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 Betreff des Beitrags: Horstios 50 Cent, denn Pfennige gibts ja nicht mehr.
BeitragVerfasst: 18.02.2017 12:48 
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Warum? Easy: Im USA-Thread stelle ich euch hierzulande unveröffentlichte und somit weitgehend auch unbekannte Spiele vor. Das bedeutet natürlich, dass ich mich selbst mit der Materie auseinandersetzen und auch über das Spiel hinaus ein wenig Recherche betreiben muss, um euch den Inhalt, allgemein die Güte des Spiels und auch sonstiges rund um das Game zu vermitteln. Is klar.

Hiermit möchte ich mir jedoch sowas wie eine Art Poesiealbum erstellen, ohne direkt auf die wesentlichen Spielinhalte eingehen zu müssen. Ich mein, die Welt braucht nicht noch ein weiteres Review zu Mega Man 2 oder sonstdergleichen. Aber es ist auch Fakt: Ich habe eine Meinung und jeder soll sie wissen!!! Wenn ich jetzt beispielsweise irgendwelche Klassiker spiele und einfach nur mal meine Eindrücke und Gedanken runterblubbern will, dann tue ich das hier, anstatt mich im Spieleforum durch die bestehenden Einträge zu wühlen. Dies hier ist also sowas wie die klassische Variante eines "Let's Play" oder eines kommentierten Gameplay-Videos auf Youtube.



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 Betreff des Beitrags: Re: Horstios 50 Cent, denn Pfennige gibts ja nicht mehr.
BeitragVerfasst: 18.02.2017 13:32 
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Probotector 2: Return Of The Glitch Forces

Plattform: NES
Genre: Action / Run & Gun
Release: 1992
Entwickler: Konami
Publisher: Konami
Region: PAL-B
Product-ID: NES-PD-NOE-2

Seitdem ich hier angemeldet bin, lese ich immer wieder von Loops. Fanatische Spieler sitzen zuhause, zocken ein Spiel und haben nach dem erfolgreichen Absolvieren nichts besseres zu tun, als sich gleich wieder ins Getümmel zu stürzen. Vor einiger Zeit wusste ich nicht einmal, dass sowas überhaupt geht oder anders gesagt: Ich hatte stets was besseres zu tun, als das Gefühl des Triumphes mit nahtlosem Neustart wegzuspülen. Das ist in etwa so, wie eine Weinprobe: Du nimmst einen vollen Zug, rotterst den Kram im Mund hin und her und spuckst es wieder aus. Dem eigentlichen Zweck des Alkohols - nämlich schnellstmöglich besoffen zu werden - kommt man so kaum nach. Ist also kontraproduktiv.

A pro pos kontra: So hieß Konamis Spieleserie übrigens außerhalb von Europa. In Contra steuerte man Marines und ballerte außerirdische Invasoren und feindliche Soldaten ab. Eine ursprüngliche C64-Portierung des Spiels wurde in Europa indiziert. Scheinbar befürchteten die Macher weitere Indizierungen und Verbote und so wurde aus Contra und SuperC auf dem NES eben Probotector. Die Marines wurden zu Robotern und sonstige menschliche Sprites wurden durch Maschinen ausgetauscht. Witziger Nebeneffekt: Für mich fühlten sich die Protagonisten nicht wie Maschinen an, sondern eher wie Soldaten in dicker Kampfrüstung. Probotecor hatte für mein Empfinden also was von Turrican.

Den ersten Teil habe ich nie so wirklich gespielt. Das Game landete vor einiger Zeit in der Sammlung, aber richtige Versuche, es zu komplettieren, habe ich nie unternommen. Probotector 2: Return Of The Evil Forces bekam ich jedoch damals bereits von meinen Eltern zu Weihnachten, und nicht nur ich war begeistert davon, sondern auch meine Eltern. Es vergingen definitiv einige frustreiche Wochen, bis die acht Stages geknackt waren, und die Freude war natürlich enorm, als ich den recht unspektakulären Abspann erstmals sah. Alles in allem war es ein tolles Spiel und ich stopfte es immer wieder in unregelmäßigen Abständen in die Konsole.

