig Einarbeitungszeit und Geduld sind unabdingbar, regelrecht zufliegen werden die Erfolge wohl zunächst nicht. Meines Erachtens sind aber die Teile 1 und 3 auf dem NES erheblich schwerer sowohl als Rondo of Blood wie auch die Chronicles. Insbesondere die Möglichkeit, als Maria zu spielen, einem kleinen Mädchen, das offenbar blutlechzende Tauben in unbegrenzter Anzahl in ihren Taschen aufbewahrt, senkt den Schwierigkeitsgrad erheblich. Der volle Boss Rush kann anfangs recht stressig sein, ist indes auch gut in den Griff zu bekommen. Summa summarum liegt der Anspruch in relativ geringen (Maria) bis moderaten (Richter Belmont) Höhen.

Was macht Dracula X Chronicles anders als Rondo of Blood? Lohnt es sich für mich, dieses Spiel zuzulegen, wenn ich bereits im Besitz von Rondo of Blood bin?
Ich ratete selbst denjenigen, die bereits die Urversion ihr Eigen nennen, an, sich diesen Port zuzulegen. Die Chronicles sind von der Präsentation her nicht so schön wie die Vorlage (obwohl das Spiel in der Realität besser aussieht als es die Bilder vermuten lassen, da der kleinere Bildschirm der Darstellung zugute kommt), spielen sich nach meinem Empfinden aber spürbar besser, auf jeden Fall anders. Gerade die neuen Bosse in den späteren Leveln (4/4' und aufwärts) wirken nach kürzester Zeit so, als ob sie schon immer Teil des Spiels hätten sein sollen, auch die abgeänderten Schauplätze und Zugänge zu versteckten Arealen wirken natürlicher als das Original. Dazu kommt eine winzige Veränderung in der Steuerung, die anfangs unmerklich scheint, jedoch großen Einfluss ausübt: in Chronicles ist es möglich, nach einer Eingabe für einen Sprung ein wenig gegenzusteuern, bei Rondo of Blood nicht. Hin und wieder kann das den Unterschied zwischen einem Fall in endlose Gruben und sicherer Landung ausmachen, gerade gegen Ende hin.

Wie lautet Dein abschließendes Urteil?
An Castlevania: Dracula X Chronicles ist kaum vorbeizukommen, wenn ein auch nur zartes Interesse an Castlevania oder actionlastigeren Plattformern besteht. Der hohe Wiederspielwert durch die vielen versteckten musikalischen Einlagen, verzweigten Levelausgängen, verschiedenen Enden und diversen Bossdurchläufen garantiert nicht nur ein paar Tage ausgemachtes Vergnügen, sondern auch eine überaus befriedigende Lernkurve, da auf eine nicht als störend empfundene Weise dieselben Versatzstücke mehrmals abgeklappert werden. Die stetig wachsende Soundtrackkammer verschafft auf greifbare Art Motivation, zumal die Stücke zum besten aus der Reihe gehören. Außerdem stellt dieses Spiel die beste Möglichkeit dar, neben einer herausragenden Revision auch an Rondo of Blood und Symphony of the Night zu kommen, das Geld ist folglich bestens angelegt.

Dein persönlicher Fortschritt?
Dracula X Chronicles: 100%/1CC
Rondo of Blood: 100%/1CC
Symphony of the Night: unangetastet

Nachtrag:

Vor etwas längerer Zeit hatte ich einen Castlevania-Marathon, bei dem ich etliche klassische Teile der Reihe auf einem Credit durchspielte, darunter auch Dracula X, sowohl in der originalen als auch in der revidierten Version auf der PSP. Ich habe auch ein Beweisbild für letzteres, das allerdings unter Anwesenheit von Tageslicht entstand und gruselig zu nennen eine blatante Untertreibung wäre, darum muss das andere Bild den Bedarf decken.

Dateianhang:
Dracula X - Kniefall.jpg
Dracula X - Kniefall.jpg [ 5.5 KiB | 4038-mal betrachtet ]


Hier gibt es eigentlich nicht allzuviel hinzuzufügen. Dracula X ist ein exzellenter Action-Platformer, der dem hohen Castlevania-Standard zur Ehre gereicht. Ähnlich wie auch Akumajo Densetsu/Castlevania III verortete ich es mittlerweile zwar "nur" auf meiner zweithöchsten Ebene der Castlevania-Teile, doch heißt das nach wie vor, dass diese Spiele besser sind als 99% aller anderen Action-Platformer. Mit einer solchen Zweitrangigkeit lässt es sich beschaulich leben, meine ich.



