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 Betreff des Beitrags: USA!!! USA!!!
BeitragVerfasst: 26.01.2016 14:26 
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Horst_Sergio entdeckt NTSC-Land

Ein kleines Vorwort zu dem Ganzen. Ich möchte mir ein Beispiel an Perikles nehmen und den Spielebereich in dieser Bude ebenso ein wenig beleben. Wie einige von euch sicher gemerkt haben, bin ich in den letzten Monaten und Jahren immer mehr den US-Versionen der Super Nintendo Spiele verfallen. Die kantigen Module und oftmals schöneren Artworks lösen in mir schon seit Längerem deutliche Kaufimpulse aus. Das reicht von einfachem "Möchte haben"-Gegeifer bis hysterisch kreischend am Boden liegen und wild um mich schlagen, sobald mich irgendein Penner bei eBay überboten hat.

Nun, ganz so schröcklich ist es sicherlich nicht. Vielmehr ist auch die Dichte an Games entscheidend, die weder in Deutschland noch allgemein in Europa veröffentlicht wurden. Da die japanische Schrift für mich aussieht wie Buchstabensuppe dreimal aufgewärmt, fallen die Originale der SFC-Landschaft leider aus - warum sollte ich mir auch Spiele zulegen, die ich nicht verstehe, weil ich der Sprache nicht mächtig bin und deren Manuals ich mir nicht durchlesen kann und überhaupt...!? Es erscheint nur logisch, dass ich zu US-Versionen greife, um mir bedeutende Perlen, verkannte Klassiker oder kurioses Spielegedöns reinzupfeiffen, das es hierzulande nicht gab oder eben nicht ohne weiteres. Und zu guter Letzt ist es halt auch so: Ich find die US-Dinger einfach geil - nicht zuletzt deshalb gönnte ich meiner Konsole im Laufe des letzten Jahres den aufwändigen Umbau zu einer Multikulti-Plattform.

Da hier im Forum überweigend PAL-Sammler und -Spieler aktiv sind, mache ich mir mit diesem Thread also mal eine eigene, kleine Nische auf und präsentiere euch in unregelmäßigen Abständen das ein oder andere Game aus Übersee. Viel Spaß!

Btw: Ich habe für diese "Blogreihe" bewusst das Spieleforum gewählt, da es im Folgenden ja auch um die jeweiligen Spiele geht. Feedback und Anregungen sind natürlich jederzeit erwünscht. Ebenso stelle ich einmal die Frage in den Raum, ob es erwünscht ist, den ein oder anderen Beitrag in die jeweiligen Spielebereiche zu kopieren, sofern die Games noch nicht als Thread existieren?

Hier die Liste der bisherigen Spielebeiträge:
01. Lester The Unlikely
02. Robotrek
03. Bonkers
04. Uncharted Waters 2: New Horizons
05. Rocky Rodent
06. War 3010
07. College Slam
08. Super Caesars Palace
09. Vegas Stakes
10. Gradius III
11. Super Mario RPG
12. The Wizard Of Oz
13. Dragon View



Zuletzt geändert von Horst_Sergio am 22.01.2017 13:00, insgesamt 16-mal geändert.


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Sebel hat geschrieben:
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 Betreff des Beitrags: Re: USA!!! USA!!!
BeitragVerfasst: 26.01.2016 14:41 
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Ein Herz für Dullis

Nicht zuletzt dank der globalen Vernetzung hat die Bedeutung des Wortes Nerd einen positiven Aufwind bekommen. Ich sage nur Nerd-Brillen! Wunderhübsche, junge Mädels sind heuer dazu verdammt, wie Uhus in die Welt zu glotzen. Und das Schlimme daran: Diese modische Selbstverstümmelung wird von der Jugend auch noch dankend aufgenommen! Ähnlich ekelerregend verhält es sich mit diesen Hipster-Bärten, bei denen ich den Gedanken an ein verrutschtes Toupet nicht loswerde. Es könnte auch ein Facehugger aus dem Alien-Film sein, der den Absprung schlecht getimed hat und nun dazu verdammt ist, den Hals seines Trägers zu nuckeln. Es ist ja auch so, dass diese neumodischen Schönheitsideale vor 20, 30, vielleicht auch schon vor 40 Jahren eher für Gelächter und Häme sorgten. Warum muss sich die Jugend auch immer an den "geht gar nich"-Beispielen der Alten orientieren?

Es muss mit Rebellion zu tun haben. Wenn ich an meine Sturm- und Drangzeit zurückdenke, dann klar: Ich wollte immer erstlinig das machen, was meine Eltern verboten hatten. Eigentlich eine traurige und vor allem langweilige Generation, die nur mit solchen No-Go-Assessoires zu schocken vermag. Ich mein, früher - da sind wir immerhin saufen gegangen und rauchten wie Industrieschornsteine. Die Allerschlimmsten stießen sogar grünlichen Rauch aus. Es wurde rumgehurt, öffentlich gerotzt und lauthals geflucht, dass sich sämtliche Balken bogen. Und heute: "Ich trage eine Nerd-Brille. Ich bin so cool und adrett und alternativ. Schmutziger Sex deckt sich nicht mit meinem veganen Lebensstil, aber die süßen Hipsterboys mit ihren Eremitenbärten wissen das schon einzuschätzen." Oder auch: "Ich trage einen Hipster-Bart. Eine Kolonie Springmäuse brütet darin. Ich würde das Teil ja wegmachen, doch wenn ich Beine, Arme, Brust und Schniedel rasiert hab, dann ist die Klinge schon zu stumpf für das Gekröse im Gesicht. Manchmal, wenn ich nicht aufpasse, fangen die Nachbarsziegen an, in meinem Bart zu grasen..." Puh, merkwürdige Zeiten, in denen einem Nerds als coole Typen verkauft werden...