Da ich mir in den letzten Wochen wieder viel NES-Krams zulegte, die ganzen Klassiker aber schon länger nicht mehr gezockt habe, war es mal wieder Zeit für ne Runde Probotector 2. Und ich kann es immer noch. Scheinbar sogar besser als zuvor. Im ersten Durchmarsch verlor ich drei Leben. Eines unnötigerweise in Level 3 beim Besiegen der Roboterspinne und zwei in Folge beim Hinaufklettern der Bergwand in Level 5. Natürlich ist es vorteilhaft, wenn man weiß, wo sich die Geschütze und Sprites befinden. Und natürlich wird das Spiel enorm erleichtert, wenn man den Streuschuss mit dem Rapid-Upgrade kombiniert.

Ich dachte mir beim Abspann gar nichts weiter, als ich auf Start drückte, während das Konami Logo eingeblendet war. Tatsächlich wusste ich nicht einmal, dass man das Spiel im Loop wieder von vorn aufnehmen kann. Ich startete also erneut in Level 1. Zwar mit der Standardwaffe, aber dafür mit allen angesammelten Extraleben und auf der aktuellen Punktzahl. Schwieriger erschien mir das Spiel im zweiten Durchgang nicht, aber in Level sechs fing es erstmals an, schwere Grafikfehler zu produzieren. Der Hintergrund flackerte und einzelne Pixelbrocken waren falsch aneinandergereiht. Ebenso sahen die Sprites aus wie auseinandergenommen und falsch zusammengesetzt. Eigentlich ein witziges Ergebnis. Ich habe leider keine Ahnung, ob dies ein Problem des Pin Connectors ist oder ob es womöglich am Spiel selbst liegt, würde aber zunächst auf ersteres tippen.

Nun ja, insgesamt habe ich vier Loops gespielt. Allesamt hatten sporadisch diese heftigen Grafikfehler, womit ich teilweise ganze Reihen an Leben verloren habe. Da ich insgesamt aber bis zu 25 Leben angesammelt hatte, waren diese Tode kein großer Rückschlag mehr. Jedoch wurde es in Level 7 recht ätzend, den Geschossen der lilafarbenen Blobs auszuweichen. Ohne den Streuschuss sieht man hier echt alt aus. Im Endeffekt fand ich es jetzt nicht sonderlich prickelnd, das Spiel wieder und wieder aufzugreifen, da es keinerlei neue Herausforderung gab. Am Anfang des fünften Loops habe ich dann mit etwas über 850.000 Punkten und 18 Extraleben abgebrochen. Ich musste pinkeln...

Moderne Kunst: Bröckel in Bröckel
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 Betreff des Beitrags: Re: Horstios 50 Cent, denn Pfennige gibts ja nicht mehr.
BeitragVerfasst: 21.02.2017 12:28 
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The Adventures Of Bayou Billy

Platform: NES
Genre: Action
Release: 1991
Entwickler: Konami
Publisher: Konami
Region: PAL-B
Product-ID: NES-MU-NOE

Mein allerliebstes Hassspiel. Oder so ähnlich. Es ist interessant, wie sich die subjektive Meinung von dem Versuch eines objektiven Testurteils unterscheiden kann. Vor ungefähr acht Jahren schrieb ich ein Review mit einem extrem sarkastischen Unterton und fand kaum positive Elemente für die abschließende Bewertung des Spiels. Hier einmal eine etwas gestauchte Version:

Zitat:
"Das Ding aus dem Sumpf"

... In den Sümpfen lebt Bayou Billy. Ein cooler Typ, der sich mit dicker Machete und Peitsche bewaffnet durch das Buschwerk schlägt und die Alligatoren in seiner Umgebung zu Handtaschen verarbeitet und versucht, eine ähnliche Figur wie Crocodile Dundee abzugeben. Seine Freundin, die liebreizende und üppig ausgestattete Annabelle, wird von dem gar fiesen und diabolisch grinsenden Gordon entführt. Der Mafiagangster und Drogenbaron hat noch eine offene Rechnung mit Billy und will ihn somit aus der Reserve locken. Und jener lässt sich nicht lange bitten, oder vielleicht doch? Nun ja, zwei gewichtige pro-Rettungs-Argumente schiebt die dralle Annabelle schließlich vor sich her, doch sollte man sich auch bewusst machen, welch haarsträubende Abenteuer Billy erwarten.

