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 Betreff des Beitrags: Re: USA!!! USA!!!
BeitragVerfasst: 04.02.2016 02:28 
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Perikles hat geschrieben:
RPGs sind für mich das, was man im Englischen so schön "guilty pleasure" nennt - ich bin mir der langen Liste von Unzulänglichkeiten und immanenten Schwächen bestens bewusst, habe aber dennoch eine unauslöschliche Liebe fürs Genre. Die tendentiell hohe Spielzeit schreckt mich dann allerdings nichtsdestominder im Voraus ab. Zehn Stunden sind in den meisten RPGs gar nichts, in derselben Zeit kann ich einige Action-Plattformer oder Shooter vom Kleinsten ins Allerkleinste durchdeklinieren.


Klingt einleuchtend. :)

Perikles hat geschrieben:
Großartig. :D Ich ahne, dass Dir dafür anderswo wütende Kultisten mit Heugabel nachsetzen wollen würden, insistiere allerdings darauf, dass Du diese kritische Sicht beibehältst. Ich will zur Ehrenrettung Terranigmas noch einräumen, dass es womöglich teilweise an der Übersetzung gelegen haben mag, aber dass sich gigantische Löcher in dem Erzählteppich auftun, kann man eigentlich kaum verhehlen, wenn man kritisch an die Sache herangeht. Diskutiert selbst in den Tiefen des Netzes aber irgendwie keiner.


Ich könnte noch den Vergleich mit überbewerteten Nolan-Filmen heranziehen, die verschachtelt und ultrakomplex daherkommen und sich damit pseudointellektuell geben, letzten Endes aber bloß Banalitäten aneinanderreihen, die einem den Blick aufs Wesentliche verbauen. Quasi, damit der Fast & Furios Fanatiker auch mal was anspruchsvolles zu sehen bekommt. Nein, in Bezug auf Terranigma ist das ein wenig zu sehr auf die Kacke gehauen. Aber, es verliert sich zum Schluss, die vorher dichte Atmosphäre wird nach hinten raus ganz schön dünne.

Perikles hat geschrieben:
Bist Du sicher, dass Du den zweiten Teil meinst? Da hat man von Anfang an sämtliche Angriffe zur Verfügung stehen ... Oder meinst Du mit "nutzen durfte" so viel wie "dahinter gestiegen, wo was nützlich ist"?


Ähm, wohl eher letzteres. Oder vielmehr noch, dass ich allgemein rausgefunden hab, dass man etwas spezielles neben dem Hüpfen und Schwertklöppeln machen konnte. Stimmt, das war Skyblazer, wo man alle paar Level ne neue Attacke gelernt hat. Na ja, klingt immerhin vom Titel her ähnlich.... :ugly: :D



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Sebel hat geschrieben:
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 Betreff des Beitrags: Re: USA!!! USA!!!
BeitragVerfasst: 04.02.2016 08:48 
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Habe im Startpost eine Auflistung der Spielebesprechungen mit Link erstellt, die ich künftig immer aktualisiere. Wenn man hier nebenbei diskutiert, dann finden sich diese Beiträge somit leichter wieder. :)



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Sebel hat geschrieben:
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 Betreff des Beitrags: Re: USA!!! USA!!!
BeitragVerfasst: 09.02.2016 02:14 
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Serienwahn aus dem Hause Disney

Was hab ich mich bepullert vor lachen! Es gab doch damals diese alten Zeichentrickserien, über die sich bereits unsere Eltern amüsierten. Beispielsweise Scooby Doo oder Bugs Bunny. Tolle Serien mit zeitlosem Charme. Doch eines waren diese Serien definitiv nicht: Sie waren nicht flippig genug, um den Kiddies der Achtziger und Neunziger Schreianfälle und Lachattacken abzuringen. Dies mussten entweder die Scooby Doo Kids oder die Tiny Toons besorgen - selbstironische und anarchische Verjüngungen der alten Recken, großartiges Zeug und albern wie Sau. Hauptsache cool oder funky oder groovy, je nachdem eben!

Es scheint rückblickend so, dass Disney phasenweise auf etwas verlorenem Posten stand. Auch der Zeichentrickfilmgigant hatte eigene Serien im Programm. Die Duck Tales stellten eine Modernisierung der Comic-Geschichten um Dagobert Duck dar. Film-Helden wie der gutmütige Bär Balu aus dem Dschungelbuch kam als Cäptn Balu zu Serienruhm - das war ungefähr das Zeichentrick-Pendant zu Auf Achse mit Manfred Krug, nur eben in der Luft, statt auf der Straße. Es folgten Serien, welche Kinokassenschlager wie Arielle oder Aladdin fortsetzten, die allerdings den ultrahektischen und quierligen, ja geradezu überdrehten und wahnsinnigen Stil, der Anfang der Neunziger mehr und mehr auf dem Vormarsch war, bestenfalls in den Nebenrollen aufgriffen.

Es musste richtig rappeln im Kinderzimmer. Die Ära der gemütlich wirkenden Filme war bei Disney längst durch. Basil der Mäusedetektiv verstand sich bereits mehr auf Action und Schabernak, als beispielsweise Bernhard & Bianca. Oliver & Co. war wuseliger und oberflächlicher als etwa Aristocats. Mit Darkwing Duck durfte es dann auch im Seriengewand schon mal um ein vielfaches beknackter werden. Doch erst Bonkers setzte allen anderen die Deppenmütze auf, zumindest kurzzeitig. Bonkers - ein hibbeliger, hyperaktiver Luchs im Dienste der Polizei von Toon Town, der sich vormals als Filmstar verdingte. Ein Schelm wer behauptet, dass dieser Typ nur allzu offensichtlich versucht, den mindestens grenzdebilen Roger Rabbit zu imitieren. Tatsache ist allerdings, dass Bonkers, der stets für die Arbeitsunfälle seines Partners Lucky verantwortlich ist, im Laufe der Jahre doch sehr in Vergessenheit geriet.