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Lester The Unlikely
Entwickler: Visual Concepts
Vertrieb: DTMC
Veröffentlichung: 1994
Genre: Action/Adventure

Für Lester gilt die Bezeichnung Nerd noch als Beleidigung! Lester ist jemand, der Steve Urkel oder den Typen aus Big Bang Theory Konkurrenz machen könnte. Ein kraftloses Weichei ohne jeglichen Mumm. Da klingts doch erstmal interessant, ausgerechnet so ne Flitzpiepe per Unfall in das Abenteuer seines Lebens zu schicken. Zufällig gerät Lester als blinder Passagier auf einen Luxusdampfer, welcher auf hoher See von Piraten gekapert wird und nun absäuft. Lester schafft es irgendwie, sich auf ein kleines Eiland zu retten. Und nun muss er sich mit wütenden Eingeborenen, einem fiesen Gorilla, Riesenspinnen und sonstigem Pack herumschlagen. Das klingt nach Stoff, der in den Achtzigern noch für bedeutungslos dahinplätschernde Fernsehunterhaltung herhielt. Lester The Unlikely genießt trotz des ambitionierten Konzepts jedoch einen eher zweifelhaften Ruf.

Ist auch kein Wunder. Zum einen haben wir einen nicht fertiggesponnenen Grundgedanken. Lester startet als Feigling und Taugenichts, der sich im Laufe des Abenteuers mehr und mehr als Held beweisen soll. Dieses Gefühl stellt sich allerdings kaum ein. Ich habe nicht das Gefühl, dass sich Lester besser steuern lässt oder seine Aufgaben im Folgenden besser löst. Lester selbst ist unglaublich gut in Szene gesetzt und enorm detailreich animiert. Seine schrägen Verrenkungen beim Laufen und Springen lassen mich zunächst mal schmunzeln. Konsequent wäre es, hätten die Macher Lesters Fähigkeiten im Spielverlauf auch spürbar verbessert, aber nein: Lester ist und bleibt ein Dulli.

Der nächste Knackpunkt ist das Spielprinzip. Lester The Unlikely mag vom Setting her erstmal wie ein Jump 'n Run erscheinen, doch weit gefehlt! Es ist ein Action/Adventure á la Blackhawk oder Flashback; prinzipiell ein Genremischmasch, der mir eigentlich sehr gut gefällt. Hin und wieder gibts ein paar Rätsel zu knacken, dann wieder muss man kurze und überaus knackige Actionszenen überstehen. Die Mischung ist nicht verkehrt, und wäre Lester nur ein Tickchen agiler, dann ginge die Formel unterm Strich auch auf. So hab ich das Gefühl, dass vor allem auch Glück dazu gehört, die Sprungsequenzen (beispielsweise von Liane zu Liane) zu meistern.

Der Umfang ist nicht sehr hoch. Es gibt mehrere, verschiedene Abschnitte, die unterschiedliche Aufgaben beinhalten, aber diese sind immerhin recht straff inszeniert, weshalb ich nicht das Gefühl habe, stets nur das Gleiche zu tun. Manche Passagen sind dennoch hinterlistig und fordern reichlich Fingerspitzengefühl, was die träge Steuerung nicht immer zulässt. Doof find ich, dass gravierende Fehler streng mit dem Abzug eines Lebens geahndet werden - Leben wie auch Continues sind jedoch ein recht rares Gut im Spiel. Dadurch wird Lester The Unlikely zu einer richtigen Herausforderung, die mich am Ende dennoch nicht wirklich begeistert. Warum? Keine Ahnung. Das Ende kommt relativ plötzlich und sinnigerweise auch ohne große Hindernisse in den letzten Abschnitten. Andererseits fühle ich mich dann doch wenig mit Lester verbunden. Ganz schlimm ist Lester sicherlich nicht, aber es gehört ein dickes Fell dazu, die einzelnen Passagen mit Erfolg zu knacken.
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Collector's Edition
Product-ID: SNS-LY-USA
Beilagen: Strategy-Poster, Garantiekarte
Preis: ~40,- Euro

Lester The Unlikely ist kein teures Game. Sinnvollerweise hab ich eine lange Zeit nach diesem Spiel gesucht und irgendwann die Hoffnung aufgegeben, es in gutem Zustand und komplett für unter 40,- Euro zu bekommen. Das Game an sich kostete mich etwa 25,- Euro. Zuzüglich Zollgebühr und Versand landete ich bei etwa 40,- Euro insgesamt. Der Preis ist bei dem neuwertigen Zustand insgesamt OK. Immerhin war auch das spielerisch wenig nützliche Strategy-Poster, die Garantiekarte und das Dust Cover enthalten. Gerade für Letztere zahlt man einzeln ja schon mindestens 2,50 Euro.