"Daniel San, ein Stein slägt nie zulück!"

Übung macht den Meister. Das will uns auch "T.A.O.B.B." weismachen. Das Spiel bietet einen Practice Mode an, den man vorweg unbedingt spielen sollte. Besteht man diese drei optionalen Prüfungen, bekommt man Boni, die den Weg zu Gordons Anwesen erleichtern. (...) Das von Filmen wie "Crocodile Dundee" stark inspirierte Setting ist das Grundgerüst für ein frühes Action Spiel, das zwischen den Genres hin und her wechselt. Ein durchaus sehr löbliches Konzept. Es gibt neun Level, von denen sich wiederum fünf als Beat ’em Up Stages im Stile von "Battletoads", "Turtles 2: The Arcade Game" oder "Double Dragon" daherkommen, zwei autoscrollende "Railgun" Stages der Marke "P.O.W." und in zwei weiteren klemmt sich Billy hinter das Lenkrad seines Jeeps und rast durch die dritte Dimension. Problem: Keines der gewählten Genres ist wirklich gut ausgearbeitet oder interessant umgesetzt. Das ganze Spiel krank an Designschwächen und Macken, die man hätte umgehen können.

"Hart aber unfair"

Die Prügel-Stages sind schon sehr frustrierend in Szene gesetzt. Billy bewegt sich wie ein nasser Sack durch den Busch, anstatt die Form eines drahtigen Survivalabenteurers anzunehmen. (...) Die Zahl der Gegner und deren teils übermächtige Bewaffnung seiner spärlichen Lebensenergie arg zu schaffen. Da helfen nur die, von den Gegnern fallengelassenen Waffen wie Peitschen, Pistolen und Schlagstöcke weiter. (...) Auch der Bossfight in Level 3 oder die unfairen Gegner in den späteren Levels machen sich arg demotivierend bemerkbar. Den Frust mildert selbst die Gewissheit nicht, dass man unendlich Continues zur Verfügung hat. (...) Insgesamt eine mehr als unrunde Angelegenheit, die kaum Spaß macht und dank des lahmen Tempos auch keine Spannung erzeugt.

Die Fahrlevel bieten da schon mehr Tempo, allerdings sind diese einfach nur ein Graus. 3D beherrschte der Entwicklergigant auf dem NES scheinbar nicht (man denke nur an Top Gun). (...) Viel zu lange Strecken mit plötzlich aufploppenden Hindernissen, eine zu knapp bemessene Zeit, die sich in Benzinmangel kenntlich macht und dutzende gegnerische Fahrzeuge stellen die Geduld des Spielers arg auf die Probe. Das schlimmste: Ist der erste Fahrlevel geschafft, folgt sogleich der Zweite. Die Steuerung nervt. Mit dem Steuerkreuz lenken und beschleunigen wir! Da freut sich der linke Daumen. Die Technik ist hier ziemlich daneben. Die Grafik bröckelt und Billys Jeep ruckelt wie eine Mofa mit Startschwierigkeiten.

Lediglich die zwei Shoot’em Up Level sind wirklich gut umgesetzt. Hier scrollt das Bild automatisch und wir zielen aus Quasi-Egopersektive auf die plötzlich auftauchenden Gegner. (...) Mit dem Zapper als optionalem Controller kommt vielleicht zusätzliche Stimmung auf, die Anschaffung eines solchen rechtfertigt diese Moorhuhnartige Schießbude jedoch nicht. (...) Im Endeffekt können diese beiden netten Level nicht an der miserablen Umsetzung der zuvor genannten Stages rütteln und gehen somit als einziges Highlight wirkungslos unter.