Wenn euch danach ist, wäre ich sehr auf eure Rückmeldung gespannt, ob diese Struktur einen leserlichen Eindruck macht und ihr euch weitere Präsentationen nach dem obigen Schema (bzw. einem ähnlichen) vorstellen könnt. Diskussionen, Ergänzungen und Ratschläge zur Gestaltung und zum vorgestellten Spiel sind immer gerne gesehen! Auf eure bereits abgegebenen Kommentare gehe ich dann in einem separaten Beitrag ein, um saubere Trennlinien beizubehalten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Des Perikles palpatorisches PSP-Projekt
BeitragVerfasst: 01.07.2013 18:46 
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Sehr informativer Beitrag! Ist Symphony of the Night in der Originalgrafik, wie Rondo of Blood, oder auch eine überarbeitete Version? Die Grafik sieht auf den Bildern wirklich nicht so ansprechend aus, wie du ja auch gesagt hast. Wenn das Spiel Spaß macht, ist das aber egal. Hab Rondo of Blood bisher noch nie gespielt und SotN auch noch nicht durch. Wäre somit, hätte ich eine PSP, durchaus eine Anschaffung wert.



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 Betreff des Beitrags: Re: Des Perikles palpatorisches PSP-Projekt
BeitragVerfasst: 01.07.2013 19:04 
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@Seemann:
Zitat:
Ist Symphony of the Night in der Originalgrafik, wie Rondo of Blood, oder auch eine überarbeitete Version?

Beide Spiele sind unangetastet, nur das eigentliche Hauptspiel hat einen neuen Anstrich bekommen (der auf Bildern leider nach grobschlächtiger N64-Graphik aussieht, sich in echt aber wirklich sehen lassen kann).

@lytron:
Zitat:
Da sind doch in der Tat viele Wiederauflagen bzw. Fortführungen(?) von bekannten Serien bei, ich wusste nicht, dass die PSP auch darauf ein Standbein errichtet (wobei sich das definitiv loht, allein auf der PS1 wurde das eine oder andere Mal ein Meilenstein in die Welt gepflanzt, auch Sony hat längst einige Perlen zum Aufpolieren und einige Reihen fortzuführen).

Sehr wahr, originäre Serien und/oder für sich stehende Titel sind regelrecht die Ausnahme. Von den zehn Spielen, die ich hier habe, sind gerade einmal drei ganz oder teilweise neu errichtet (wobei Castlevania: Dracula X Chronicles in sich eigentlich auch schon eine Portierung darstellt), nur eines hat auf der PSP seinen Ursprung genommen. In Zukunft werden noch ein paar mehr eigenständige Werke Einzug halten, der Proporz bzgl. freundlicher Übernahme bleibt gleichwohl unverändert groß.

@wilo:
Zitat:
Dieses Disgaea habe ich schonmal gesehen auf dem DS.

Darauf werde ich dann noch im Detail eingehen, so viel schon vorweg: in der Tat gibt es drei unterschiedliche Versionen, jeweils für PS2, PSP und DS. Da die Spiele eigentümliche Stärken und Schwächen zueinander aufweisen, wird es bestimmt interessant, das genauer unter die Lupe zu nehmen.

@Koecki:
Zitat:
Habe aber auch schon feststellen dürfen, dass manche Spiele einfach nicht ür einen so kleinen Display geeignet sind.

Das glaube ich gerne, meine unziemlichste Erfahrung diesbezüglich waren Contra und Super C als Bestandteil von Contra 4 auf dem DS. Es ist nahezu unmöglich, die winzig kleinen weißen Projektile wahrzunehmen, bevor es zu spät ist. Ich musste länger daran sitzen, beide Spiele durchzuackern, während ich auf dem NES so gar keine Probleme habe. Auf der PSP bin ich glücklicherweise bislang verschont geblieben von solchen Allotria.


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 Betreff des Beitrags: Re: Des Perikles palpatorisches PSP-Projekt
BeitragVerfasst: 01.07.2013 21:10 
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Danke, ich mag die Darbietungsart, ist leichter zu lesen als längere, durchgängige Texte (ich finde, das liegt allerdings an der Darstellungsart im Forum; zu kleine Schrift und zu breite Zeilen, um einen ausgefeilt formulierten Text angenehm zu lesen).

In der 16-Bit-GemsVideo-Review zur Originalfassung von Rondo of Blood wurde gesagt (und gezeigt), dass Maria nur zwei Tauben hat, die ständig zu ihr zurückfliegen. Ist das in der aufgearbeiteten Version anders? Weil du von "Tauben in unbegrenzter Anzahl" sprichst. ;)



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Perikles hat geschrieben:
Man muss sich das mal reinziehen: die Idee ist scheiße, die theoretische Ausarbeitung ist scheiße, die praktische Umsetzung ist scheiße und der so entstehende Anspruch noch beschissener.
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 Betreff des Beitrags: Re: Des Perikles palpatorisches PSP-Projekt
BeitragVerfasst: 01.07.2013 21:29 
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Zitat:
In der 16-Bit-GemsVideo-Review zur Originalfassung von Rondo of Blood wurde gesagt (und gezeigt), dass Maria nur zwei Tauben hat, die ständig zu ihr zurückfliegen. Ist das in der aufgearbeiteten Version anders? Weil du von "Tauben in unbegrenzter Anzahl" sprichst.