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Sebel hat geschrieben:
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 Betreff des Beitrags: Re: USA!!! USA!!!
BeitragVerfasst: 26.01.2016 15:33 
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Horst_Sergio hat geschrieben:
Ich möchte mir ein Beispiel an Perikles nehmen und den Spielebereich in dieser Bude ebenso ein wenig beleben.


Das kann ich ja nur begrüßen! Freu mich schon auf weitere Einträge.

Zur Wahl des ersten Titels. Find ich sehr interessant, kannte das Spiel bisher nur aus der Nerd-Perspektive. Der des FUCKING Nerd. :wink:
Ich bin mal so frei und verlinke das Video hier, gibt ja immerhin einen sehr guten Eindruck von dem Spiel.



Eine Frage Horst, was sagst du zu dem Vorwurf, dass das Spiel eine schlechte Steuerung hat?


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 Betreff des Beitrags: Re: USA!!! USA!!!
BeitragVerfasst: 26.01.2016 15:47 
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Horst_Sergio hat geschrieben:
Ich möchte mir ein Beispiel an Perikles nehmen [...]
[...] schröcklich [...]

Inklusive stilistischer Anleihen, wie ich sehe - guter Mann! :D

Ich bin auch sehr gespannt, was Du uns zu präsentieren hast, bisher habe ich nur einen US-exklusiven Titel gefunden, den ich nicht missen möchte (Metal Warriors). Natürlich sind US-Versionen unabdingbar für RPGs, die in unseren Breitengraden nicht herausgekommen sind, aber da die Sprachbarriere bei den allermeisten actionlastigen Spielen auch bei SFC-Spielen denkbar gering ist (in der Regel sind die Menüs ohnehin in Englisch oder Engrisch belassen), bin ich in der Regel dort geblieben. Dann und wann schleichen sich allerdings interessante regionale Unterschiede ein (s. Kidou Soukou Dion und Imperium), Grund mehr, dieses Thema wachsam zu beobachten!

Und gleich meinen Respekt für Deinen Wagemut, Lester ist so ein Spiel, das ich kategorisch aus stilistischen Gründen ablehne - selbst wenn es richtig gut wäre, könnte ich mich wohl nur schwerlich überwinden, es auszuprobieren, die innere Hürde ist zu hoch. Umso erfreuter bin ich, zu erfahren, dass mir da nichts entgeht.

Horst_Sergio hat geschrieben:
Ebenso stelle ich einmal die Frage in den Raum, ob es erwünscht ist, den ein oder anderen Beitrag in die jeweiligen Spielebereiche zu kopieren, sofern die Games noch nicht als Thread existieren?

Klar, zieh' durch, kann nicht schaden, es einmal gewissermaßen zu archivieren, falls wirklich "substantielle" Beiträge kommen, und es hier an dieser Stelle eher locker zu besprechen, sodass auch uninformierte Interessierte wie ich mit einem "Hurra!" Deine Beiträge kommentieren können, ohne das eigentliche Spielthema zu belasten. Wenn es Dir recht ist, würde ich auch gleich dieses Thema hier anpinnen, um der bereits jetzt offensichtlichen Qualität ein Gütezeichen aufzusetzen und es gut sichtbar festzuhalten. :)


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 Betreff des Beitrags: Re: USA!!! USA!!!
BeitragVerfasst: 26.01.2016 16:31 
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Ich finde das eine super Idee, da ja wirklich viele interessante Titel in den USA erschienen sind. Freue mich auf neues Lesefutter und finde die Idee mit den weiterführenden Threads nicht schlecht, denn irgendwann wird der Blog sicher etwas unübersichtlich. Da würde ich dann die Titel in einen eigenen Thread stecken und man kann den dann für weitere Unterhaltungen nutzen.

Sehr schöner erster Titel und übersichtlich präsentiert.



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Snes-für-immer hat geschrieben:
...(gaigig ist nicht da also schnell zuschlagen :starwars: :ugly: :pfeif: )

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 Betreff des Beitrags: Re: USA!!! USA!!!
BeitragVerfasst: 26.01.2016 16:48 
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eichrana hat geschrieben:
Freu mich schon auf weitere Einträge.

Perikles hat geschrieben:
Ich bin auch sehr gespannt, was Du uns zu präsentieren hast...

Ocer R. hat geschrieben:
Ich finde das eine super Idee, da ja wirklich viele interessante Titel in den USA erschienen sind.

Erstmal: Vielen, herzlichen! :)
Wie gesagt, von Zeit zu Zeit werde ich hier das ein oder andere Spiel mal näher vorstellen und sowohl auf das Game, sowie auch auf den jeweiligen Sammelkram eingehen.

Perikles hat geschrieben:
Klar, zieh' durch, kann nicht schaden, es einmal gewissermaßen zu archivieren, falls wirklich "substantielle" Beiträge kommen...

Ocer R. hat geschrieben:
finde die Idee mit den weiterführenden Threads nicht schlecht, denn irgendwann wird der Blog sicher etwas unübersichtlich. Da würde ich dann die Titel in einen eigenen Thread stecken und man kann den dann für weitere Unterhaltungen nutzen.