"Was ruckelt so spät durch Nacht und Wind?"

Dank stetigem Flackern und derben Rucklern wird der optische Eindruck mächtig getrübt. (...) Desweiteren entpuppen sich diverse Gegnersprites als optische Lachnummern und agieren, als hätten sie entweder Backsteine in den Hosentaschen oder Kehrinstrumente in der Kimme. (...) Sie kommen lustlos animiert ins Bild gewackelt, fuchteln mit Händen und Füßen herum und entweder liegen sie oder Billy im eintönig designten Moder - meistens Billy. (...) Die Gestaltung der Fahrlevel ist in technischer Hinsicht geradezu vergeigt. Wenn in Bewegung das Grün des Wegrandes mit dem Braun der Strand verschwimmt, weiß man mitunter nicht mal mehr, wo man sich überhaupt befindet - vermutlich ist es der dritte Zirkel der Designhölle.

Der Sound ist verhältnismäßig OK. Auch in diesem Bereich ist man von Konami um Längen besseres gewohnt, aber von einem Totalausfall braucht man nicht zu sprechen. Die Musik dümpelt gemütlich vor sich her und verbreitet Outback-Stimmung - Ziel erreicht. Ein paar kratzige Sprachsamples quäken zudem aus den Boxen, die den Gesamtsound ins Mittelmaß hieven.

"Game Over"

Wie heißt es so schön? Es hat nicht sollen sein. Doof nur, es ist tatsächlich so. Tja, hier erlebt man den klassischen Fall einer netten Grundidee, die einfach schlampig umgesetzt wurde. (...) Das Setting und die Ballerstages mögen noch so interessant erscheinen: Die fiese Steuerung, die maue Grafik und die unfair agierenden Gegner ersticken das kurze Aufleben von Spielspaß im Keim. "The Adventures Of Bayou Billy" ist somit bestenfalls ein Spiel für Trash-Fanatiker und Masochisten, die ihre Finger auch gerne mal auf eine stark befahrene Bahnschiene legen. Zumindest ist dieses Modul ein gutes Zeitdokument: Es beweist, dass damals eben nicht alles besser war.

Wertung: 31/100 Punkte



Es ist an der Zeit für eine kurze persönliche Aufarbeitung. Wie gesagt, mein Review ist bereits acht Jahre alt, und ich habe es im Laufe der Zeit eins, zwei mal überarbeitet und auf verschiedenen Webseiten untergebracht. Ich spielte zu jener Zeit vorzugsweise eben aktuelle Games und rückblickend lässt sich ein Spiel der damaligen Zeit recht gut mit Bayou Billy vergleichen: Far Cry 2. Man läuft kriecht den Busch und watet durch Sümpfe, erkämpft sich seinen Weg durch endlose Massen bis an die Zähne bewaffneter Gegner, fährt mit zerlumpten Jeeps durch die Walachei und ballert, ballert, ballert. "The Adventures Of Bayou Billy" ist im Kern eigentlich gleich, wenn auch bedingt durch die technische Limitierung des NES auf eine simplere Art und Weise präsentiert.

Nun gab es vor etwa acht Jahren bereits genug Spieler, die aktuelle Games für spielerisch immergleichen Einheitsbrei hielten. Parallel zu den Auswüchsen der "High End"-Grafikdarstellung (Crysis, Call Of Duty: Modern Warfare, Bioshock oder eben auch Far Cry 2) kamen diese sogenannten Indie-Games auf und es fand eine Rückbesinnung auf Retrospiele statt. In diesem Zusammenhang habe ich auch bereits damals einige Artikel im Communitybereich einer PC-Spieleseite geschrieben und unter anderem folgende Grafik erstellt:
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Ich habe damals durchaus versucht, jungen Zockern, die alte Games als Museumsrelikte bezeichneten, genau diese Games näher zu bringen. Natürlich funktionierte das nicht, denn was ich damals noch nicht wusste und einschätzen konnte: Meine Haltung, meine spielerischen Vorlieben und meine Meinung basierten auf meinen persönlichen Erfahrungen und Erlebnissen. Diese wiederum kann man zwar allgemein verständlich wiedergeben, aber die Emotionen dahinter teilen bestenfalls diejenigen, die ähnliche Erfahrungen gesammelt haben. Man macht es sich nicht gerade leicht, indem man einer jungen Rotte eine Aussage entgegenwirft wie: "Vor 13 Jahren gab es schon mal ein Crysis. Es hieß Donkey Kong Country!"