Nichts als Erbsenzählerei dieser Tage, es lässt noch meine Haare vorzeit grau werden vor Wehklagen und herzzerreißender Threnodie. :D

Streng erkenntnistheoretisch besehen wissen wir lediglich, dass zwei identisch aussehende Tauben zur gleichen Zeit ihres Angriffsvektors ziehen, es wäre grob fahrlässig, aus dem Umstand, dass die Tauben zurückkehren und jederzeit derer zwei in Zwillingsformation gleichzeitig angreifen können, den Schluss zu ziehen, es handelte sich auch tatsächlich und wahrhaftig um die immergleichen Tauben.

Scherz beiseite: es sind wohl nur zwei der Biester, ja. Aber wo bleibt denn die Dramatik? Der Ausdruck? Die geflügelte (sic!) Kraft der Phantasie? Fest steht, dass das Mädel dank Tauben, Doppelsprung, Rollen, Spezialattacke und Drachen Richter beschämt. Die verringerte Widerstandskraft kann sich schmerzlich bemerkbar machen, mit etwas Kenntnis der Bossmuster ist ein perfekter Lauf indes sehr einfach.


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 Betreff des Beitrags: Re: Des Perikles palpatorisches PSP-Projekt
BeitragVerfasst: 01.07.2013 22:03 
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Perikles hat geschrieben:
Scherz beiseite: es sind wohl nur zwei der Biester, ja. Aber wo bleibt denn die Dramatik? Der Ausdruck? Die geflügelte (sic!) Kraft der Phantasie?


Dahingerafft von der Vogelgrippe, dude.

Perikles hat geschrieben:
Fest steht, dass das Mädel dank Tauben, Doppelsprung, Rollen, Spezialattacke und Drachen Richter beschämt. Die verringerte Widerstandskraft kann sich schmerzlich bemerkbar machen, mit etwas Kenntnis der Bossmuster ist ein perfekter Lauf indes sehr einfach.


Die verringerte Widerstandskraft mag an ihrem angeschlagenen Immunsystem leben. Taubenkacke ist ein Konglomerat aus jeder Pestilenz, Widerwärtigkeit und, na ja, halt Sachen, die einem die Finger bei lebendigem Leibe abfaulen lassen, und da sie den zwei (zwei! ZWEI!) Viechern Unterschlupf in ihrer Küchenschürze gewährt, wird sie wohl oft genug mit des Friedenssymbols Kloakenpassagier taktile Erfahrungen teilen.

Live with it.
Deal with it.

Was ich eigentlich fragen wollte war: Ist es immer noch so, dass sie nur zwei Tauben gleichzeitig entsenden kann? Und fliegen sie wieder nach vollbrachter Tat zu ihr zurück?



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Perikles hat geschrieben:
Man muss sich das mal reinziehen: die Idee ist scheiße, die theoretische Ausarbeitung ist scheiße, die praktische Umsetzung ist scheiße und der so entstehende Anspruch noch beschissener.
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 Betreff des Beitrags: Re: Des Perikles palpatorisches PSP-Projekt
BeitragVerfasst: 01.07.2013 22:15 
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Ein sehr interessantes Projekt. Auch wenn ich nicht in naher Zeit plane, mir eine PSP zuzulegen, werde ich es mir mit Interesse durchlesen. Den Aufbau wie im Castlevania Beispiel finde ich optimal. Ein schoener Review-Quickie mit Begrenzung aufs Wesentliche und trotzdem genuegend Informations- und Individualitaetspotential. :)



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 Betreff des Beitrags: Re: Des Perikles palpatorisches PSP-Projekt
BeitragVerfasst: 04.07.2013 14:38 
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Zitat:
Dahingerafft von der Vogelgrippe, dude.

Zu religiös interjektionsartig dahergebeteten "Doods" kommen wir im Zuge dieser Aufmachung auch noch, da werden güldene Zeiten anbrechen.
Zitat:
Was ich eigentlich fragen wollte war: Ist es immer noch so, dass sie nur zwei Tauben gleichzeitig entsenden kann? Und fliegen sie wieder nach vollbrachter Tat zu ihr zurück?

Jawollja, die Spielmechanik ist im Vergleich zu Rondo of Blood bis auf die großzügigere Nachjustierung beim Sprung völlig identisch.


Heute gibt es auch einen weitgereisten Neuankömmling vorzustellen, den Weg aus Japan hat er in bemerkenswert zügiger Zeit zurückgelegt: die Rede ist vom angehängten Parodius Portable. Damit sind nun alle der Konami-Anthologien bei mir eingetrudelt, hier bin ich besonders gespannt auf das Gefälle beim Schwierigkeitsgrad in Hinsicht auf die SNES-Portierungen von Parodius Da! wie Gokujou Parodius, deren Arcadebrüder den Gerüchten nach wesentlich härter zuschlagen.

Ich möchte außerdem ergänzen, dass ich mir wirklich Mühe gebe, das Beste aus der Kamera herauszuholen, auch wenn es die Resultate bisweilen nicht erahnen lassen. Lichtübersättigte Bilder zu vermeiden ist keine einfache Aufgabe, ohne gleichzeitig Tristesse hervorzurufen. Glücklicherweise sind die Bilder für dieses Thema nicht von elementarer Bedeutung.


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