Da müsste ich halt mal schauen, wie motiviert ich bin. :D Ansonsten sind die Spielethreads einleitend ja oftmals auch eher kurz und knapp gehalten (Beispiel), womit ich jetzt im Falle von Lester The Unlikely nur die wesentlichen Daten (Entwickler, Genre, VÖ-Datum, Product-ID, etc.) und eins, zwei knappe Sätze als Beschreibung heranziehen würde. Ich erstelle gleich mal einen entsprechenden Thread zu diesem Spiel. ;)

Perikles hat geschrieben:
Wenn es Dir recht ist, würde ich auch gleich dieses Thema hier anpinnen, um der bereits jetzt offensichtlichen Qualität ein Gütezeichen aufzusetzen und es gut sichtbar festzuhalten. :)

Gerne, warum nicht, würde mich freuen. :)

eichrana hat geschrieben:
Zur Wahl des ersten Titels. Find ich sehr interessant, kannte das Spiel bisher nur aus der Nerd-Perspektive. Der des FUCKING Nerd. :wink:
Eine Frage Horst, was sagst du zu dem Vorwurf, dass das Spiel eine schlechte Steuerung hat?


Tja, ich bin wohl so ziemlich der Einzige auf der Welt, der den AVGN für ziemlich überbewertet hält. Ich hab schon nicht viel Talent zum Zocken, aber der Typ kann ja mal gar nichts, ganz abgesehen von den schlecht geschauspielerten Wutausbrüchen. Was diese These in Bezug auf Lester stützt: In der Anleitung werden sämtliche Bewegungen haarklein beschrieben. Es ist sogar bebildert, wie man Waffen (Steine) aufsammelt und einsetzt. Da kann ich dann so nen Typen nicht ernstnehmen, der sich hinsetzt, einen auf "blind-speedrun" macht und einfach nur scheitert, weil das Game nicht darauf ausgelegt ist.

Schlecht ist die Steuerung jedenfalls nicht, aber Lester reagiert, wie oben erwähnt, hin und wieder ein bisschen träge - es ist eben nahezu die gleiche Steuerung wie in Flashback oder auch Prince Of Persia. Man kann das mögen oder eben nicht. Ich finds grundsätzlich OK. Oder noch anders: Ich hatte mit etwas viel schlimmeren gerechnet. :D



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Sebel hat geschrieben:
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 Betreff des Beitrags: Re: USA!!! USA!!!
BeitragVerfasst: 26.01.2016 16:54 
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Lester erinnert mich doch stark an Prince Of Percia, wenn ich mir das Video von eichrana so ansehe!

Wenn es wirklich nur US Only Spiele werden sind da sicher auch ein paar Spiele für die Liste dabei.

Bin schon gespannt was du da noch so an Spielen kommt :wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: USA!!! USA!!!
BeitragVerfasst: 26.01.2016 17:16 
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Ja, die Steuerung lässt sich mit PoP vergleichen, jedoch ist das Spiel durch die kurzen Teilabschnitte ein Tickchen intuitiver.

Der Thread hier wird nur US-Versionen beinhalten, allerdings nicht ausschließlich US-exklusive Games, sondern vor allem solche Titel, die nicht offiziell in Deutschland erschienen sind. ;)

Edit: Wers noch nicht gesehen hat, hier der Eintrag im Spieleforum.



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Sebel hat geschrieben:
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 Betreff des Beitrags: Re: USA!!! USA!!!
BeitragVerfasst: 27.01.2016 20:08 
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Bin schon ganz gespannt, welchen Titel du als nächstes ausgesucht hast! Weiter so! :nice:


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 Betreff des Beitrags: Re: USA!!! USA!!!
BeitragVerfasst: 03.02.2016 03:04 
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Wir sind die Roboter

Als Kind hat man noch Träume. Man will die Welt verändern, wenn man mal groß und stark ist. Man will mittels toller Erfindungen reich, berühmt, einflussreich, ja vielleicht sogar berüchtigt sein. Dank reichlich Bastelspielzeug dürfen Kinder schon früh das Erfinden und das Konstruieren üben. In meiner Kindheit erfreute ich mich an Legosteinen; die richtigen Streber waren eher mit Fischer-Technik ausgerüstet. Ich erinnere mich, dass ich einmal das größte Raumschiff des Universums baute, doch dann kam Skeletor, fuchtelte argwöhnisch mit seinem Stab herum und das Raumschiff zerfiel in tausendmillionentrillionen Einzelteile, die in die entlegendsten Ecken der Galaxie verstreut wurden. Es brauchte einen Helden, um alle Teile zu finden und das Raumschiff neu zusammen zu setzen. Tatsächlich gab es Ärger mit meiner Mutter. In strengem Kommandoton befahl sie mir, mein Zimmer aufzuräumen... Och, Menno!

Niedergeschmettert vom Ausmaß der Begebenheiten entwickelten meine Kumpels und ich lediglich noch kleinere Star-Trek-Pistolen, mit denen wir durch die Wälder tollten und auf alles ballerten, was sich bewegte. Und wenn sich kein Opfer fand, dann erschossen wir uns halt gegenseitig. Meine Tage als großer Erfinder waren früh gezählt, ich war ein kleines Rädchen in der Maschinerie des Aufrüstwahns und verlor bald jegliche Freue am Basteln und am Tüfteln. Doch jüngst durfte ich diesen Traum wieder ausleben und mich erneut wie ein aufstrebender Ingenieur fühlen. Dies zwar nur im virtuellen Sinne - aber hey - besser als nichts, oder?