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Bonkers
Entwickler: Capcom
Vertrieb: Capcom
Veröffentlichung: 1994 (USA)
Genre: Jump 'n Run

Dass die Total! das Game in der "Import Corner"-Rubrik mit ner glatten 4 ins untere Mittelmaß verbannte, war einer der Hauptgründe, weshalb ich vom Spiel jahrelang nicht unbedingt angetan war. Im Nachhinein hat sich aber oft genug herausgestellt, wie daneben die Total!-Redakteure oftmals mit ihren Einschätzungen und Bewertungen lagen. Hat man dem Toon-Cop und auch Capcom etwa Unrecht getan? Ja, verflucht!

Man nehme Aladdin oder The Magical Quest, meinetwegen auch Super Ghouls 'n Ghosts. Man radiere ein wenig an der Hauptfigur herum, zeichne nur ein wenig nach und schon erhält man Toon Towns durchgeknallten Krawallpolizisten. Die Hintergründe aus den Games dürfen nun zusammengerührt, ordentlich durchgeschüttelt und um eine Skyline ergänzt werden. Die typische Handschrift Capcoms ist jederzeit erkennbar und auch der Disney-Stil kommt voll zur Geltung. Audiovisuell ist also schon mal alles geritzt. Spielerisch weicht Bonkers kaum vom bewährten Prinzip ab. Kleineren Gegnern darf Bonkers auf die Murmel hüpfen, größere Brocken und Minibosse werden besser mit Bomben erledigt. Jene wiederum beseitigen auch Barrieren und bringen Luftballons mit kleinen Goodies zum Platzen. Die Goodies sind sammelbare Schätze wie Polizeimarken, welche dauerhaft die maximale Anzahl der Bomben erhöhen, die Bonkers mit sich rumschleppen darf. Die Lebensenergie wird mit gut versteckten Herzen erweitert. Außerdem legt der Kerl einen ähnlichen Sprint hin, wie Buster Bunny aus den Tiny Toon Adventures.

Ansonsten gilt: Wer Magical Quest oder Aladdin gespielt hat, der wird sich auch hier schnell zurechtfinden. Capcom zitiert die eigenen Stärken ebenso konsequent, wie auch die Schwächen. Das heißt im Klartext, dass Bonkers ein richtig gut gelungenes Jump 'n Run darstellt, das mit abwechslungsreichem, aber stets detailfreudigen Leveldesign, witzigen Sprites und spielerischer Ausgewogenheit begeistert. Die große Schwäche ist auch hier der recht knappe Umfang, den auch The Magical Quest und Aladdin unterm Strich ausmachen. Die Level sind ähnlich lang wie in Super Ghouls 'n Ghosts. Das heißt, jede Stage hat mindestens zwei unterschiedliche Bereiche, die allerdings ohne Unterbrechung gespielt werden. Der Effekt des eher knappen Spielvergnügens fällt auch auf den milden Schwierigkeitsgrad zurück. Trotzdem macht Bonkers während dieser Zeit enorm viel Laune und verdient eine wesentlich bessere Note, als bloß eine schlappe 4. Ich käme, in Schulnoten ausgedruckt, schon eher auf ne 2- oder im Zehnersystem auf eine gute 8.

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Collector's Edition
Product-ID: SNS-ABNE-USA
Beilagen: Standard
Preis: ~25,- Euro

Bonkers erschien zunächst in den Staaten, im Jahr 1995 wurde es auch in Japan nachgeschoben. Europa ging wie so häufig leer aus. Wikipedia behauptet, dass Bonkers erstmals 1996 im deutschen Fernsehen ausgestrahlt wurde (bei Super RTL). Ich hätte schwören können, dass ich die Serie früher schon gesehen hab. Kein Wunder also, dass das Spiel hierzulande nicht auch veröffentlicht wurde. Die Serie gabs hier schließlich noch gar nicht... Fakt ist allerdings, dass Fans solcher Games wie Aladdin oder Magical Quest hier durchaus ein weiteres J&R-Kleinod verpasst haben. Bonkers taucht in Komplettzustand zwar verhältnismäßig selten auf, aber dennoch ist es alles andere als teuer. Auch in gutem Zustand sollte das Spiel für umgerechnet circa 25,- Euro zu haben sein - zzgl. Shipping und Zoll versteht sich.



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Sebel hat geschrieben:
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 Betreff des Beitrags: Re: USA!!! USA!!!
BeitragVerfasst: 21.02.2016 17:36 
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In meiner Badewanne bin ich Kapitän!

Neben Sid Meier's Pirates dürften "Retrospieler" auf jeden Fall den Adventure-Klassiker Monkey Island nennen ... und dann fängt auch schon das große Grübeln an. Leider, denn die Weiten der Ozeane des Seefahrer- und Piratenzeitalters sind doch eigentlich ein hervorragender und atmosphärischer Schauplatz für Videospiele. Doch auf dem SNES sind Piratenspiele - also so richtige Piratenspiele - eher rar. Kein Wunder: Seeräuber tauchen in den Neunzigern allgemein nur wenig in den Medien auf.

In den Sechzigern und Siebzigern boomten die Filme und Geschichten um säbelrasselnde Kapitäne mit Holzbeinen, Enterhaken und Augenklappen, deren Seelen so pechschwarz waren wie ihre Zauselbärte. Mitte der Neunziger produzierte Renny Harlin mit Cutthroat Island (Die Piratenbraut) einen der teuersten Kinoflops aller Zeiten; die Leute wollten lieber gerenderte Dinosaurier, Terminatoren und riesengroße Raumschiffe randvoll mit garstigen Aliens sehen, anstatt ollen Seemannsgarn aus der Kindheit neu aufgewärmt zu bekommen.

Ist der Film mit Geena Davis ein durchaus verkannter Klassiker, der das Genre lange Jahre vor dem Fluch der Karibik modernisierte, so macht sich das gleichnamige Spiel auf dem SNES eher als ein typisches Lizenz-Ärgernis bemerkbar. Das nette Produktdesign und eins, zwei gute Einfälle können nicht verhindern, dass Cutthroat Island mächtig abstinkt. Weitere Games, in denen Seeräuber zumindest temporär als Gegenspieler auftauchen, sind zum Beispiel Goof Troop, The Pagemaster, Ghoul Patrol oder natürlich Hook. Wer jetzt mit dem Beat 'em Up Pirates Of Dark Water angeschlichen kommt, der möge das gegnerische Gelumpe und Leveldesign dieses Spiels mal mit Golden Axe, Magic Sword oder Legend vergleichen - wirkliche Seeräuberromantik kommt auch in Dark Water nicht auf. Was bleibt also, um den Status einer Landratte auf spielerische Art und Weise loszuwerden?