Tatsächlich hatte ich mich selbst soweit von meiner eigenen Vergangenheit gelöst, dass ich den Charme vieler Games meiner Kindheit nicht mehr oder nur noch schwer erkennen konnte. Mit den Arcadespielen meiner frühsten Kindheit konnte ich überhaupt nichts mehr anfangen. Und während ich die SNES-Ära immer in Ehren hielt, war die Ära des NES für mich eher eine zwiespältige Angelegenheit (zumindest in den Jahren um 2008 herum). "The Adventures Of Bayou Billy" ist eines dieser Spiele meiner Kindheit, das ich einfach nicht mehr durch diese rosarote Retrobrille betrachten konnte. Zwar habe ich das Game auch damals nicht wirklich für gut befunden, aber dennoch habe ich es immer wieder mal gespielt. Und komischerweise macht mir dieses Game heute wirklich Spaß. Ich frage mich jetzt natürlich, ob ich vor besagten 8 Jahren durch die damals neuen Games ebenso geblendet war und Bayou Billy mit meinem alten Review womöglich Unrecht getan habe.

Es ist nun mal so: Das Game ist nicht wirklich gut. Die Verkettung der verschiedenen Szenarien ist völlig belanglos. Die zwei unnötig langen Fahrlevel hätten echt nicht direkt aufeinander folgen müssen. Die technische Umsetzung ist nicht gerade umwerfend. Aber Tatsache ist auch, dass die Stages spielerisch allesamt gar nicht so schlimm sind. Man muss nur mit Bedacht vorgehen und die Items und Waffen sinnvoll nutzen. Manche Gegner verhalten sich hier und da unfair - vor allem der Endboss Gordon, dessen Angriffsmuster durch wildes Geballer und eine miese Nahkampfattacke schwierig zu durchschauen ist. Aber durch die Nutzung der räumlichen Tiefe hat man reichlich Gelegenheit, den gegnerischen Angriffen auszuweichen.

Für die damalige Zeit mag Bayou Billy ambitioniert gewesen sein, jedoch in der Umsetzung ein wenig missglückt. Konami brachte diverse ähnliche Games raus. Ich denke da an "Batman Returns" oder "Turtles In Time" auf dem SNES, die grundlegend verschiedene Spielprinzipien miteinander kombinierten und die dafür wiederum abgefeiert wurden. Heute verstehe ich Bayou Billy eher als ein Experiment mit arg mittelmäßigem Ausgang, aber immerhin kein absoluter Fehlschlag. Vom Bauchgefühl her würde ich heute eine Punktzahl im Bereich der niedrigen Sechziger zücken. 60 von 100 oder 6 von 10 ... ja, das klingt eigentlich ganz passabel und angemessen. Ganz so schlecht finde ich das Spiel jedenfalls nicht oder nicht mehr. Vielleicht kommt das aber noch mal wieder, und dann zücke ich auch bereitwillig die Tiefstnoten. Vielleicht ist dies an dem Tag erreicht, an dem Spiele wie Crysis oder Far Cry 2 als Retrospiele in die Museumshallen einziehen. Wer weiß!?
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BeitragVerfasst: 22.02.2017 21:47 
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Kirby's Adventure.JPG [ 154.71 KiB | 761-mal betrachtet ]

Kirby's Adventure

Platform: NES
Genre: Jump 'n Run
Release: 1993
Entwickler: HAL Laboratory
Publisher: Nintendo
Region: PAL-B
Product-ID: NES-KR-NOE/FRG