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Robotrek
Entwickler: Quintet
Vertrieb: Enix
Veröffentlichung: 1994
Genre: Rollenspiel

Perikles beackert andernorts gerade Lunar 2. Für mich ist dies der bestmögliche Zeitpunkt, um Robotrek zu präsentieren. Immerhin könnte das Werk von Quintet ein passabler 16-Bit-Vorreiter jenes Playstation-Spiels sein. Außerdem ist Robotrek ein Spiel, das ich schon sehr, sehr lange haben und zocken wollte. Es bietet sich also an, ein paar Worte über diese, hierzulande leider nie veröffentlichte Quintet-Perle fallen zu lassen.

Auf dem kleinen und entlegenen Planeten Quintenix greift das Regime der Hacker um sich - eine Bande von Verbrechern und Weltallpiraten, die, angeleitet von einer außerirdischen Macht, nichts besseres zu tun hat, als die Bevölkerung der Hauptstadt Rococo zu nerven. Horstio (oder wie auch immer der Spieler seine Heldenfigur nennen mag) ist der Sohn eines einflussreichen Erfinders und möchte natürlich gern in Papis Fußstapfen treten. Anlass findet sich schnell: Nach kurzem Vorgeplänkel und Erklärung der Spielmechanik sollen wir ein paar verschollene Kiddies ausfindig machen. Auf gehts in ein Abenteuer, dessen verschnörkelte Geschichte immer wieder interessante Wendungen zutage führt. Von Papis Verschwinden, über eine Reise zu ner Trauminsel, bei der Horstio den wütenden Inselgott beschwichtigen soll, durch Rococos Vergangenheit bis hin zu entlegenen Planeten fern im All - gute 30 bis 40 Stunden dürfte man bestens unterhalten werden.

Obwohl sich hinter dem Titel ein Spiel der selben Güteklasse wie Terranigma, Soul Blazer oder eben auch Illusion Of Time verbirgt, ist es dennoch kein Wunder, dass Robotrek nie als PAL-Version veröffentlicht wurde. Die Mechanik ist zu komplex. Die Kämpfe basieren auf strengem Rundensystem. Es gibt jedoch keine Zufallskämpfe wie beispielsweise in Final Fantasy. Genau wie in Lufia laufen auch hier Sprites auf der Karte rum, die bei Berührung den Kampfbildschirm öffnen. Für Nahkampfattacken muss der Spieler sogar über das Schlachtfeld marschieren. Das heißt, nö, stimmt ja gar nicht. Horstio lässt marschieren! Nicht umsonst ist er der Sohn eines Erfinders und mausert sich nach und nach selbst zu einem solchen. In speziellen Werkstätten, sogenannten "Research 'n Development"-Räumen, kann Horstio gegen Bares eigene Kämpfer basteln: Roboter! Bis zu drei dieser Roboter wird er auf den Schlachtfeldern befehligen. Allerdings darf immer nur einer der Blechkameraden aktiv ins Kampfgetümmel eingreifen. Wenn nun die letzte Leiterbahn eines Roboters abgerauscht ist, dann schreitet der nächste zur Tat. Horstio unterstützt die Typen im Kampf manuell mit Energiezufuhr oder speziellen Angriffen.

Items kann Horstio im RnD-Raum selber konstruieren, wenn er das nötige Wissen hat. Dafür muss er wiederum die Bücher der Reihe "Inventor's Friend" lesen, die in den staubigen Bücherregalen der Welt rumstehen. Die einzelnen Ausgaben sind natürlich an Horstios Rang gebunden. Mit einem niedrigen Level ist der "Inventor's Friend Level 27" logischerweise "hard to understand". Horstio bekommt dann und wann auch die Anweisung, Items für den Eigengebrauch zu bauen, um damit die knackigen Rätseleinlagen zu lösen. Witzig ist auch, dass man einzelne Items miteinander kombinieren kann und so mitunter wesentlich aufgebesserte Versionen des bestehenden Krempels erhält. Mit dieser spaßigen Bastelei kann man sich nebenher echt lange beschäftigen. Beim Levelaufstieg darf Horstio dann zusätzlich noch die einzelnen Kampfwerte seiner Roboter aufpolieren.

Robotrek hat eine eigene, durchaus verschrobene Atmosphäre. Inwiefern das japanische Original seinem Namen (Slapstick) nachkommt und womöglich zur Lachnummer gerät, vermag ich nicht zu sagen. Die amerikanische Fassung ist jedenfalls hervorragend vorgetragen und begeistert dank reichlich erzählerischer, wie auch optischer Abwechslung. Die Texte sind mitunter augenzwinkernd und passen zur einigermaßen drolligen Optik, im Großen und Ganzen ist Robotrek trotzdem sehr anspruchsvoll. Stetiges Leveln ist Pflicht; die Gegner nehmen Horstios Roboter ganz schön in die Mangel. An manchen Stellen schwankt das Balancing insofern, dass einem relativ schwache Gegner vorgesetzt werden, die jedoch haufenweise Megs (Erfahrungspunkte) abwerfen. So kann Horstio recht flott und ungehindert aufleveln. Wiederum ermöglicht es einem das System, an Gegnern vorbei zu laufen, wenn man keinen Bock zum Kämpfen hat. Ein wenig seltsam erscheint es, dass man nicht frei auf der Overworld-Karte umherstreifen darf, sondern á la Mystic Quest von Punkt zu Punkt marschiert. Obwohl die Welt relativ klein erscheint, gibt es dennoch reichlich abwechslungsreiche Schauplätze. Einziger Wehrmutstropfen hinsichtlich des Fortschritts ist bestenfalls noch, dass manche Situationen nicht durch die augenscheinliche Lösung eines jeweiligen Rätsels bewältigt werden wollen, sondern erst nach ausuferndem Gequatsche mit NPCs. Das ist allerdings Gejammer auf ganz hohem Niveau. Qualitativ siedelt sich Robotrekt ziemlich genau zwischen Soul Blazer und Terranigma an oder in Noten ausgedrückt: gut bis sehr gut.