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Uncharted Waters 2: New Horizons
Entwickler: Koei
Vertrieb: Koei
Veröffentlichung: 1994
Genre: RPG / Adventure / Strategie

Schiffe versenken hoch zehn! Es gibt Spiele, die einen unweigerlich zum Ende durchwinken, ohne dass man irgendwas dafür tun muss. Und dann gibt es Spiele wie New Horizons, die derart komplex, einsteigerunfreundlich und fortlaufend knüppelschwer erscheinen, dass man sich direkt mehrere Sandsäcke zum Verprügeln bereit legen sollte. Die Spiele von Koei nehmen ja bisweilen erstaunlich realistische Ausmaße an. Auch hier haben die Macher an jedes nur erdenkliche Detail gedacht. Eine gnadenlose Herausforderung selbst für leidgeprüfte Hardcorezocker. Jeder einzelne Schritt ins Ungewisse kann fatale, ja direkt vernichtende Folgen haben. Gerade noch spendierte ich meiner stolzen Flotte ihr zehntes Kriegsschiff und schon geraten die Deppen auf hoher See in einen Sturm und saufen komplett ab. Was habe ich denn bitte falsch gemacht? Also schnell neu laden und glücklicherweise keinen Sturm ernten, doch dafür hüpfen im nächsten Moment meine Bootsmänner wie Lemminge über die Reling; der Gesang von Sirenen zieht sie magisch an... Alter! Echt jetzt? Was denn noch!?

Hrmpf, der Trubel beginnt ja schon viel früher. In einem beliebigen Rollenspiel westlicher Prägung hat man anfangs noch die Qual der Wahl, welcher Klasse ein neuer Charakter angehören soll. In New Horizons beginnt der Spieleinstieg mit der Wahl der Hauptfigur. Es gibt sechs unterschiedliche Protagonisten, die allesamt eine individuelle Geschichte erleben. Heutzutage würde man von sechs verschiedenen Kampagnen sprechen und direkt den erhöhten Wiederspielwert loben. Die sechs Charaktere gehören einer von insgesamt drei Klassen an. Es gibt Piraten, Händler und Abenteurer. Somit führt man bevorzugt entweder Kriegsschiffe ins Gefecht, kommandiert eine Handelsflotte oder man entdeckt Weltwunder und neue Zivilisationen. Eines vorweg: Als Schauplatz dient unsere Erde, und die ist, wie man seit Erfindung der Weltkarte weiß, gar nicht mal so klein.

Koei lässt den Spieler nicht mal eben so die sieben Weltmeere erkunden. Die Reisen von Hafen zu Hafen gestalten sich zäh und die Herausforderungen sind teils unerbittlich. Auf hoher See greifen Stürme und Erscheinungen wie die erwähnten Sirenen um sich, Krankheiten wie Skorbut gehen um und raffen die Besatzung dahin, Piraten lauern einem auf und wenn alles nicht hilft, den Spieler klein zu halten, dann gehen eben die Lebensmittelvorräte an Bord zur Neige. Realismus eben.

Wer bei dem Stichwort Rollenspiel übrigens den Gedanken an Zelda oder Secret Of Mana hegt, der kann rücklings wieder von Bord stokeln. Es gibt keine Dungeons, keine Rätsel und schon gar keine Pogopuschel. Das eigentliche Treiben findet entweder auf dem Wasser oder in den jeweiligen Städten statt. New Horizons ist eine ziemlich konsequente Mischung aus Rollenspiel, Strategie und Wirtschaftssimulation, die deutlich an Heroes Of Might And Magic erinnert. Unabhängig der gewählten Hauptfigur bekommt man nach kurzem Vorgeplänkel ein Schiff und dann könnte es auch schon losgehen.

Natürlich sollte man nicht einfach so in See stechen. Man braucht eine Mannschaft, man braucht Verpflegung, eventuell auch Kanonen und Schießpulver, sowie Holz für mögliche Reparaturen der schaukelnden Badewanne. Für all das braucht man logischerweise nur das Beste: Bares! Das Startkapital ist schneller verbraucht, als man gucken kann. Nachschub kann man sich auf vielfältige, dennoch zumeist harte Art und Weise beschaffen. Entweder raubt man (mittels teuflisch schwerer Rundengefechte) fremde Handelsflotten aus (was wiederum zur Folge hat, dass in den verschiedenen Herrschaftsgebieten Kopfgelder auf einen ausgesetzt werden) oder man geht ehrbaren Berufen nach und holt sich Aufträge von der Gilde. Einfach sind die Arbeitsaufträge nicht gerade. Die lukrativen Geschäfte bestehen zum Beispiel darin, einem Händler innerhalb eines Monats eine bestimmte Ware zu besorgen. In welcher der etwa 100 Städte diese Ware verkauft wird, das muss man hingegen selbst herausfinden. Hinzu kommt der stetige Zeitdruck: Die Deadline ist knapp gesetzt, die Seewege sind lang und die Vorräte sind knapp wie auch teuer. Der emsige Entdecker schreibt sich am besten alles nebenher auf oder zeichnet direkt ne Karte, auf dem er die Häfen markiert. Weitere Aufgaben bestehen darin, entweder Postschiff, Inkassounternehmen oder Piratenjäger zu spielen. Man kann auch auf eigene Faust Handel betreiben, jedoch gestaltet es sich schwierig, die zig verschiedenen Handelsgüter günstig zu kaufen und teuer zu verkaufen, zumal die Waren je nach Herrscherregion versteuert werden müssen. Eine weitere Methode, um Geld zu verdienen: Black Jack - risikoreich, aber unter Umständen extrem lukrativ.