Weihnachten 1993 in Niedersachsen. Eigentlich ist der kleine Horstio schon gar nicht mehr so klein. Seine Geschenke müssen jedenfalls nicht mehr aufwendig verpackt unterm Weihnachtsbaum liegen. Der zwölfjährige Pennäler weiß eh, was er bekommt! Er hat seine Eltern in der Vorweihnachtszeit hinreichend mit Wünschen belästigt. Mega Man 4 und Kirby's Adventure sollten es sein. Unbedingt. Es ging nicht anders. Andernfalls würde der Bengel auf der Stelle sterben. Seine Eltern nahmen diese Drohung eher mit Erleichterung hin und freuten sich vielmehr auf die himmlische Ruhe. Also folgte dieser Ankündigung das garstige Versprechen, die Realschule sausen zu lassen. Horstios Eltern waren im Zugzwang.

Andererseits war der Wunsch nach diesen beiden Spielen noch eher milde. Es hätte auch der Wunsch nach einem Super Nintendo Entertainment System sein können. Doch diese Konsole war noch zu teuer. Also blieb es bei den beiden Spielen für das immer betagtere NES. Es war für Horstio keine Überraschung, als er die beiden Spiele bekam, aber die Freude war dennoch groß. Kirby's Adventure entpuppte sich als spielerischer Rausch, der in den Weihnachtsferien 93/94 bis zur Vollendung ausgekostet wurde. Mega Man 4 blieb aufgrund übermäßiger Schwierigkeit vorerst links liegen.

Erneut zog es mich ins knuddelig-kuschelige Dreamland. Und erneut stellte ich fest, dass Kirby's Adventure als eines der relativ spät veröffentlichten NES-Spiele ebenso gut mit früheren Titeln des Super Nintendos konkurrieren kann. Technisch und spielerisch wird hier ein recht deutliches Register gezogen: Kirby verlangt dem NES einiges ab und dennoch ist die Programmierung wunderbar gelungen. Das Spiel sieht phantastisch aus, die Grafik ist butterweich und klar und zudem farbenfroh wie auch lebendig. Reicht es nicht aus, dass der allgemeine Look knallig bunt und auffällig glatt erscheint, so begeistern die vielen verschiedenen, putzig animierten Sprites und dutzendfache Cutscenes vor und während der Level. Der drollige Sound passt herrlich zur schmeichelhaften Optik. Man kann sich selbst dann noch für Kirby erwärmen, wenn japanoide Knuddelkreaturen sonst eher meidet.

Doch nicht nur audiovisuell ist Kirby's Adventure top, auch spielerisch ist das Spiel nahezu perfekt gelungen und setzt sich kackfrech zwischen einem Mario Bros. 3 und The Legend Of Zelda auf den Thron der NES-Spiele. Bereits auf dem GameBoy war das Auffuttern der Gegner essentiell, jedoch gehen ihre Fähigkeiten erst in der 8-Bit-Variante auf die rosafarbene Knutschkugel über. Das gewinnen neuer Fähigkeiten kennt man zuvor unter anderem von Mega Man oder auch Little Nemo (ein weiterer NES-Held, der sich in seinem eigenen Traumland austobt). Der Auftakt der gnubbeligen Grinsebacke auf dem GameBoy war zwar spielerisch durchaus gut, doch viel zu kurz und erst recht viel zu leicht. Auch auf dem NES ist der Schwierigkeitsgrade milde, jedoch ist der Umfang sehr gut bemessen. Sieben Welten mit diversen Stages und haufenweise versteckten Bonusspielen wollen bereist werden. Die Stages sind abwechslungsreich aufgemacht und erinnern immer wieder an eine verniedlichte Version der Klempnerwelten. Dank Batteriespeicher muss man nicht immer wieder von vorne starten, sondern darf auch zu einem späteren Zeitpunkt wieder einsteigen. Und wem das Game im ersten Durchgang zu leicht ist, der darf sich im wesentlich schwierigeren "Superspiel" beweisen.