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Collector's Edition
Product-ID: SNS-E9-USA
Beilagen: Item-Map
Preis: ~100,- Euro

Ich setze den Wert mal bei Plusminus 100,- Euro an. Grund: Mein Spiel kostete mich jüngst in rundum gutem Zustand gerade mal 70,- Euro. Jetzt muss ich aber dagegenhalten, dass mein Exemplar leider nicht komplett ist. Zum vollen Sammlerglück fehlt mir noch das Poster. Ein Angebotspreis bis 150,- Euro für ein neuwertig erhaltenes Exemplar ist wiederum auch nicht ungewöhnlich. Allerdings ist Robotrek durchaus ein Titel, der bedeutend seltener auftaucht als beispielsweise Chrono Trigger, Super Mario RPG oder selbst ein überteuertes Earthbound.



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Sebel hat geschrieben:
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 Betreff des Beitrags: Re: USA!!! USA!!!
BeitragVerfasst: 03.02.2016 11:39 
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Ich danke wiederum für einen überaus instruktiven Artikel! Robotrek liegt bei mir im Schrank und macht sich dann und wann vorwurfsvoll bemerkbar, erhält es doch keinerlei Aufmerksamkeit. Es fasziniert mich, dass kaum jemand das Spiel auch wirklich anzugehen scheint, obwohl das Quintet-Siegel allein ein Garant sein sollte, dass es nicht komplett in obskure Gefilde abgleitet. Man findet jedenfalls so gut wie überhaupt keine validen Besprechungen, geschweige denn in der vorbildlichen Form und Struktur wie von Dir vorgelegt. Ob das nun bedeutet, dass ich mich auch endlich mal aufraffen kann, es zu spielen, steht hinwiederum auf einem ganz anderen Blatt... :D

Horst_Sergio hat geschrieben:
Auf dem kleinen und entlegenen Planeten Quintenix [...]

Heißt der wirklich so oder ist das eine wohlwollend-sarkastische Sottise von Deiner Seite?


Wie verhält es sich eigentlich mit Religiosität bzw. Spiritualität in diesem Spiel? Sowohl die beiden ActRaiser-Teile als auch die "Gaia-Trilogie" (ich sehe gerne in Soul Blazer, Illusion of Gaia/Time und Terranigma eine inoffizielle Trilogie) behandeln dieses Themenfeld ja mal sehr direkt, mal eher subtil, doch zieht es sich wie ein roter Faden durch das Gesamtwerk. Macht es sich auch hier in irgendeiner Form bemerkbar?


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 Betreff des Beitrags: Re: USA!!! USA!!!
BeitragVerfasst: 03.02.2016 13:25 
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Perikles hat geschrieben:
...geschweige denn in der vorbildlichen Form und Struktur wie von Dir vorgelegt.

Zitat der Wache an den Toren zur Kaiserstadt in Cyrodiil:
"Aber bitte, da werd ich ja rot!"

Perikles hat geschrieben:
Ob das nun bedeutet, dass ich mich auch endlich mal aufraffen kann, es zu spielen, steht hinwiederum auf einem ganz anderen Blatt... :D


Ist ja auch kein Muss. Empfehlen kann ich das Game definitiv, aber auch hier gilt eben: Viel kämpfen, viele Megs (EXP) sammeln, viel leveln, viel Zeit mit den gleichen Dingen und Abläufen verbringen. Positiv machen sich die verhältnismäßig kurzen Dungeons bemerkbar, sowie die Tatsache, dass die Geschichte trotz aller Wendungen am Ende einen Sinn ergibt. Jenen konnte ich zum Beispiel in Terranigma nicht wirklich erkennen. Dort kam es mir in den letzten Akten tatsächlich so vor, als wären die vielen Twists nur Mittel zum Zweck, um das Ende noch länger hinaus zu zögern. In Robotrek hingegen gibts bis zum Schluss neue Schauplätze und anspruchsvolle Gegner und die Geschichte spitzt sich dann doch zu. Das ist schon cool gemacht.

Perikles hat geschrieben:
Horst_Sergio hat geschrieben:
Auf dem kleinen und entlegenen Planeten Quintenix [...]

Heißt der wirklich so oder ist das eine wohlwollend-sarkastische Sottise von Deiner Seite?

Dateianhang:
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Tja, ein wenig infantil gehts schon zur Sache. Der Computer in Horstios Hütte befiehlt ihm sogar, sich Actraiser 2 und Illusion Of Gaia zu kaufen, da es tolle Spiele sind. Ebenso könnte man auch die Hackers als Verhonepiepelung der Stormtroopers bezeichnen. Hier und da gibts Querverweise auf Zelda und sicherlich auch andere Spiele. Na ja, es gibt ein paar Kalauer, aber die Macher sind bemüht, diese Gags passabel in die Geschichte einfließen zu lassen. Richtig peinlich wirds also nicht.