New Horizons fährt grundlegend ein ungeahnt detailverliebtes Gameplay auf. Dutzende Menüs und Tabellen überfordern einen und wollen emsig studiert werden. Arbeiter wollen eingestellt werden und Aufgaben erteilt bekommen. Selbst ihre Nahrungsrationen müssen stets neu überdacht und festgelegt werden. Man kann diverse Schiffsmodelle kaufen, beliebig pimpen und Rabatz machen. Die Möglichkeiten sind zahlreich und nahezu unerschöpflich. Dagegen wirkt die audiovisuelle Aufmachung ansonsten eher altbacken und erinnert bestenfalls an Final Fantasy II, was aber nicht untypisch für die Spiele von Koei ist. So verfrickelt und verschachtelt das Gameplay auch ist, so reizvoll ist das Game insgesamt. Die Motivation der einzelnen Hauptdarsteller ist nett vorgetragen, wenn auch nicht immer ersichtlich ist, was man als nächstes zu tun hat. Das Spiel an sich nimmt enorm viel Zeit in Anspruch, da jeder Spielfortschritt hart erarbeitet werden will. Strategische Planung und wirtschaftliches Denken sind Pflicht. Die Rollenspielelemente und die knackigen Rundengefechte und Duelle geraten da sogar ein wenig zur Nebensache. Das Entdecken der Welt geschieht nur auf Umwegen, aber es macht viel Spaß, wenn man erstmal halbwegs einen Überblick gewonnen hat. Fies sind dennoch diese kleinen Nickligkeiten, mit denen man geärgert wird, wenn die Crew auf hoher See aus unerfindlichen Gründen wegverreckt oder wenn man hinterrücks von Piraten aufgemischt wird oder wenn man sich beim Umbauen der Schiffe falsch entscheidet und mehrere tausend Goldstücke in den Sand setzt.

Obwohl mich New Horizons in den letzten Wochen ganz gut auf Trab gehalten hat, möchte und muss ich mir ein abschließendes Fazit vorbehalten. Ich sehe mich nicht in der Lage, eine wertende Aussage zu treffen, ganz gleich wieviel Spaß und auch Frust ich schon er- und durchlebte. Noch immer entdecke ich neue Details in den Menüs, die sich deutlich auf das Spielgeschehen auswirken, und ebenso gerate ich in nahezu jeder Session immer wieder in niederschmetternde Situationen, die mich glauben machen, ich stünde noch ganz am Anfang des Abenteuers ... Ahoi.

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Collector's Edition
Product-ID: SNS-QL-USA
Beilagen: Karte
Preis: ~120,- Euro

Ich stolperte im Zuge meiner US-NTSC-Recherche mehr oder weniger zufällig über den nicht gerade kleinen Backkatalog der Spieleschmiede Koei. Klar, Civilization kennt man und auch Titel wie Romance Of The Three Kingdoms tauchen hier und da mal auf. Uncharted Waters ist hierzulande leider etwas unbekannter geblieben. Zwei Teile erschienen seinerzeit in dieser Reihe. Bei gamefaqs.com rangiert New Horizons, der zweite Teil, auf Platz 13 von insgesamt 175 SNES-Rollenspielen und immerhin auf Platz 32 der 1428 gelisteten SNES-Spiele. Die Durchschnittswertung des Spiels liegt bei 4,25 von 5 Punkten. Kurzum: Das Teil musste her.

Doch man muss es erstmal zu fassen kriegen. In einer weiteren (meiner Meinung nach jedoch etwas betagten) NTSC-Liste, die ich in den Tiefen des Internets fand, wird New Horizons in der Kategorie "Seltenheit" mit der Note A- gekürt - für mein subjektives Empfinden zu hoch angesetzt, denn man hat schon recht gute Chancen, das Game zu erwischen, wenn man gezielt danach sucht. Allerdings ist es relativ teuer. Für einen guten Komplettzustand wird man wohl mit 100,- Euro rechnen müssen. Ich habe umgerechnet etwa 120,- Euro inklusive Porto und Zollgebühren bezahlt. Eine ganze Stange Geld, doch spielerisch lohnt es sich definitiv.

Wie die meisten Spiele von Koei kommt auch New Horizons mit einer Landkarte daher. Spielerischen Nutzen hat das bunte, vollgekrakelte Teil allerdings nicht. Die Häfen und Dörfer muss man schon selbst entdecken. Das Artwork allgemein ist - ganz typisch für Koei - faszinierend gelungen. Tolle Ölmalereien zieren das Cover. Das sieht schon sehr reizvoll aus. Das Handbuch ist ein siebzigseitiger Wälzer und für den Spieleinstieg geradezu unverzichtbar - gute Englischkenntnisse vorausgesetzt.



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Sebel hat geschrieben:
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 Betreff des Beitrags: Re: USA!!! USA!!!
BeitragVerfasst: 21.02.2016 19:16 
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Das sind ja wieder vorzügliche Neuzugänge! Mit Bonkers kann ich persönlich so rein gar nichts anfangen (abseits von Earthworm Jim ist meine Toleranz für anthropomorphe Charaktere praktisch nicht gegeben), der letzte Eintrag dagegen ist mir zwar vage ein Begriff, eingehend auseinandergesetzt habe ich mich allerdings damit auch nicht. Was Du da in vorzüglicher Diktion erwähnst, macht aber sofort Lust auf mehr!

Horst_Sergio hat geschrieben:
Auf hoher See greifen Stürme und Erscheinungen wie die erwähnten Sirenen um sich, Krankheiten wie Skorbut gehen um und raffen die Besatzung dahin, Piraten lauern einem auf und wenn alles nicht hilft, den Spieler klein zu halten, dann gehen eben die Lebensmittelvorräte an Bord zur Neige. Realismus eben.

Die Acheloides sind jetzt nicht unbedingt das, was landläufig unter Realismus fällt innerhalb Deiner Aufzählung, mit genügend Alkohol im Blut mag das hinwederum schon wieder anders aussehen. :D Ist "stokeln" eigentlich ein richtiger Begriff? Sagt mir nichts, konnte ich auch als Verb auf die Schnelle gerade nicht finden.

Wie hoch ist denn eigentlich grob der Anteil von RNG in diesem Spiel? Du erwähnst ja die natürlichen und weniger natürlichen Phänomene, die einen entsprechenden Blutzoll fordern, und dass das erneute Laden in so einer Sitation zum Dauerzustand werden kann. Ist es übermäßig auffällig? Ist der Einfluss eher am Anfang stark oder am Ende? Kann man da (teilweise) gegensteuern?