Alles in allem ein tolles Game, das ich seinerzeit wirklich lange, ausgiebig und häufig gespielt habe. Was mir im Nachhinein auffällt, das ist der unterschwellige Einfluss, den das Design und Teile des Gameplays auf spätere Games ausübt. So lässt sich beispielsweise der Look von Yoshi's Island auch auf Kirby's Adventure zurückverfolgen. Was ich allerdings verwunderlich finde, ist die Tatsache, dass Kirby auf dem SNES kein wirklicher Star wurde. Ich mein, mal ehrlich: Ein Golfspiel? Ein Puzzlespiel á la Tetris? Eine Minigamesammlung? Zu mehr taugt dieser kleine Kerl nicht?

Warum wurde nicht auch Kirby's Dreamland 3 in Europa veröffentlicht? Zu wenig Interesse seitens der Spieler? Kann ich mir kaum vorstellen. Kirby ist soooo süüüß, den muss man einfach lieb haben. Vielleicht wars eher das schwere Los der späten Veröffentlichung? Da kommt der Gedanke relativ nahe, dass womöglich auch Kirby's Adventure weniger erfolgreich war, als es den Anschein hatte. Wenn ich so recht darüber nachdenke, dann erscheint es mir sogar recht eindeutig. Ich kann mich jedenfalls nicht daran erinnern, dass irgendwer auf mich zukam und mir Kirby's Adventure als eine Art Meilenstein ans Herz legte. Meistens erzählte ich meinen Bekannten von dem Game und dann bekam ich Dinge zu hören wie: "Das kenne ich vom GameBoy. War OK, aber viel zu kurz und viel zu leicht."

Womöglich setzten die meisten Spielefans Ende des Jahres 1993 nicht mehr auf das NES, sondern waren schon eifrig in 16-Bit-Welten unterwegs. Das erscheint mir logisch. Kirby wurde einfach nicht mehr beachtet und fristete während der SNES-Ära ein Nischendasein als Golfball. Jammerschade. Armer, kleiner Kerl.
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 Betreff des Beitrags: Re: Horstios 50 Cent, denn Pfennige gibts ja nicht mehr.
BeitragVerfasst: 26.03.2017 16:31 
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Thunder Force IV

Platform: Mega Drive
Genre: Shooter
Release: 1993
Entwickler: TechnoSoft
Publisher: Sega
Region: PAL
Product-ID: 670-2770-50

Irgendwie ist es richtig toll, Neuland zu entdecken. Na ja, mein bester Kumpel hatte zu Schulzeiten die Sega-Kiste bei sich rumstehen, während ich als einziger - ALS EINZIGER!!! - in meiner Klasse (und ich glaube auch in meinem Jahrgang) ein Super Nintendo Entertainment System besaß. Alle anderen spielten entweder am PC oder mit den Barbiepuppen ihrer Schwestern oder gegebenenfalls an sich selbst herum. Letzteres will ich jetzt aber gar nicht so genau aufgedröselt wissen. Tatsache ist, dass ich seinerzeit zwar hin und wieder mal ne Runde Sonic, Rocket Knight Adventures, ToeJam & Earl 2 oder Aladdin zockte, wenn ich meinen Kumpel besuchte, jedoch endet damit auch meine Langzeiterfahrung im Bereich Mega Drive.

Jüngst sprang ich über den mir vorauseilenden Schatten mit dem Big-N-Logo und legte mir ein/eine/einen Sega Mega Drive zu - keine Ahnung welcher Artikel sich grundlegend am besten eignet. Spielt wohl auch keine Geige. Jedenfalls kenne ich mich mit der Materie bislang gar nicht so gut aus und darf auf diesem Feld tatsächlich Spiele erstmals erleben und mich wieder wie ein Entdecker fühlen. Eine handvoll Games habe ich bereits angehäuft, und ich bin begeistert, welch interessante und auch eigenartige Konzepte unter dem Sega-Banner veröffentlicht wurden.