Perikles hat geschrieben:
Wie verhält es sich eigentlich mit Religiosität bzw. Spiritualität in diesem Spiel?

Konnte ich nicht erkennen. Ich hab mit dem Thema aber auch nichts am Hut, deswegen achte ich nicht wirklich darauf, wenn es mehr um Gott, denn um die Welt geht. ;) Ich hatte jetzt eher den Eindruck, dass Robotrek dem Spieler einen technisch-nüchternen Blick gewährt - immerhin ist er ein Erfinder und damit sowas wie ein Wissenschaftler. Die Bösen wollen zwar ultimative Herrscher darstellen, aber ich hatte nicht den Eindruck, dass da infernalische oder himmlische Mächte am Werk sind. Selbst der Aberglaube der Inselbewohner mit ihrem Vulkangott ist im Endeffekt eher ein Jux.



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Sebel hat geschrieben:
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 Betreff des Beitrags: Re: USA!!! USA!!!
BeitragVerfasst: 03.02.2016 19:59 
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Horst_Sergio hat geschrieben:
Ist ja auch kein Muss. Empfehlen kann ich das Game definitiv [...]

Das ist ganz losgelöst von Deiner Empfehlung (die selbstredend deutlich stärker dazu beiträgt, dass in mir die Neugierde wächst, es einmal auszuprobieren), sondern Teil des RPG-Fluches, der bewirkt, dass ich, wenn es hoch kommt, zwei Spiele des Genres pro Jahr angehe. Ich schiebe z.B. seit Ewigkeiten vor mir her, Dragon Quest II & III durchzuspielen, damit ich obsessiv-manisch einwandfrei behaupten kann, die ersten sechs Spiele der Reihe durchgeackert zu haben. Und ich bin ein wirklich großer Freund der drei DS-Teile, die halte ich für maßstabssetzend, was die Spielkonzeption in einem rundenbasierten RPG anbelangt, besonders den vierten Teil. Trotzdem: es will nicht recht fruchten. :D

Horst_Sergio hat geschrieben:
Positiv machen sich die verhältnismäßig kurzen Dungeons bemerkbar, sowie die Tatsache, dass die Geschichte trotz aller Wendungen am Ende einen Sinn ergibt. Jenen konnte ich zum Beispiel in Terranigma nicht wirklich erkennen. Dort kam es mir in den letzten Akten tatsächlich so vor, als wären die vielen Twists nur Mittel zum Zweck, um das Ende noch länger hinaus zu zögern.

Das ist eine interessante Bemerkung - hättest Du Lust, das beizeiten mal im Terranigma-Strang weiter auszuführen? Ich kann mir unterschiedliche Stoßrichtungen vorstellen, von denen aus man Terranigma vorwerfen könnte, es bliebe gezielt bei einem retardierenden Moment, um die Spannung weiterlaufen zu lassen, mich täte interessieren, was genau Dir da ins Auge gefallen ist.

Horst_Sergio hat geschrieben:
Der Computer in Horstios Hütte befiehlt ihm sogar, sich Actraiser 2 und Illusion Of Gaia zu kaufen, da es tolle Spiele sind.

Hört, hört, ein Schelm, wer Böses dabei denkt! ActRaiser 2 könnte nach meinem Dafürhalten allerdings wirklich mehr Liebe erfahren, das ist, um preußisch genau die Kurve zum Thema zu kriegen, in seiner US-Version auch deutlich schwerer als in den anderen beiden Fassungen (die wiederum voneinander abweichen; es wird wenige Spiele geben, die so viele Änderungen bei jeder Lokalisierung erfahren haben wie ActRaiser 2), schon ein kurioses Stück Portierungsgeschichte.

Horst_Sergio hat geschrieben:
Ich hab mit dem Thema aber auch nichts am Hut, deswegen achte ich nicht wirklich darauf, wenn es mehr um Gott, denn um die Welt geht. ;) Ich hatte jetzt eher den Eindruck, dass Robotrek dem Spieler einen technisch-nüchternen Blick gewährt - immerhin ist er ein Erfinder und damit sowas wie ein Wissenschaftler.

Interessant, praktisch der prometheische Mensch als dasjenige Wesen, das die Götter vertreibt. Quintet hatte ja einen gewissen Hang dazu, Religion einerseits und das Konfliktpotential des Menschen im Zusammenspiel mit seiner Natur (gerade vermittels der Technik, s. z.B. Soul Blazer und Terranigma) andererseits darzustellen, da scheint Robotrek mehr oder minder auszuscheren, wie es aussieht.


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 Betreff des Beitrags: Re: USA!!! USA!!!
BeitragVerfasst: 03.02.2016 22:57 
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Perikles hat geschrieben:
Trotzdem: es will nicht recht fruchten. :D


Ich kanns nachvollziehen. So geht es mir weitgehend mit Shoot 'em Ups. ;) Vielleicht bin ich zu grobmotorisch veranlagt - Tatsache ist, ich mache permanent die gleichen Fehler ohne mich auch nur geringfügig zu verbessern und hab dann natürlich auch nicht das Durchhaltevermögen, um mich durch zu beißen. Halt nicht meine Welt.