Wann und wie endet das Spiel eigentlich? Wird eine Handlung durchlaufen, ist es ergebnisabhängig, linear, eher offen?

Horst_Sergio hat geschrieben:
Bei gamefaqs.com rangiert New Horizons, der zweite Teil, auf Platz 13 von insgesamt 175 SNES-Rollenspielen und immerhin auf Platz 32 der 1428 gelisteten SNES-Spiele. Die Durchschnittswertung des Spiels liegt bei 4,25 von 5 Punkten. Kurzum: Das Teil musste her.

Losgelöst von diesem Spiel hier würde ich da nicht viel drum geben. Ich hab's mir gerade mal zu Gemüte geführt: New Horizons hat gerade mal 121 Stimmen erhalten, wohingegen Chrono Trigger (das den ersten Platz bei den SNES-RPGs einnimmt) mittels 4394 Voten dorthin kam. Das kann man einfach nicht vergleichen - Nischentitel werden tendentiell eher durch die Bank gute Bewertungen kriegen, weil Leute, denen das Spiel egal ist oder es sogar schlecht finden, sich nicht die Mühe machen werden, dafür abzustimmen. Ein in der Statistik sattsam bekanntes Problem.


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 Betreff des Beitrags: Re: USA!!! USA!!!
BeitragVerfasst: 22.02.2016 00:03 
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Perikles hat geschrieben:
Die Acheloides sind jetzt nicht unbedingt das, was landläufig unter Realismus fällt innerhalb Deiner Aufzählung...


Diese Sirenen könnten in diesem Falle auch eine Täuschung der Sinne sein, hervorgerufen durch eine Krankheit beispielsweise. Irgendwo muss diese Überlieferung ja herkommen - abgesehen von Odysseus. :D Raum zum Interpretieren ist jedenfalls da und hey, wir befinden uns hier in einem Zeitalter, in dem die Menschen noch unwissend waren und alle Dinge außerhalb ihrer Vorstellungskraft als Zeichen Gottes anerkannten. Ich lese zuviel Ken Follett...

Perikles hat geschrieben:
Wie hoch ist denn eigentlich grob der Anteil von RNG in diesem Spiel? Du erwähnst ja die natürlichen und weniger natürlichen Phänomene, die einen entsprechenden Blutzoll fordern, und dass das erneute Laden in so einer Sitation zum Dauerzustand werden kann. Ist es übermäßig auffällig? Ist der Einfluss eher am Anfang stark oder am Ende? Kann man da (teilweise) gegensteuern?


Um noch mal auf Ken Follett zurück zu kommen: Diese Zeichen Gottes als direkte Bestrafung für kleinere und größere Sünden könnten tatsächlich auch auf dieses Spiel übertragen werden - mit ein wenig Phantasie versteht sich. Jedenfalls bilde ich mir ein, dass mein Tun in diesem Spiel stets sehr drastische Konsequenzen hat. Es gibt in New Horizons diverse, greifbare Phänomene wie Tornados und Nebelbänke, aber auch Dinge wie Geisterschiffe oder ein Phönix, der ein Schiff in Brand setzt. Vielleicht gibts realistische Ursprünge und nüchterne Erklärungen wie Wetterleuchten oder so, die hier aber nicht geklärt werden. Für manche Dinge gibts auch Helferlein. Lime Juice beugt Skorbut vor, klingt logisch. Ein spezieller Balsam hingegen soll Stürme beschwichtigen ... hm, nun ja. Manche Entdeckungen kosten auch Leben, als unsere Flotte am Nordpol einen putzmunteren Säbelzahntiger entdeckt, werden glatt mal 200 Schiffsleute von dem Biest niedergemetzelt. Ist ne blöde Sache, aber allein die Geschichte dieser Entdeckung ist diversen Edelleuten eine ganze Stange Geld wert.

Die meisten Phänomene setzen dennoch unwillkürlich ein und nicht immer müssen sie Konsequenzen haben. Wenn man per Emulator die Zeit zurückdreht anstatt neu zu laden, dann kanns sein, dass jenes bestimmte Phänomen im Folgenden nicht auftritt. So verhält es sich übrigens auch mit dem Black Jack: Es gibt scheinbar vordefinierte Spielzüge, jedoch werden diese in wahlloser Reihenfolge ausgeführt. Man kann Glück haben und gewinnen oder eben nicht. Ebenso kann man jederzeit draufgehen oder zumindest schwere Schäden erleiden.

Perikles hat geschrieben:
Wann und wie endet das Spiel eigentlich? Wird eine Handlung durchlaufen, ist es ergebnisabhängig, linear, eher offen?


Also. :) Ich habe bislang die Geschichte von Catalina Dingenskirchen begonnen. Sie steht im Dienste der Spanier und will insgeheim die Tode ihres Bruders und ihres Verlobten rächen, welche angehenderweise auf das Konto der Francos aus Portugal gehen. Ich hab die Gute in Horstina Sergione umgetauft. Auch die kleinen Häfen, die ich entdeckt habe, tragen nun allesamt Namen mit Horst (Horstfalls, Horstwater, Horsttown, Horstenham, Horstridge, etc.) - ich kann nicht anders, der Name Horst hat einfach was magisches an sich.

Gut, ich stecke seit eins, zwei Wochen (!) mitten in der Kampagne fest und komme kaum vor und zurück. Derzeit bin ich dabei, dem einen Franco-Bengel nach Massawa zu folgen. Ich denke, es war vor allem ein Fehler, eine Piratin als Hauptfigur zu wählen und dann gesetzesfürchtig Handel treiben zu wollen und auf Entdeckungsreisen zu gehen - es kostete eigentlich nur Geld, Zeit und unnötigerweise auch viele Leben (von meinen Nerven ganz zu schweigen). Davon ab: Angehenderweise endet die Kampagne mit einem Abspann und dann ist auch das Spiel zuende. Habe soeben ein Let's Play durchgeklickt, der Catalina-Walkthrough des Youtubers nimmt 24 Episoden mit je etwa 20 bis 30 Minuten in Anspruch, also zwischen 8 und 10 Stunden. Ich sitze definitiv schon länger an dem Game, schlage mich aber auch immer wieder mit der Mechanik rum. Aber ich habe trotz geringem Fortschritt der Story schon nahezu alle Häfen erkundet und weitgehend alle freien Dörfer entdeckt. Ich bin auch schon recht gut aufgelevelt. Allein schon die langen Reisen bringen haufenweise Erfahrungen mit sich und Werte wie Leadership und Navigation steigen somit automatisch an. Wiederum habe ich aber erst drei oder vier Seeschlachten für mich entschieden. :poeh:

Perikles hat geschrieben:
Ist "stokeln" eigentlich ein richtiger Begriff?