Was noch interessanter ist, dass mich ein Shooter mit runtergeklapptem Unterkiefer dasitzen und den Fernseher anschmachten lässt; dabei kann ich doch mit dem Genre eigentlich mal so gar nichts anfangen, prinzipiell. Also, es ist jetzt nicht so, dass ich keine Shooter mag. Nein, die Shooter mögen vielmehr mich nicht. In meiner SNES-Sammlung befinden sich vielleicht sechs oder sieben Exemplare dieses Genres (3D Ballerspiele wie Wing Commander oder Starwing natürlich nicht mitgezählt) und davon habe ich gerade mal drei oder vier durchgespielt. Ich bin einfach nicht fähig, diese Games zu spielen. Ich sehe die gegnerischen Kugeln nicht, kann oft nicht einschätzen, wo ich mich am besten aufhalte, ohne Leben oder wenigstens Energie zu verlieren. Ich bin einfach zu doof für diese Art Games, vermutlich, weil ich das Spieltempo nicht selbst bestimmen darf und bleibe meist an der ersten, etwas größeren Hürde hängen und gebe frustriert auf.

Und nun bin ich völlig geplättet von der Klasse dieses Mega Drive Klassikers. Thunder Force IV - was für ein sagenhaftes Spiel! Ein guter Kumpel hat mir das Game gerade erst empfohlen und auf der gestrigen Retrobörse in Hannover wurde ich auch fündig. Ich hatte jetzt eigentlich nicht gerade hohe Erwartungen. Nein, ich muss es anders sagen: Mir wurde im Vorfeld gesagt, das Game sei so schwer, dass ich selbst jetzt nicht unbedingt damit rechnete, wirklich viel des Spielverlaufs zu sehen oder tief in das Geschehen eintauchen zu dürfen. Allerdings habe ich noch keinen Shooter gespielt, der direkt so motivierend ist und mich emsig weitermachen lässt.

Das Spiel als Ganzes ist einfach ein Meisterwerk und das behaupte ich, ohne dass ich überhaupt damit durch bin. Immerhin: Bis zum Endgegner des sechsten Levels habe ich es bereits geschafft und das Game erlaubt sich bis hierher nicht einen einzigen Fehler, noch rutscht es an irgendeiner Stelle in den Schulnotenbereich 2 ab. Nein, Thunder Force IV ist durchgehend eine 1. Das Einzige, was mir bislang im Weg steht und den Fortschritt vermiest, das bin ich selbst. Auch interessant, das mal zu erkennen. Zu oft macht man ein Spiel verantwortlich, dass man irgendwo hängenbleibt und nicht weiterkommt und oft genug stimmt das ja auch. Aber nein, bei Thunder Force IV bin ich derzeit einfach so dämlich und steuere mein Raumschiff ins Feindfeuer. Übrigens habe ich erst nach meinem Lauf in die Anleitung geschaut und gelesen, dass es ein "verstecktes" Optionsmenü gibt, in dem man den Schwierigkeitsgrad verringern und mehr Leben einstellen kann. Heißt, ich schaffte es ohne fremde Hilfe auf dem normalen Schwierigkeitsgrad bis ans Ende des Eislevels. Das ist in etwa so, als würden unerfahrene Leute Tetris auf Level 20 starten... na ja, fast zumindest.

Natürlich bin ich ein Fan der audiovisuellen Aufmachung. Besser, detaillierter, schöner und ansprechender kann ein Mega Drive Spiel wohl nicht mehr aussehen. Hier gibts bestenfalls einen winzigen Knackpunkt, aber auch dieser ist eher eine Frage der Übung und somit kaum ein Grund zum Meckern: Manch gegnerische Kugel geht in den knallbunten und vollgestopften Levels einfach unter - man sieht also nicht unbedingt, was einen fertig macht. Mildernd ist hingegen, dass das Game total fair bleibt und einem nur die zuletzt benutzte Waffe aus dem Arsenal streicht. Auch die Mucke ist der Hammer. Meist metallische, hin und wieder auch elektronische Sounds heizen einem ein. Grafik und Sound könnten kaum besser zusammen passen. Einfach Hammer. Ich bin begeistert. Und selbst wenn in der nächsten Zeit außerirdische Invasoren aufkreuzen und hier alles in Schutt und Asche legen: ICH SPIELE WEITER!!!



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