Perikles hat geschrieben:
Das ist eine interessante Bemerkung - hättest Du Lust, das beizeiten mal im Terranigma-Strang weiter auszuführen? Ich kann mir unterschiedliche Stoßrichtungen vorstellen, von denen aus man Terranigma vorwerfen könnte, es bliebe gezielt bei einem retardierenden Moment, um die Spannung weiterlaufen zu lassen, mich täte interessieren, was genau Dir da ins Auge gefallen ist.


Oh je. Das ist ne gute Frage. Im Detail krieg ich die Story nicht mehr zusammen - dafür hab ich es zu lange nicht gespielt. Und ich glaube auch, dass ich den verquollenen Unfug zwischen "gut und böse und dann irgendwie doch wieder gut ... oder doch nicht ... oder wie oder was" nicht so recht gerafft hab. Es war halt alles eher lose zusammengewürfelt. Die Beziehungen zu den NPCs, die Ark auf seiner Reise kennenlernt. Es gibt scheinbar nichts mehr, für das sich die ganze Reise lohnt und diese beiläufigen Turning Points machten es nicht besser. Die ersten zwei Drittel des Spiels sind qualitativ einfach grandios ... (Zitat Kalkofe) "...und dann hat der Hund die Haftcreme gefressen."

Perikles hat geschrieben:
...es wird wenige Spiele geben, die so viele Änderungen bei jeder Lokalisierung erfahren haben wie ActRaiser 2), schon ein kurioses Stück Portierungsgeschichte.


Oh, mein Interesse an der US-Version schlägt da schon eher wieder in Richtung des Sammelwahns. Ich find allein das Artwork viel schöner, als jenes der PAL-Version. Ich bin ehrlich: Selbst für die PAL-Version von Actraiser 2 reichten meine spielerischen Fähigkeiten bislang nicht aus. Ich war schon extrem stolz auf mich, dass ich irgendwann zwei oder drei Level richtig durchgespielt hab und dann irgendwelche Special-Moves nutzen durfte, aber nach einigen Toden hat mich der Ehrgeiz schnell wieder verlassen.

Perikles hat geschrieben:
Interessant, praktisch der prometheische Mensch als dasjenige Wesen, das die Götter vertreibt.


Das trifft bestenfalls noch auf den Chef-Antagonisten des Spiels zu. Aber solche, sich selbst überschätzende Großmäuler findet man ja in nahezu jedem Spiel. :D



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Sebel hat geschrieben:
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 Betreff des Beitrags: Re: USA!!! USA!!!
BeitragVerfasst: 04.02.2016 01:14 
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Horst_Sergio hat geschrieben:
Ich kanns nachvollziehen. So geht es mir weitgehend mit Shoot 'em Ups. ;) Vielleicht bin ich zu grobmotorisch veranlagt - Tatsache ist, ich mache permanent die gleichen Fehler ohne mich auch nur geringfügig zu verbessern und hab dann natürlich auch nicht das Durchhaltevermögen, um mich durch zu beißen.

Ohne das allzuweit zu vertiefen: an Grobmotorik wird mich sehr wahrscheinlich keiner hier übertrumpfen, nebst kaum ausgebildeten Reflexen gesellen sich noch unvorteilhaft große Akren bei mir in die Gemengelage. :D

RPGs sind für mich das, was man im Englischen so schön "guilty pleasure" nennt - ich bin mir der langen Liste von Unzulänglichkeiten und immanenten Schwächen bestens bewusst, habe aber dennoch eine unauslöschliche Liebe fürs Genre. Die tendentiell hohe Spielzeit schreckt mich dann allerdings nichtsdestominder im Voraus ab. Zehn Stunden sind in den meisten RPGs gar nichts, in derselben Zeit kann ich einige Action-Plattformer oder Shooter vom Kleinsten ins Allerkleinste durchdeklinieren.

Horst_Sergio hat geschrieben:
Und ich glaube auch, dass ich den verquollenen Unfug zwischen "gut und böse und dann irgendwie doch wieder gut ... oder doch nicht ... oder wie oder was" nicht so recht gerafft hab. Es war halt alles eher lose zusammengewürfelt.

Großartig. :D Ich ahne, dass Dir dafür anderswo wütende Kultisten mit Heugabel nachsetzen wollen würden, insistiere allerdings darauf, dass Du diese kritische Sicht beibehältst. Ich will zur Ehrenrettung Terranigmas noch einräumen, dass es womöglich teilweise an der Übersetzung gelegen haben mag, aber dass sich gigantische Löcher in dem Erzählteppich auftun, kann man eigentlich kaum verhehlen, wenn man kritisch an die Sache herangeht. Diskutiert selbst in den Tiefen des Netzes aber irgendwie keiner.

Horst_Sergio hat geschrieben:
Selbst für die PAL-Version von Actraiser 2 reichten meine spielerischen Fähigkeiten bislang nicht aus. Ich war schon extrem stolz auf mich, dass ich irgendwann zwei oder drei Level richtig durchgespielt hab und dann irgendwelche Special-Moves nutzen durfte, aber nach einigen Toden hat mich der Ehrgeiz schnell wieder verlassen.

Bist Du sicher, dass Du den zweiten Teil meinst? Da hat man von Anfang an sämtliche Angriffe zur Verfügung stehen, im ersten Teil sammelt man die unterschiedlichen Zaubersprüche über den Städteaufbau und die Welterkundung auf. Oder meinst Du mit "nutzen durfte" so viel wie "dahinter gestiegen, wo was nützlich ist"?


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