Wahrscheinlich nicht, aber dennoch befindet sich dieses Wörtchen seit zig Jahren in meinem Wortschatz. Ich glaub, ich habe das aus der Kodderschnauze meines Oppas geerbt. :D Im Endeffekt ist damit sicher ne Mischung aus stakseln und torkeln gemeint.

Perikles hat geschrieben:
Losgelöst von diesem Spiel hier würde ich da nicht viel drum geben. Ich hab's mir gerade mal zu Gemüte geführt: New Horizons hat gerade mal 121 Stimmen erhalten, wohingegen Chrono Trigger (das den ersten Platz bei den SNES-RPGs einnimmt) mittels 4394 Voten dorthin kam. Das kann man einfach nicht vergleichen - Nischentitel werden tendentiell eher durch die Bank gute Bewertungen kriegen, weil Leute, denen das Spiel egal ist oder es sogar schlecht finden, sich nicht die Mühe machen werden, dafür abzustimmen. Ein in der Statistik sattsam bekanntes Problem.


Oh, ich vertrete seit jeher die Einstellung, dass die Meinung Weniger genau so viel Gewicht, wenn nicht sogar mehr Stellenwert haben kann, als die zerfaserte Meinung tausender Schafe, die eine allgemeine Aussage nachblöken. Chrono Trigger ist natürlich ein Konkurrent von ganz anderem Ausmaß, das ist schon klar. Chrono Trigger ist quasi für jedes andere RPG auf dem SNES ein Konkurrent von ganz anderem Ausmaß. Aber dennoch stehe ich dazu, dass ich auch immer wieder Äpfel mit Birnen vergleiche oder meinetwegen auch nen Trabi mit nem Porsche. Aber gut, das ist mein Empfinden, und ich merke auch, dass sich viele Leute daran stören, wenn ich mal was von ganzem Herzen doof finde, das von allen anderen bejubelt wird. ;)



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Sebel hat geschrieben:
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 Betreff des Beitrags: Re: USA!!! USA!!!
BeitragVerfasst: 22.02.2016 19:05 
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Ok das Spiel klingt mal richtig genial. Schreibe es mal auf meine "Wenn du mal Zeit hast, dann spiel das!"-Liste. Alleine schon die Schilderungen hier machen so richtig Lust darauf.



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Radagast hat geschrieben:
Hör darauf, was Gaigig sagt!


Inlays gesucht? -> http://forum.snesfreaks.com/viewtopic.php?f=145&t=14336
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BeitragVerfasst: 23.02.2016 08:51 
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Genialer Thread! :nice:

Ich habe die Beiträge über alle Spiele verschlungen, richtig schön geschrieben und wirklich interessant!

Vielleicht sollte ich mir doch mal einen US SNES zulegen und ein paar ausgewählte Perlen dazu.

Danke und weiter so!



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BeitragVerfasst: 23.02.2016 11:07 
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gaigig hat geschrieben:
Ok das Spiel klingt mal richtig genial. Schreibe es mal auf meine "Wenn du mal Zeit hast, dann spiel das!"-Liste. Alleine schon die Schilderungen hier machen so richtig Lust darauf.


Das Spiel ist schon echt cool, hat aber auch einige nervige Eigenarten, die man sich vor Augen führen muss. Wie gesagt, vor allem die Reisen sind recht zäh. Hier hätte ich mir ein wenig mehr Spieltempo gewünscht. Aber ja, ich würde es jedem Strategen mit Faible für RPG-Elemente empfehlen.

Calavera hat geschrieben:
Genialer Thread! :nice:

Ich habe die Beiträge über alle Spiele verschlungen, richtig schön geschrieben und wirklich interessant!

Vielleicht sollte ich mir doch mal einen US SNES zulegen und ein paar ausgewählte Perlen dazu.

Danke und weiter so!


Vielen Dank und gerne, gerne. Eine US-Konsole ist ja nicht zwingend nötig. Der Umbau des gewöhnlichen PAL-Geräts reicht vollkommen. Gut, das Flair mag ein anderes sein, ja. :)

Es wird bestimmt noch das ein oder andere Spiel folgen. Dennoch möchte ich erstmal versuchen, New Horizons zu bezwingen. Das muss doch wohl möglich sein. :D



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Sebel hat geschrieben:
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 Betreff des Beitrags: Re: USA!!! USA!!!
BeitragVerfasst: 23.02.2016 14:41 
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Einen gemoddeten SNES habe ich sogar, der alle Regionen abspielt. Allerdings mag ich die Schachtverbreiterung rein optisch nicht und hatte mich deshalb dagegen entschieden, da ich momentan auch nur Super Famicom und PAL Module besitze.

Daher dachte ich, wenn ich mich mal dafür entscheide, an eine kleine US Ecke in meiner Sammlung mit Konsole und ein paar schönen Titeln. Ein Adapter wäre sonst auch erstmal eine Möglichkeit.

Deshalb ist es umso schöner, dass hier gleich ein ungefährer Preis der Spiele von Dir mit angegeben wird und man die Richtung erahnen kann, die man investieren müsste. ;)



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 Betreff des Beitrags: Re: USA!!! USA!!!
BeitragVerfasst: 23.02.2016 15:17 
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Klingt auch nach einem Plan. ;) Ist natürlich wieder ne individuelle Frage. Ich persönlich wurde mit dem Adapter dauerhaft nicht glücklich. Wiederum investiere ich die Kohle lieber in neue Spiele als in die Hardware, deshalb hab ich auch keine OVP-Konsolen. Brauche ich auch nicht. Aber wie gesagt, das muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden. :)

Ich weiß nicht, ob die angegebenen Preise einem allgemeinen Richtwert entsprechen oder standhalten können. Ich bin halt immer bereit, nen gewissen Preis zu zahlen und meist habe ich das Glück, trotz Zollgebühren und Versandkosten immer noch unter den Preisen zu bleiben, die hierzulande verlangt werden. Dennoch gehen auch in den USA die Preise für alte Nintendo-Games ein wenig aufwärts, das muss man schon so sagen.

Aber wiederum, OK, ich hab mit New Horizons ein Spiel vor mir liegen, dass sich nach zwei, drei Monaten und diversen Neustarts noch immer nicht gänzlich erschlossen hat. Ich sag mal 120,- Euro sind sicherlich viel Geld, aber verglichen mit anderen Games, die auch in den dreistelligen Bereich gehen und schon nach wenigen Stunden abgehakt sind, ist es ein super Preis-Leistungs-Verhältnis. :D



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 Betreff des Beitrags: Re: USA!!! USA!!!
BeitragVerfasst: 24.02.2016 20:51 
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Erst einmal erneuten Dank für die ausführliche Antwort!

Horst_Sergio hat geschrieben:
Oh, ich vertrete seit jeher die Einstellung, dass die Meinung Weniger genau so viel Gewicht, wenn nicht sogar mehr Stellenwert haben kann, als die zerfaserte Meinung tausender Schafe, die eine allgemeine Aussage nachblöken.

Das stelle ich nicht ansatzweise in Abrede, ich bin da ganz im Gegenteil grob elitär, mich interessieren nur die Ansichten von Leuten, denen ich zutraue, auch ein vernünftiges Urteil zu fällen. Mir ging es nur darum, dass die von Dir erwähnte Zahl ("Platz 13/175 bei SNES-RPGs") mit Vorsicht zu genießen ist, wenn die für die Wertung eingegangenen Voten so weit voneinander abweichen. Einen Vorteil hat die Masse nämlich durchaus: wenige extreme Meinungen fallen nicht so stark ins Gewicht. Stochastisches Korrektiv eben.


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 Betreff des Beitrags: Re: USA!!! USA!!!
BeitragVerfasst: 25.02.2016 12:48 
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Eine allgemeine Rang- und Reihenfolge lässt sich, denke ich, eh nicht festlegen. Auf einer anderen Webseite würde die Top 20 wieder ganz anders aussehen. Womöglich findet sich Chrono Trigger (aufgrund fehlender Veröffentlichung) hierzulande gar nicht erst auf den vorderen Rängen einer solchen Liste ein.

Was die Glaubwürdigkeit angeht, na ja. Ich sag mal so, einer Liste z.B. bei Amazon würde ich jetzt auch nicht über den Weg trauen. Allein die Tatsache, dass die dortigen Rezensenten eigentlich nur Kunden sind und größtenteils nicht mal zwischen Produkt- und Verkäuferbewertung unterscheiden können, schwächt das Gefühl von echtem Stellenwert der Bewertungen ab. Bei Gamefaqs sehe ich das jedoch entspannter. Da sind Zocker unterwegs und die wissen immerhin, was sie bewerten. Wenn da eins, zwei Trolle am Werk sind, die aus Beliebigkeit und Trotz auf- und abwerten, OK, da kannste nichts machen. Mehr Gewissheit bringen da natürlich die Reviews.

Wenn es jetzt darum ginge, selbst eine SNES-RPG-Liste aufzustellen, dann würde New Horizons meiner Meinung nach auch relativ weit oben mitmischen, einfach weil es so facettenreich ist.



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 Betreff des Beitrags: Re: USA!!! USA!!!
BeitragVerfasst: 28.02.2016 21:48 
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So, hier noch ein kleiner Nachtrag zu New Horizons. Ich habe vor einigen Tagen einen neuen Anlauf mit Catalina Erantzo (Horstina Sergione) gestartet und mich mehr auf die Geschichte konzentriert und weniger Getöse nebenher veranstaltet. Folgende Beobachtungen hab ich gemacht, die sich positiv auf das Spielerlebnis auswirken:

Das "learning by doing"-Prinzip, wie man es beispielsweise auch aus The Elder Scrolls kennt, ist sehr gut eingebunden. Wer viel kämpft, trainiert auch automatisch seine Kampfwerte, wer viel reist, der wird automatisch ein guter Kapitän. Das ist wichtig zu wissen, denn in manchen Momenten geht die Hauptgeschichte erst dann weiter, wenn der Held ein gewisses Level erreicht hat. Wenn es wortwörtlich heißt, sich nach bestimmten Personen umzuhören, dann ist also unbedingt nicht gemeint, den Zielort zu suchen. Manchmal flattern einem die nötigen Informationen einfach zu.

Tatsächlich ist es wichtig, der vorgefertigten Klasse des jeweiligen Charakters zu folgen. Frau Sergione ist also Piratin und da macht es Sinn, Seekämpfe zu führen und eine starke Kriegsflotte zusammen zu stellen. Die Reise um die Welt hätte ich mir zuletzt sparen (im wahrsten Sinne des Wortes sparen) können. Auch wenn das Entdeckertum Spaß macht: Dafür sind in diesem Spiel andere Charaktere vorgesehen.

Die Reisen an sich dauern ohnehin schon recht lang. Daher ist es ungeheuer wichtig, die führenden Besatzungsmitglieder der einzelnen Schiffe - sprich: Kapitäne und Navigatoren - immer wieder mal durch zu tauschen. Die Herren verbessern zwar ihre Fähigkeiten nach und nach, aber manche Typen sind einfach nicht in der Lage, ihre Schiffe zügig zu maneuvrieren. Das hat zur Folge, dass die gesamte Flotte nur so schnell agiert, wie das langsamste Schiff.

Es empfiehlt sich ohnehin der Kauf der Venetian Galleass (spanische Galeere). Das Schiff ist teuer, aber sehr beständig im Kampf und hat das höchste Fassungsvermögen. Per Umbau im Dock kann man die Anzahl der Schiffsmannschaft und Kanonen zugunsten eines größeren Laderaums für Vorräte verringern - mit weniger Bootsmännern kann man so längere Reisen antreten. Wiederum hat man im Kampf dann das Nachsehen.



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 Betreff des Beitrags: Re: USA!!! USA!!!
BeitragVerfasst: 07.03.2016 11:49 
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Nager dir einen

Wäre der Held dieses Spiels ein menschliches Wesen, dann würde man mir im Folgenden Rassismus unterstellen und auf die Gleichheit der Menschen pochen. Hab ich ein Glück, dass Rocky ein Tier ist, wenn auch ein sehr vermenschlichtes. Dennoch: Der englische Begriff Rodent wird allgemein mit Nagetier oder Nager übersetzt. Das wiederum ist jetzt nicht sehr aufschlussreich, denn Nager ist nicht etwa die Bezeichnung einer einzelnen Gattung. Nager ist der Obergriff einer Ordnung der Säugetiere und mit etwa 2280 Arten zudem noch die vielfältigste.

Es ist also nicht geklärt, zu welcher Gattung Rocky Rodent gehört: Er könnte prinzipiell eine Maus, ein Murmeltier oder gar ein Hörnchen sein. Auf dem Frontcover der amerikanischen Verpackung (und auch als Sprite im Spiel) sieht der Typ jedoch eher wie eine Kreuzung aus Igel, Vielfraß und Fuchs aus, das japanische Artwork verleiht ihm den Look einer verschlagenen Hyäne. Paradoxerweise allesamt Tiere, die nicht zu den Nagern gehören. Gut, Rocky Rodent ist ein actionreiches Jump 'n Run für Kids und keine zoologische Dokumentation, dennoch wirken Design und Titel schon mal nicht so ganz stimmig, das gibt Punktabzug in der Endnote und zwar heftigst! Scheißspiel! Buh!


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Rocky Rodent
Entwickler: Irem
Vertrieb: Irem
Veröffentlichung: 1993
Genre: Action / Jump 'n Run

Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass der Bezeichnung Rodent ein unterschwellig negatives Flair innewohnt, so als würde man insgeheim von einem Parasiten sprechen. Zumindest ist der verfressene Rocky Rodent kein wirklich gern gesehener Zeitgenosse. Zu Recht: Er futtert dem Besitzer seiner Lieblingspizzabude quasi die Haare vom Kopf und überzeugt nicht gerade mit hoher Zahlungsmoral. Everyone's Darling geht anders, solche Typen nannte man vor einiger Zeit noch Schnorrerpunks. Glück im Unglück jedoch, dass eine Mafiabande anrückt, um Schutzgelder einzutreiben. Pie Balboa, der Restaurantbesitzer, hat logischerweise kein Geld (kein Wunder, wenn all seine Kunden die Zeche prellen), und so kidnappen die Verbrecher seine Tochter, um sie in Einzelteilen wieder zurückzuschicken. Starker Tobak, wie ich finde. Tatsache ist, dass Rocky Rodent seine Fressschulden begleichen will, indem er Balboas Tochter rettet. Also, auf gehts!

Inhaltlich gibts eigentlich nicht zu sagen. Das Gameplay ist gut gelungen, wenn auch nach Schema f gestrickt. Die Level sind lang und bis auf wenige Ausnahmen spielerisch nicht sonderlich abwechslungsreich. Dafür kann aber die optische Aufmachung begeistern. Der Cartoonstil ist schick und vor allem die zweite Stage ist toll inszeniert. Hier verfolgt Rocky die Mafiaheinis auf nem vielbefahrenen Highway und muss nebenbei anderen Verkehrsrowdys ausweichen. Davon hätte man sicher gerne mehr gesehen. Das Spieltempo ist allgemein sehr hoch, das Scrolling dabei pfeilschnell und makellos. Technisch betrachtet macht Rocky Rodent einen sehr guten Eindruck.

Spielerisch bleibts einfach ein nettes Jump 'n Run. Rocky besiegt seine Gegner mit Hilfe seines Fells - ein ordentlicher Putz macht halt auch was her. Dank FCKW-haltigem Haarspray kreiert sich Rocky verschiedene, steinharte Frisuren, die als Waffen und Allzweckmittel dienen. Teilweise kann er die Kontrahenten auf die Hörner nehmen oder sich an höher gelegenen Plattformen festkrallen, ein langer Zopf dient wiederum als Peitsche. Nebenbei futtert Rocky alles Essbare, das er findet und bekommt dafür Punkte gutgeschrieben. Das ist alles nicht wirklich neu, aber dank des eigenwilligen Designs wirkts immerhin individuell.

Im Gegensatz zum eher kniffligen Dino City, das ebenso von Irem entwickelt und veröffentlicht wurde, fällt der Schwierigkeitsgrad hier sehr mild aus. Trotz des hohen Spieltempos lassen sich Kollisionen mit Gegnern recht galant umgehen. Die Steuerung funktioniert sehr gut und Rocky gehorcht punktgenau und präzise. Rocky Rodent erinnert spielerisch desöfteren an Bubsy The Bobcat, allerdings klammert Irem die unnötig schweren Sprungpassagen konsequent aus. Fans nicht allzu schwerer Jump 'n Runs können bedenkenlos importieren!

versteckter Inhalt:
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Collector's Edition
Product-ID: SNS-NP-USA
Beilagen: Poster
Preis: ~30,- Euro

Die Total! präsentierte seinerzeit eins, zwei Screenshots zu diesem Spiel. Das war eigentlich alles, was ich damals über Rocky Rodent in Erfahrung bringen konnte. Das Game geriet lange Jahre in Vergessenheit und erst vor relativ kurzer Zeit entdeckte ich es wieder. Hierzulande ist es aufgrund fehlender Veröffentlichung ohnehin kaum bekannt. Der günstige Sofortkaufpreis sprach mich jedoch an, obwohl ich persönlich (!) mit Irem grundsätzlich keine must-have-Titel in Verbindung bringe (Shooterfans mögen das wahrscheinlich wieder anders sehen). Was solls halt.

In Japan heißt das Ding "Nitro Punks: Might Heads", das rotzige Cartoon-Cover jener Verpackung spiegelt die tatsächliche Atmosphäre eher wieder, als das recht verniedlichte Artwork der US-Version. Wie auch immer! In den Staaten wird Rocky Rodent regelmäßig in grundsoliden und zumeist kompletten Zuständen inklusive des Posters angeboten. Die Preise variieren dabei ein wenig, aber mit etwa 30,- Euro zuzüglich Versand und Zoll dürfte man durchaus hinkommen.



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